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100 Das Thüringer Königreich
ie Anfänge der Besiedlung des Thüringer Königreichs lagen in den drei Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt. Um die Zeit des 2. und 1. Jahrhunderts vor Christus bis zum 2. Jahrhundert nach Christus bildeten die Hermunduren zusammen mit Sweben und Semnonen, welche zu den elbgermanischen Herminonen gehörten, nach ihrer Einwanderung einen eigenen Stammesverband. Ihre unmittelbaren Nachbarn waren, abgesehen von den Alteinheimischen und den Kelten, unter anderem die Semnonen, die Langobarden (später Italien), die Chatten, die Markomannen, die Wandalen und die Sweben.
120 Thüringen im zweiten Jahrhundert
wischen 64 vor Christus und 120 nach Christus gab es die erste Erwähnung der Hermunduren bei Strabon, Paterculus, Domitius, Tacitus und anderen. Die Hermunduren hatten eine bestimmende Stellung bei den Elbgermanen, sie handelten bis in den Donauraum und siedelten etwa zwischen Werra und Erzgebirge, Harz und Donau (Nord- u. Südhermunduren). Ab dem 3. Jahrhundert wanderten die Angeln und die Warnen ein.
200 Wie die Thüringer entstanden
m 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. wanderten Angeln und Warnen von Norden in das Siedlungsgebiet der Hermunduren ein. Die Stämme bildeten den Stammesverband der Thüringer. Noch um 800 wird das von den fränkischen Besatzern aufgezeichnete Gesetzeswerk der Thüringer als "Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum" bezeichnet.
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270 Siedlungen und die Völkerwanderung
ie späteren Thüringer und Geraer waren aus den Germanen entstanden und diese siedelten während der schon gut 200 Jahre vor Christi Geburt einsetztenden Völkerwanderung auch in der Gegend in der Gera, Weimar und Erfurt entstehen sollten.
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380 Die ersten Thüringer
m das Jahr 380 nach Christus kam es zur erstmaligen Erwähnung des Namens "Thoringi" für Thüringer bei Flavius Vegetius Renatus. Dem folgten danach Überschichtungs- und Verschmelzungsprozesse verschiedener Stämme und Gruppen im Thüringer Raum. So vergrößerte sich der Siedlungsraum durch die steigende Anzahl von Menschen verschiedener Herkunft. Der Name Thüringen läßt allerdings mehrere Deutungen zu: "Thoringi" germanisch turingoz, "Hermondoroi" germanisch ermanduroz. Ableitbar ist das von "ermena" (groß), "dur" (wertvoll), "duren" (fest), "Dur" (Eigenname) oder "turon" (kühn). Teurier ist der keltische Name für Volk. Während der Völkerwanderungszeit verharren die Thüringer auffälligerweise an ihren Orten. Thüringer Nachbarn in 4./5. Jahrhunderts waren Sachsen, Franken, Alemannen, Bajuwaren, Langobarden u. a. Mögliche Herrscher in Thüringen waren Erpes, Hoyer, Otterich, Byssinus (Bissin - der Vater von König Hermenefried).
460 Bisinus von Thüringen
isinus (gelegentlich auch Basinus, Besinus oder Bisin) ist der Name von zwei Thüringerherrschern, die im späten 5. Jahrhundert zur Zeit der Völkerwanderung lebten. Beide werden von Gregor von Tours in dessen Historien erwähnt (Gregor, Historien 2,12 und 3,4). Der bei Gregor Bysinus genannte erste Herrscher soll ein Herrscher der Thüringer um 460 gewesen sein. Er soll den von den fränkischen Großen vertriebenen König Childerich I. bei sich aufgenommen haben, der ihm seine Gemahlin Basina entführte und mit ihr angeblich Chlodwig I., den Stifter des Frankenreichs, zeugte. Die Darstellung ist historisch allerdings unglaubwürdig, wenngleich Chlodwigs Mutter tatsächlich Basina hieß. Möglicherweise ist dieser Bysinus nicht historisch, sondern erst die zweite Person (siehe unten). Gregor schrieb diesen Teil der Historien um 575 nieder und benutzte dazu oft nur mündliche Überlieferungen, die nicht besonders zuverlässig waren.

466 Basena von Thüringen
chon vor der Gründung Geras mit den Anfängen im späten 10. Jahrhundert waren schon Herrschergeschlechter in Thüringen bekannt. Basena von Thüringen, auch Basina genannt, geboren noch vor dem Jahr vor 466, war als Gattin des merowingischen Königs Childerich I. Königin der Franken. Sie stammte wohl aus dem Volk der Thüringer, vielleicht aus dessen Königsfamilie. Der Geschichtsschreiber Gregor von Tours (um 538/539 geboren und 594 verstorben), dem die Fredegar-Chronik und der Liber historiae Francorum folgen, berichtete, sie sei in erster Ehe mit Bisinus, dem König der Thüringer, verheiratet gewesen. In Thüringen habe sie Childerich, der sich dort nach seiner Absetzung im Exil aufhielt, kennengelernt. Nach achtjähriger Exilszeit sei Childerich zurückgerufen und von seinem Volk wieder zum König eingesetzt worden. Dann habe Basena ihren Ehemann verlassen und sich zu Childerich begeben, mit der Begründung, er sei der tapferste Mann, den sie kenne, daher wolle sie sich mit ihm verbinden. Darauf habe er sie erfreut zur Frau genommen. Diese sagenhafte Erzählung wird von der Forschung mit Skepsis betrachtet, zumal Bisinus im frühen 6. Jahrhundert herrschte, Childerich hingegen schon 482 starb. Die thüringische Herkunft Basenas wird aber akzeptiert. Der Ehe Childerichs und Basenas entstammten der Sohn und Nachfolger Childerichs, Chlodwig I. ( 466 - 511) sowie die Töchter Audofleda (geb. um 470 und verst. nach 526), Albofledis und Lantechild.
480 Das Thoringi des Sidonius Apollinaris
m 3. Jahrhundert brachen Angeln und Warnen von Norden nach Thüringen ein und bildeten zusammen mit den Hermunduren und Turonen die Thüringer. Im 4. Jahrhundert wurde der Name Thoringi erstmals durch Flavius Vegetius Renatus schriftlich erwähnt, wobei diese Quelle bezweifelt wird. Sicher hingegen ist die Existenz von Sidonius Apollinaris, eines gallischen Autors, der um 480 die Thoringi als einen ehemaligen Gefolgschaftsverband des Hunnenkönigs Attila (395-453) bei dessen Kriegszug nach Gallien benannte. (Gaius Sollius Modestus Sidonius Apollinaris, geboren am 5. November 431 oder 432 in Lyon und verstorben nach 479 in Clermont-Ferrand, war ein hoher gallo-römischer Aristokrat, dessen Leben und Beziehungen ihn in die Mitte der römischen Politik des 5. Jahrhunderts setzen. Er war im Jahre 468 Stadtpräfekt von Rom und danach bis zu seinem Tod Bischof der Auvergne. Seine Schriften stellen eine wichtige Quelle für die Geschichte Galliens in der Spätantike dar. Er wird als katholischer Heiliger verehrt.)
485 Herminafried von Thüringen
erminafried (auch Hermenefred, Erminafried, Irminfried genannt), geboren vor dem Jahre 485 und verstorben im Jahre 534 in Zülpich (Tolbiacum)) war ein Sohn des thüringischen Königs Bisinus und übernahm um 510 die Herrschaft von seinem Vater. Zwischen 506 und 510 heiratete er Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich, der damit sein antifränkisches Bündnissystem in den mitteldeutschen Raum ausweitete. Aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor: der Sohn Amalafrid und eine Tochter. Ob Herminafried getauft war, lässt sich nicht bestimmen. Seine Frau war auf jeden Fall Arianerin. Ausgrabungsergebnisse legen jedoch nahe, dass zumindest Teile des thüringischen Adels das Christentum (katholisch oder arianisch) annahmen. Nach der Herrschaftsübernahme kam es wohl zu einer Reichsteilung, da Herminafrieds Brüder Baderich und Berthachar gleichfalls als Könige erwähnt werden. Wie das Verhältnis der drei Könige untereinander war, lässt sich nicht herausfinden. Zumindest scheint Herminafried eine Vorrangstellung eingenommen zu haben. Die fränkischen Quellen (Gregor von Tours: Historiarum libri decem und Venantius Fortunatus: Vita Radegundis) sind in dieser Hinsicht indifferent. Die negative Darstellung des Herminafried bei Gregor ist möglicherweise mit der Feindschaft der Franken zu den Thüringern und mit Gregors Absicht, die fränkische Eroberung des Thüringerreiches zu rechtfertigen, zu erklären. Nach der Herrschaftskonsolidierung Herminafrieds band Theoderich Thüringen in seine antifränkische Koalition ein, die durch die Heirat mit Amalaberga gefestigt wurde und bis zum Tod Theoderichs im Jahre 526 das Land vor fränkischen Übergriffen bewahrte. Vermutlich um 529 wurde wahrscheinlich ein erster Invasionsversuch der Merowinger zurückgeschlagen. Jedoch war die fränkische Invasion 531, nach einer vernichtenden Niederlage des thüringischen Heeres an der Unstrut, erfolgreich, und hatte den Sturz Herminafrieds zumindest in seinen Kerngebieten zur Folge. Bis 534 konnte er sich anscheinend noch in einem abgelegenen östlichen Teilgebiet behaupten. Im Jahre 534 (nach anderen Quellen bereits 531) wurde er unter einem Vorwand zu Verhandlungen mit dem Merowinger Theuderich I. nach Zülpich gelockt und dort von den Festungsmauern gestürzt. Er verstarb darauf hin in Zülpich. Gregor von Tours sagt lapidar dazu: a nesquio quo (man weiß nicht von wem), deutet aber an, dass Theuderich hinter der Tat gesteckt haben dürfte. Herminafried ist unter dem Namen Irminfried eine der Hauptgestalten des sog. Iringliedes. Anscheinend gab es beim Untergang des Thüringerreiches auch Verrat, wie diese Saga es impliziert.

490 Baderich geboren
aderich oder Balderich wurde im Jahr 490 geboren und war ein Sohn des Thüringerkönigs Bisinus. Seine beiden Brüder hießen Herminafried und Berthachar, er hatte außerdem eine Schwester namens Radegund, die mit dem langobardischen König Wacho verheiratet war. Als Bisin(us) um das Jahr 510 verstarb, wurde das Reich aufgeteilt. Baderich bekam den südlichsten Teil. In der neueren Forschung wird angenommen, dass er wie sein Bruder Berthachar bei der fränkischen Invasion des Thüringerreichs (erste Angriffe erfolgten bereits 529, 531/34 wurde das Reich vollständig erobert) getötet wurde. Er starb jedenfalls anscheinend vor seinem Bruder Herminafried, zuverlässige Details berichten die Quellen nicht. Baderich soll weder Frau noch Kinder gehabt haben. Er verstarb um das Jahr 530.

496 Aus der Geschichte Thüringens
as Gebiet um Würzburg lässt sich erst ab etwa Ende des 8. Jahrhunderts als fränkisch bezeichnen. Zunächst von den Quellen als Teil der thüringischen Region gesehen, setzt sich ab der Karolingerzeit die Eigenbezeichnung „Mainfranken“ – in klarer Abgrenzung zur nord-östlich gelegenen „Thoringia“ – durch. Es ist unklar, ob erste fränkische Expansionsbestrebungen in Richtung des Maingebietes erfolgreich schon unter Chlodwig I. in den Jahren 496/7 beziehungsweise 506/7 (also im Zuge der Unterwerfung der Alamannen) oder aber erst mit der vollständigen Eroberung des Königreiches Thüringen im Jahre 531 unter Theuderich I. umgesetzt wurden. Auch in der unmittelbaren Folgezeit konnte noch nicht von einer aktiven fränkischen Besiedlungspolitik in Thüringen gesprochen werden. Dies hing zum einen mit den geographischen Gegebenheiten in Thüringen und zum anderen mit der bevölkerungstechnischen Lage des Frankenreiches zusammen: Die Merowinger hatten entweder kein Interesse, Siedler in dem noch zu großem Teil mit Urwald bedeckten Gebiet anzusiedeln – zumal Thüringen nicht das einzige Gebiet war, das in dem Zeitraum um das späte 5. und das frühe 6. Jahrhundert erobert worden war – oder schlichtweg nicht die Kapazitäten, die eine aktive „Frankisierung“ durch Ansiedlung fränkischer Siedler erfordert hätte. Dennoch erfolgt in den nächsten zwei Jahrhunderten allmählich ein Prozess, der als „Frankisierung“ bezeichnet werden kann. Auffällig ist ab diesem Zeitpunkt, dass das mainfränkische Gebiet, im Gegensatz zu Thüringen und vor allem den Sachsen im Norden, die sich in den 550er und 620er Jahren gleich zweimal gegen die fränkische Herrschaft auflehnten und niedergeschlagen wurden, relativ passiv auf die fränkische Herrschaft reagiert. Im Zuge der Einfälle der Slawen/Wenden und der Unfähigkeit der fränkischen Zentralmacht unter Dagobert I., ihre Gebiete östlich des Rheins effektiv zu verteidigen, wird ab circa den 620er bis 630er Jahren ein eigenständiges thüringisches Herzogtum errichtet worden sein, wobei nicht gesichert gesagt werden kann, ob jenes „ducatus thoringiae“ das mainfränkische Gebiet zu diesem Zeitpunkt mit umfasste. Übertragen wurde das neu gegründete Dukat einem Franken namens Radulf, mit dem Auftrag, es vor sächsischen und slawischen Einfällen zu verteidigen. Ob Radulf mit dem in der Passio Kiliani genannten würzburgischen Herzog Hruodi identisch ist, lässt sich dabei nicht sicher belegen.

500 Der zweite Bisinus
isinus (gelegentlich auch Basinus, Besinus oder Bisin) ist der Name von zwei Thüringerherrschern, die im späten 5. Jahrhundert zur Zeit der Völkerwanderung lebten. Beide werden von Gregor von Tours in dessen Historien erwähnt (Gregor, Historien 2,12 und 3,4). Der zweite Bisinus, der erste war um 460 nachweisbar, herrschte um 500 über die Thüringer und ist historisch besser belegt, er gilt damit als erster gesicherter Thüringerkönig. Gregor von Tours nennt nicht seinen Namen, doch den von zwei seiner Söhne, die bei Venantius Fortunatus (um 600) als Söhne eines Bisinus (Bessinus) erwähnt werden. Dieser zweite Bisinus war mit einer Langobardin namens Menia verheiratet. Er hatte drei Söhne: Baderich, Herminafried und Berthachar, die seine Nachfolge in unterschiedlichen Teilen des Reiches antraten, das schließlich von den Franken erobert wurde (531/34). Er hatte außerdem eine Tochter Radegunde, die mit dem Langobardenkönig Wacho verheiratet war.

501 Berthachar von Thüringen
erthachar war nach 500 zusammen mit seinen Brüdern Balderich und Irminfried (Hermenefried) König von Thüringen. Eine Schwester hieß Radegunde (nach Paulus Diaconus auch Rathecunda, Ranicunda, Radicunda oder Radegunda) und war mit dem Langobardenkönig Wacho verheiratet. Berthachar war einer von drei Söhnen des Königs Bisinus und hatte mit seiner namentlich nicht bekannten Frau eine Tochter namens Radegundis. Diese wurde später vom Frankenkönig Chlothar I. zur Heirat gezwungen und hatte mehrere (mindestens zwei) ebenfalls unbekannte Söhne. Sie ging schließlich ins Kloster und wurde später heiliggesprochen. In der Forschung wird kontrovers diskutiert, ob Berthachar von seinem Bruder Herminafried beim Kampf um die Vorherrschaft getötet wurde, oder ob er bei einem (allerdings ungesicherten) ersten fränkischen Invasionsversuch um 529 ums Leben kam.

531 Wie der Thüringer Adel entstand
achdem die Sachsen und Franken im Jahre 531 das Königreich der Thüringer zerstört hatten, nahmen die Sieger das Land in Besitz. Zur Überwachung der unterworfenen Bevölkerung wurden befestigte Plätze hergestellt und von ausgewählten Franken und Sachsen besetzt. Die Burgmannen, zu denen später auch Angehörige der Thüringer hinzukamen, wurden nach längerer Dienstzeit von den Königen mit Land belehnt und bildeten in der thüringischen Bevölkerung eine Oberschicht, aus welcher später der thüringische Adel durch Erblichkeit von Stellung und Lehen hervorging. Die Anfänge des Erbadels reichen wohl in die Zeit vom 7. bis ins 9. Jahrhundert zurück. Diese Adelsgeschlechter nahmen meist den Namen des Ortes als ihren persönlichen Namen an, in dem sie ansässig waren. Die Reußen in Gera waren erst ab dem 12. Jahrhundert hier angesiedelt.
531 Das Königreich Thüringen
as Königreich Thüringen existierte bis zur Zerschlagung durch die Franken und Sachsen im Jahre 531. Infolge des Abzugs der Hunnen im Jahre 452 konnten die Thüringer unter König Bisinus die Herrschaft über ein ausgedehntes Gebiet übernehmen. Das Reich erstreckte sich vermutlich nach Süden über den Main hinaus und möglicherweise fast bis zur Donau. Bisinus residierte in der Bisinesburg (Bösenburg). Wahrscheinlich war er mit Fisud identisch, der seine Tochter Radegund mit dem Langobardenkönig Wacho verheiratete. Nach dem Tod Bisinus' regierten seine Söhne Balderich, Herminafried und Berthachar, von denen Berthachar früh von Herminafried ermordet wurde. Schließlich blieb nur noch Herminafried als eigenständiger König übrig. Herminafried (Ermanfried, Hermenefred) heiratete die Gotin Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich der Große. Beim Tod Theoderichs 526 verlor das thüringische Reich den gotischen Schutz, sodass es für Franken nicht mehr schwer war, die Thüringer anzugreifen. 531 war das Ende des Reiches gekommen. In der Schlacht an der Unstrut besiegten die merowingischen Franken unter den Königsbrüdern Chlothar I. und Theuderich I. die Thüringer. Ob die Sachsen in dieser Auseinandersetzung mit den Franken verbündet waren, ist in der modernen Forschung umstritten. Durch Flucht, Deportation und Mord (Herminafried 534 in Zülpich) fand die thüringische Königsfamilie ihr Ende. Die letzte Angehörige des Königshauses, Radegundis, starb 587 im fränkischen Exil und wurde später heilig gesprochen. Das Reich wurde zerschlagen und unter den Siegern aufgeteilt.
590 Siedlungen an der Elbe
achdem die östlich der Saale siedelnden germanischen Stämme das Gebiet im Zuge der Völkerwanderung zum Ende des 6. Jahrhunderts verlassen hatten, wurde das Elbe-Saale-Gebiet im 7. und 8. Jahrhundert vom westslaeischen Stamm der Sorben in Besitz genommen. Die slawische Landnahme erfolgte von Norden her und ging dann Elsteraufwärts vor sich. Ackerbau und Viehzucht waren schon zu dieser Zeit die Lebensgrundlagen der slawischen Wirtschaft. Nachteilig für sie waren allerdings die Wetterbedingungen, während in der Mittelmeergegend beinahe ganzjährig Landwirtschaft betrieben werden konnte, mussten sich diese Siedler für den Winter bevorraten. Da hatte oft Mangelerscheinungen zur Folge, denn auf frisches Gemüse musste verzichtet werden, wenn der Winter Einzug gehalten hatte. Auch die Lebenserwartung für die Menschen des frühen Mittelalters war mit etwa 35-38 Jahren im Durchschnitt nicht sehr hoch.

600 Erste Sippendörfer
m das Jahr 600 nach Christus bildeten die Sorben Sippendörfer auf den zuvor von den Kelten und Germanen besiedelten Landstrichen in der Nähe der Elsterausen. Dort entstanden im hohen Mittelalter, nach 1000, unter anderem die Orte Thränitz, Collis und Stern. 

628 Fränkisch-Sächsische Herrschaft in Thüringen
n den Jahren von 628 bis 632 verwaltete der fränkische König Dagobert die Gebiete Ostfranken und Thüringen. Mehr als drei Jahrhunderte sollte es da noch dauern, bis man auch in Ostthüringen so zahlreich Menschen siedelten, dass es zu Städtegründungen kommen konnte.
630 Die älteste Thüringer Ortserwähnung
as merowingische Herzogtum Thüringen entstand. Um 630 errichteten die Merowinger in Thüringen ein Herzogtum und setzen als Herzog den Franken Radulf ein. Über ihn und seine Nachfolger Heden I. und Heden II. ist fast nichts bekannt. Heden II. schenkte 704 seinen Hof Arnstadt dem Bischof Willibrord - es ist die älteste urkundliche Erwähnung eines Ortsnamens im Thüringer Gebiet. Unklar ist allerdings noch, ob es sich bei Radulf um einen Herzog Hruodi handelt, der etwa gleichzeitig in der Würzburger Gegend herrschte. Das Herzogtum bestand bis ins späte 7. Jahrhundert.
639 Ein Dux für Thüringen
m Jahr 639 wurde der Franke Radulf von Dagobert als Dux in Thüringen eingesetzt. Der Dux (lateinisch "Anführer" von ducere "führen", eigentlich "ziehen"; Plural Duces) entstand im Römischen Reich und war der Amtstitel für die Befehlshaber der Grenztruppen (Limitanei). Der "Limes" wiederum war der römische Grenzwall. Wichtigste Aufgabe des Dux war die Sicherung einer oder, seltener, mehrerer Provinzen nach außen und innen, zum Beispiel militärisches Vorgehen gegen christliche Häretiker oder Heiden.

642 Radulf von Thüringen
adulf, verstorben nach dem Jahr nach 642, war ein von den Merowingern eingesetzter Herzog von Thüringen.
Anfang der 630er Jahre (vor 634) setzte der Frankenkönig Dagobert I. Radulf als Herzog von Thüringen ein, das Anfang des 6. Jahrhunderts ein eigenes Königreich gewesen war, 531 aber von den Franken besiegt und erobert worden war. Radulf sollte nun als Herzog vor allem die Grenzsicherung gegen die slawischen Stämme der Nachbarschaft übernehmen, die sich um 623/624 unter Samo zusammengeschlossen hatten und den Franken im Jahr 631 eine Niederlage in der Schlacht bei Wogastisburg beibrachten. Tatsächlich gelang Radulf ein Sieg gegen die Slawen. Nach dem Tod Dagoberts (639) und Pippins (640) brach der schwelende Konflikt zwischen den Pippiniden und Radulf offen aus. Im Zuge dessen zog Dux Adalgisel mit Grimoald, Kunibert von Köln, den Söhnen Arnulfs von Metz, dem Herzog Bobo, dem Alamannenherzog Leuthari sowie König Sigibert (dem damals noch unmündigen Sohn Dagoberts) gegen Radulf, der mit dem agilolfingischen Herzog Fara verbündet war. Fara, der im Gebiet der Wetterau oder im Raum Aschaffenburg herrschte, wurde besiegt, doch Radulf verschanzte sich an der Unstrut und konnte vom fränkischen Heer nicht besiegt werden. Dies lag offenbar auch daran, dass Radulf im königlichen Heer Freunde hatte und der Angriff nicht von allen Truppen ausgeführt wurde. Unter den Freunden Radulfs waren etwa die Mainzer (Macancinses). Über die weitere Herrschaft Radulfs und ihre Dauer ist nichts bekannt, Radulf scheint seine weitgehend selbständige Position behauptet zu haben; sie ist auch ein Symptom für den beginnenden Machtverfall der späten Merowinger, die zum Aufstieg der Karolinger im Frankenreich geführt hat. Radulf schloss nach dem Krieg gegen die Pippiniden offenbar Frieden mit den Slawen und benachbarten Völkern.

700 Entstehung des Geraer Siedlungsnetzes
n der Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts nahm der westslawische Stamm der Sorben das Elster- Saale- Gebiet in Besitz. Mit der Entstehung des deutschen Staates begann 928 / 929 die Expansion nach Osten. In deren Verlauf wurden dann fast alle slawischen Stämme militärisch geschlagen. In Gera selbst vollzog sich die Besiedelung durch die Franken relativ friedlich, da sie die Slawen nicht überwältigen und unterdrücken wollten, sondern sich für ihre Missionierung zum christlichen Glauben einsetzten. Daraufhin überzogen deutsche Herren das Land östlich der Saale mit Burgwarden wie zum Beispiel Weida, Ronneburg und Osterstein. Burgwarden waren befestigte Höhensiedlungen mit Wall und Graben, die meist ein politisches Zentrum darstellten. Doch sie wurden nicht überall gebaut. Gunstfaktoren für den Burgwardenbau waren immer das Vorhandensein eines Bauernhofes und von fruchtbarem Boden sowie die Nähe zu Gewässern wie die Elster oder der Gessenbach. Es entstanden allerdings nicht nur Burgwarden, sondern auch Rittergüter, welche von den gleichen Faktoren begünstigt wurden. Diese überwogen jedoch im ländlichen Raum Geras. Beispiele für Rittergüter wurden Zwötzen, Liebschwitz, Ernsee, Frankenthal und Kauern. Die Entscheidung in der Landbesiedlung hatte der sogenannte Lokator. Dieser teilte den Bauern das Land zu. Einzelne Höfe wurden längs der Straße oder eines Baches aneinandergereiht. Felder schlossen sich in breiten Streifen an Wohngebäude und Stallungen an. Einen über die ganze Flur verstreuten Besitz gab es nicht. So erhielten die Siedlungen in den Ostgebieten die charakteristische Form des kilometerlangen Straßendorfes. Derartige Dörfer, die auch Reihendörfer genannt wurden, waren typische deutsche Dörfer und befanden sich hauptsächlich an Handelswegen.
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01.05.704 Hedan II. in Thüringen
edan (oder Heden) II. war am Anfang des 8. Jahrhunderts Herzog des erneuerten thüringischen Stammesherzogtums bis zu dessen Auflösung durch die pippinisch-karolingischen Hausmeier um 719. Er war ein Sohn von Herzog Gozbert, unter dem der Heilige Kilian starb. Hedan war selbst Franke und hatte seinen Sitz in Würzburg. Hedan II. herrschte ab frühestens 689. Offenbar herrschte er anfangs nur im Mainfränkischen und verdrängte dann die Dynastie Radulfs, um das Würzburger Herzogtum mit dem altthüringischen zu vereinigen. Um 700 erbaute er eine Herzogspfalz mit Kirche in Fulda. Von Bedeutung ist Hedan vor allem, da unter seiner Herrschaft die Missionierung der Thüringer durch Bonifatius begann, der auch 742 das Bistum Erfurt gründete. Eine in Würzburg ausgestellte Schenkungsurkunde des Herzogs vom 1. Mai 704 an Bischof Willibrord nennt erstmals Ortsnamen im heutigen Thüringen: Arnstadt (Arnestati), Mühlberg (Mulenberge) und Großmonra (Monhore).

15.05.719 Bonifatius wurde Missionar
n diesem Tag ernannte Papst Gregor II. (Name unbekannt aber er war der Sohn des Marcellus aus der Familie Savelli und Papst von 715-731,) den angelsächsischen Mönch Wynfreth unter dem Namen Bonifatius zum Missionar für die Germanen. Dieser Mönch brach darauf hin auf, um die heidnischen Germanen zum christlichen Glauben zu missionieren. Auf seiner Reise kam er auch ins spätere Thüringen. Dort wo die Städte Erfurt im Westen und Gera im Osten entstanden. Und vom frühen Mittelalter (500-1000) aus, beginnt hier die Zeitreise durch die wechselvolle Geschichte der Stadt. Von der Missionierung zum Christentum, hin zum ersten Hüttenbau und der Besiedelung des Landstrichs. Es folgen die schrecklichen Zeiten der Pest im hohen Mittelalter (1000-1300) und der Weg zur späteren reußischen Residenzstadt. Die geschichtliche Reise geht weiter bis hin zur Industrialisierung durch die Geraer Wirtschaftspioniere und der wirtschaftsunsinnigen Planwirtschaft und daraus resultierenden Mangelwirtschaft in der DDR bis zur politischen Wende und der Moderne.
725 Bonifatius in Thüringen
hüringen ist wesentlich älter als die Stadt Gera, über die wir in der Chronik berichten wollen. Auch schon gut 400 Jahre vor den meisten Stadtgründungen wurde das Land vielfältig bereist.
Zusatzinformationen
741 Eine Gebietsteilung
m Jahr 741 erfolgte die Teilung des Frankenreiches (Regnum Frankorum). Thüringen fiel damit an Karl Martells Sohn Karlmann. Von Mainz, (etwa 12 vor Christus gegründet), Fulda (um 740 begann die Entwicklung des Ortes) und Hersfeld (um 736 als Einsiedelei errichtet) aus wurde Thüringen zu dieser Zeit christianisiert. Die römische Kirche war bestrebt ihr Einflussgebiet stetig zu erweitern und immer neue Siedlungsräume für sich zu erschließen.
741 Missionierungen in Thüringen
n den Jahren von 741/42 erfolgte in Thüringen die Gründung des Bistums Erfurt durch Bonifatius (um 675 bis 754). Er war als Missionar ins Thüringische gesandt worden, um im Namen des Papstes Gregor II. den christlichen Glauben dorthin zu tragen und die heidnischen Menschen zur "richtigen" Religion zu bekehren. In den Jahren 754/55 kam es dann zur Eingliederung des Bistums Erfurt in das Erzbistum Mainz.
750 Besiedelungsbemühungen an der Elster
ls Folgen der Völkerwanderung wurde das fast völlig entvölkerte Gebiet wo Gera entstehen sollte zunächst von Sorben entdeckt. Im 8. Jahrhundert war das Gebiet an der Elster von Sorben in Besitz genommen worden. Daher waren auch einige Orte in der Geraer Nähe sorbischen Ursprungs.
777 Missionierungen
uf dem Reichstag zu Paderborn wird unter dem Vorsitz von Karl dem Großen die Missionierung des eroberten sächsischen Gebietes besprochen. Dem Bischof von Chalons sur Marne wird dabei das Gebiet von Osterwieck und Halberstadt als Missionsgebiet übertragen, während dem Abt von Hersfeld das Mansfelder und Quedlinburger Gebiet anvertraut wird.
782 Siedlungsbemühungen in der Geraer Gegend
ut 200 Jahre vor der Ersterwähnung Geras gab es hier schon Siedlungsbemühungen. Einhard berichtete, dass Karl der Große (747-814) die Saale als Grenze zwischen Thüringen und Sorben von seinem Vater übernommen hatte. Eine andere zeitgenössige Quelle, die "Annales regni Francorum", gab für das Jahr 782 als Siedlungssitz der Sorben ein durch Elbe und Saale getrenntes Gebiet an. Eine Auswertung späterer Bodenfunde belegte dann die slawische Besiedlung im Geraer Gebiet (Tinz, Häselburg) seit dem 8. Jahrhundert. Die stärkste Besiedlungsdichte fiel allerdings erst in das 10. bis 12. Jahrhundert (Tinz, Langenberg, Roschütz, Röpsen Speitewitz "Speutewitz", Untermhaus, Häselburg, alter Schützenplatz hinter der Wasserkunst und der Osterstein.)

800 Der Karolinger und Thüringen
m das Jahr 800 begann man mit der Aufzeichnung der "Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum". Das geschah auf Anweisung Karls des Großen, der am Weihnachtstag des Jahres 800 in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt wurde. Er nannte sich darauf hin Karolus Magnus Imperator Romanum. Karls voller Titel ab 800 lautete: Karolus serenissimus Augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam dei rex Francorum atque Langobardorum (frei übersetzt: „Karl, durchlauchter Augustus, von Gott gekrönter, großer Frieden stiftender Kaiser, das römische Reich regierend, von Gottes Gnaden auch König der Franken und Langobarden“).

800 Wo später Thränitz entstand
twa ab dem Jahr 800 wurden durch den Bevölkerungszuwachs auch die umliegenden Seitentälern und Höhen in der Nähe der Elsterauen besiedelt. Später entstanden dort die sogenannten Besitzdörfer wie Thränitz und Collis, die zu dieser frühen Zeit noch sorbischen Adligen gehörten.

843 Der Vertrag von Verdun
ie Teilung des fränkischen Reiches begann im 9. Jahrhundert. Thüringen verblieb zu dieser Zeit beim Ostfränkischen Reich Ludwig des Deutschen. 150 Jahre später folgten die Anfänge der Stadtgründung Geras.
850 Das Schloss Osterstein in seiner Entstehung
as spätere Schloss Osterstein entstand auf dem ausgedehnten Gelände einer jungbronzezeitlichen (etwa 1200 vor Christus) Burgwallanlage, deren Reste noch später südlich der Preußenwiese, einem Friedhof aus der Zeit der napoleonischen Kriege (1806-1815), sichtbar waren. Seit dem Ende des 20. Jahrhundert wurden dort Grabungen durch geführt, welche ergaben, dass sich einst an der Stelle des Osterstein seit der Mitte des 9. Jahrhunderts eine befestigte slawische Burganlage als Zentrum eines slawischen Burgbezirkes befand. Diese frühmittelalterliche Burg erhob sich auf einem nach Nordosten gerichteten, nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn des Hainberges. Ein tiefer Graben bot der Burg in Richtung Süden ausreichend Schutz in dieser Zeit. Die Besiedelung Thüringens hatte zu dieser Zeit eingesetzt.
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01.08.873 Thakulf Herzog von Thüringen verstorben
hakulf, geboren vor 837, war der erste nachweisbare Markgraf der Sorbenmark. In einem Brief des Abtes Hatto I. von Fulda (842–856) an Papst Leo IV. wurde er als Herzog der Thüringer betitelt. Zum ersten Mal trat Thakulf in einer Fuldaer Schenkungsurkunde im Jahre 837 als Zeuge auf. Im Jahr 848 schenkt er selbst dem Kloster Fulda aus seinem Eigenbesitz “provinciola Sarowe sita juxta Boemiam”, womit wahrscheinlich der Raum Saara und Schmölln, später Vororte von Gera, im südlichen Pleißengau gemeint ist. Diese Besitzung ging dem Kloster Fulda jedoch wieder verloren, vielleicht in den Jahren nach 880 bzw. 892, als die Struktur der Sorbenmark erschüttert wurde. Die Fuldaer Annalen vermelden, dass er 855 versuchte, die Daleminzen zu unterwerfen. Im Jahr 858 führt er einen Feldzug gegen die Sorben. Ratolf wurde 874 sein Nachfolger.

878 Poppo von Thüringen
oppo von Thüringen wurde von 878/880 bis 906 als Graf im Volkfeld bezeugt. Er war von 880 bis 892 Markgraf der Sorbenmark und wurde bei seiner Absetzung 892 als „dux Thuringorum“, Herzog der Thüringer, bezeichnet. Er war der jüngere Sohn des Grafen Poppo (I.) im Saalgau und der Bruder des princeps militiae und dux Austrasiorum Heinrich, des Heerführers Kaiser Karls III. und damit einer der wichtigsten Angehörigen der Familie der älteren oder fränkischen Babenberger, die eine der wesentlichen Stützen Karls des Dicken war und damit im Gegensatz zu Karls Nachfolger Arnulf von Kärnten. Im Jahre 880 – nachdem sein Bruder Heinrich in den Dienst des Königs getreten war – wurde er nach einem Sieg über die Sorben als comes et dux Sorabici limes erwähnt (Annales Fuldenses), als Graf und Herzog der Sorbenmark, als der er von Karl dem Dicken eingesetzt worden war. Er hatte sich mit dem Grafen Egino um die Herrschaft in Thüringen auseinanderzusetzen, einen Kampf, den er zwar verlor, was ihn aber – vermutlich aufgrund des Eingreifens Karls des Dicken, auf jeden Fall aber, weil Egino sich ab 885 als Graf im Badanachgau anderen Aufgaben widmete – nicht seine Stellung dort kostete. Im Jahr 892 wurde er von Karls Nachfolger Arnulf von Kärnten wegen Untreue angeklagt (Hauptanklagepunkt war der gescheiterte Slawenfeldzug Bischof Arns) und deshalb von seinen Aufgaben in Thüringen entbunden (und dabei von Regino von Prüm als dux Thuringorum bezeichnet). Arnulf nutzte die Gelegenheit, in Thüringen seinen Verwandten und Verbündeten, den Konradiner Konrad der Ältere zu installieren, was einer seiner Schritte zur Entmachtung der Babenberger war und mittelbar die Babenberger Fehde (902–906) auslöste, an der sich Poppo jedoch offenbar nicht beteiligte. Die im Zusammenhang mit dem Prozess konfiszierten Güter erhielt Poppo im Jahr 899 zurück. Im Jahr 903 wurde er als Markgraf im bayerischen Nordgau genannt, 906 als Graf im Volkfeld. Er hatte die zwei nachweisbaren Söhne Adalbert, 898/915 Graf im Grabfeld und Poppo (III.), verstorben im Jahre 945, Graf im Grabfeld und Tullifeld, sowie vermutlich eine Tochter, die einen Graf Wilhelm heiratete, wohl Wilhelm I. von Weimar Orlamünde.

27.02.906 Konrad der Ältere verstorben
onrad der Ältere, verstorben bei Fritzlar, aus dem Haus der Konradiner war ein Sohn des Grafen Udo im Lahngau (um 830–879) und der Vater des späteren deutschen Königs Konrad I. Konrad wird als nepos (Neffe, Enkel, Nachkomme) des Königs Arnulf bezeichnet, der mit Oda, einer Verwandten Konrads, verheiratet war.
Konrad war 886 Graf im Oberlahngau, Graf im Wormsgau, ab 897 Graf im Hessengau, 903 Graf im Gotzfeldgau und 905 Graf in der Wetterau. Nachdem Arnulf den fränkischen Babenberger Markgrafen Poppo von Thüringen gestürzt hatte, wurde Konrad 892 als Verwandter der Königin mit der Nachfolge Poppos betraut. Gleichzeitig wurde Konrads Bruder Rudolf zum Bischof von Würzburg ernannt, womit die Konradiner einen beherrschenden Einfluss nicht nur in Hessen, sondern nun auch in Thüringen und Mainfranken gewannen. Als Arnulf Ende 899 starb und kurz darauf sein siebenjähriger Sohn Ludwig das Kind, der Sohn Odas, zum König gewählt wurde, gewannen Konrad und seine Familie erheblichen Einfluss auf die Reichspolitik. Konrad konnte sich allerdings in Thüringen gegen die mächtiger werdenden Liudolfinger nicht behaupten, und diese Markgrafschaft ging daher bereits vor 903 wieder verloren. Dafür wuchs der Familie mit dem Titel eines dux regni Lothringens für Konrads Bruder Gebhard weitere Macht zu. Konrad stand ab 902 in einer blutigen Fehde mit den Babenbergern, in der er 906 bei Fritzlar den Tod fand. Dies führte sehr schnell die Gefangenschaft und Hinrichtung des letzten Babenbergers, Adalbert, herbei. Konrad wurde in der Martinskirche in Weilburg beerdigt. Der Tod Konrads des Älteren und das Ende der Babenberger machte den Weg frei für Konrads Sohn, Konrad den Jüngeren, der dann mit dem Titel dux (Herzog) in Main- und Rheinfranken herrschte und 911 zum König des Ostfränkischen Reichs gewählt wurde.

908 Kampf gegen die Ungarn
er letzte fränkische Markgraf von Thüringen namens Burchard fiel im Kampf gegen die Ungarn. Zu dieser zeit waren die Ungarn einer der erbittertsten Gegner in der neuen Thüringer Gegend.
03.08.908 Burchard von Thüringen verstorben
urchard war ein Graf der sorbischen Mark sowie Markgraf und Herzog der Thüringer an der Wende des 9. zum 10. Jahrhundert. Seine familiäre Herkunft ist unklar; möglicherweise war er ein Nachkomme jenes Burchard, der laut einer Urkunde König Ludwigs des Deutschen aus dem Jahr 858 als Graf in Sachsen amtierte. Dieser Burchard dürfte mit jenem identisch gewesen sein, der 857 und 866 als Zeuge der Urkunden des Grabfeldgaugrafen Christian auftrat. Anhand des häufig auftretenden Leitnamens kann eine Herkunft der im thüringischen Raum auftretenden Burcharde von einem Burchardus comitem stabuli des Kaisers Karl dem Großen konstruiert, quellennmäßig aber nicht untermauert werden. Burchard wurde 892 zum „Herzog der Thüringer“ in der sorbischen Mark ernannt, nachdem dort in diesem Jahr zuerst Poppo (Babenberger) und der ihm nur kurzzeitig nachfolgende Konrad der Ältere (Konradiner) abgesetzt worden waren. Wohl etwas später brachte er auch den Husitingau an sich. Er trat in der Folge in einigen Urkunden König Ludwigs des Kindes als Zeuge auf, darunter auch mit dem Titel „Markgraf der Thüringer“. Zusammen mit dem Bischof Rudolf von Würzburg und dem Badanachgaugrafen Egino fiel Burchard am 3. August 908 an der Spitze eines Heeres im Kampf gegen die in Thüringen eingefallenen Ungarn. Er hatte zwei Söhne, Burchard und Bardo, von denen einer mit dem späteren König Konrad I. verschwägert war und die beide 913 von dem Sachsenherzog Heinrich aus Thüringen vertrieben wurden. Der thüringische Markenherzog Burchard ist ein Diskussionspunkt ob der Herkunft des deutschen Uradelsgeschlechts der Wettiner. In Erweiterung der Genealogie des Hauses Wettin von Otto Posse aus dem Jahr 1897 wird Burchard über einen seiner beiden Söhne als Großvater des Hassegaugrafen Dedi (Téti) angenommen, der laut Posse wiederum der Vater des Dietrich (Thiedrico), des ersten bekannten Wettiners, gewesen wäre. Als Indiz für diese Theorie spricht, dass sowohl Dietrich als auch dessen Sohn Dedo in einer zeitgenössischen Chronik als dem Stamm der oder des „Buzici“ zugerechnet werden. Der ansonsten nicht näher erläuterte Stammname „Buzici“ wird dabei als eine Variation des Leitnamens Burchard interpretiert, der sich letztlich bis auf den Gefolgsmann Karls des Großen zurückverfolgen ließe. Allerdings ist nach gleicher Argumentation ebenso eine Abkunft der Wettiner von dem schwäbischen Herzogsgeschlecht der Burchardinger möglich.

919 Unter sächsischer Hoheit
hüringen wurde nach den Aussterben der Karolinger von König Heinrich I. unter sächsische Oberhoheit gebracht. Die große Zeit der karolingischen Herrschaft begann mit Karl I., dem Großen (747/748 bis 814), welcher von 768 bis zu seinem Tod an der Macht war. Ab dem Jahr 800 als römischer Kaiser.
920 Die ersten Deutschen
n einer Urkunde aus dem Jahr 920 war erstmals ein Begriff zu ersehen, welcher auf den Deutschen an sich offiziell hinwies. Die "Regnum Teutonicum" (Königreich der Deutschen) führte für das beginnende 10. Jahrhundert fünf verschiedene Stämme auf.
16.09.929 Otto der Große heiratete
tto I, (der Große genannt) war der Begründer der ottonischen Kaiserdynastie 962. Geboren wurde er am 23.11. 912 und er verstarb am 07.05. 973. Im September 929 erklärte sein Vater Heinrich I. in einer Urkunde an seine Gemahlin in der sogenannten "Hausordnung", seinen Sohn Otto zum alleinigen Erben des Königstitels zu machen. Otto heiratete mit Editha die Schwester des angelsächsischen Königs Aethelstan. Sein Enkel und späterer Kaisernachfolger Otto III. wurde durch eine Landschenkung an seine Schwester der Begründer Geras.
933 Eine entscheidende Schlacht
n der Schlacht bei Riade kämpfte am 15. März 933 ein Aufgebot unter Befehl König Heinrich I. gegen ein größeres Heer von Magyaren (Ungarn). Überliefert ist die Schlacht in erster Linie durch einen Bericht des sächsischen Geschichtsschreibers Widukind von Corvey. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurde das Ostfränkische Reich mehrfach von Beutezügen des ungarischen Reitervolks heimgesucht. Die Ungarn wollten nicht erobern, sie fielen blitzartig ins Land ein, raubten und brandschatzten und verschwanden wieder. Manche Unternehmungen führten sie tief nach Süddeutschland, nach Oberitalien und sogar nach Lothringen. Als besonders exponiert erwies sich das sächsische Herzogtum, das sich über Gebiete des heutigen Niedersachsens, Schleswig-Holsteins, Sachsen-Anhalts und Thüringens sowie den Norden Hessens erstreckte. 926 gelang es in der Nähe der Pfalz Werla, den ungarischen Fürsten Zoltán gefangenzunehmen. Im Gegenzug für dessen Freilassung handelte der König und sächsische Herzog Heinrich I. einen neunjährigen Waffenstillstand aus, allerdings musste den Ungarn zudem ein jährlicher Tribut gezahlt werden.
936 Grafschaftsgründungen
önig Otto I. begründete die Marktgrafschaften im Elbe- und im Oderraum, welche dann zum Ausgangspunkt der Ostsiedlungen wurden. Die Erschließung dieser Landschaften legte den Grundstein für die Siedlungstätigkeit in Thüringen und das Entstehen der mitteldeutschen Städte.
936 Gründung eines Klosters
ie Schwester von Otto III., welcher als der Gründer von Gera angesehen werden kann, war Äbtissin des Klosters in Quedlinburg und hatte den Thüringer Landstrich per Schenkung von ihrem Bruder erhalten. 936 hatte die Mutter von Otto I. (Großvater von Otto III.) das Frauenkloster in Quedlinburg, nahe der Pfalz, gegründet.
07.08.936 Otto I. wurde König
tto I. war der Großvater von Kaiser Otto III. und begründete 962 die ottonische Kaiserdynastie. An diesem Tag wurde er in Aachen zum deutschen König gekrönt, nachdem sein Vater Heinrich I. am 2. Juli 936 verstorben war. Sein Enkelsohn wurde durch eine Landschenkung an seine Schwester Adelheid, einer Äbtissin, indirekt der Gründer der Stadt Gera im März 995. Otto III. verstarb mit nur 21 Jahren Anno 1002, nachdem er König und Kaiser geworden war, einst entführt wurde, nacheinander 996 und 999 zweimal einen Papst ernannte und versucht hatte dem untergegangenen römischen Reich zu neuem Glanz zu verhelfen. 
937 Otto gründete ein Kloster
önig Otto I. der Große, (912-973) gründete in diesem Jahr ein Kloster. Otto I. war 929 von seinem Vater Heinrich I. zum alleinigen Thronerben gemacht worden. Der Großvater von Otto III., dem Gründer Geras, gründete in Magdeburg das Mauritiuskloster.
951 Die zweite Hochzeit Otto I.
tto I., der Große war zuvor mit Edgitha (910-1946) verheiratet, welche noch jung an Jahren unerwartet verstarb. Nach dem Tod von Lothar I im Jahr 950, dem König von Italien, erreichte ihn ein Hilferuf von dessen Witwe, welche gefangen gehalten wurde. Er befreite Adelheid von Burgund aus ihrer misslichen Lage und heiratete sie im Jahr 951. Otto I., geboren 912 verstarb im Jahr 973. Adelheid von Burgund, geboren um 930/931 verstarb hoch betagt im Jahr 999. 
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05.961 Otto II. wurde gekrönt
or seinem bevorstehenden Italienfeldzug ließ der Deutsche König Otto I. seinen Sohn und alleinigen Thronerben Otto II. zum König krönen. Damit sicherte der Begründer der ottonischen Kaiserdynastie (ab 962) die Thronnachfolge im Reich, welche nach dem frühen Tod von Otto II. im Jahr 983 von dessen Sohn Otto III weiter geführt wurde.
25.12.967 Otto II. wurde Kaiser
n diesem Tag wurde Otto II (955-983)., der zwölfjährige Sohn von Kaiser Otto I. (912-973) gegen den Brauch in Rom zum Kaiser gekrönt. Das war für diese Zeit sehr ungewöhnlich, da solch eine Zeremonie erst nach dem Tod des Herrschers zu erfolgen hatte und nicht, wie in diesem außergewöhnlichen Fall, noch zu dessen Lebzeiten.
968 Bistumsgründung
er seit der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld (10.06.955) nunmehr Kaiser genannte Otto I. gründete das Erzbistum Magdeburg, welches zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte der beginnenden deutschen Ostsiedlung wurde. Der Weg Geras zur Stadt nahm seinen Ausgangspunkt in diesem Bistum drei Jahrzehnte später. (Otto I. wurde erst 962 in Rom offiziell von Papst Johannis XII. zum Kaiser ernannt.) Johannis XII. (bürgerlicher Name Oktavio von Spoleto und einziger jugendlicher Pontifex) geb. um 937 gest. 964 war Papst von 955 bis zu seiner Absetzung 963.
968 Das Erzbistum Magdeburg
aiser Otto I. gründete in diesem Jahr das Erzbistum Magdeburg, welches zum wichtigsten Ausgangspunkt der deutschen Ostsiedlung wurde. Auch die Bistümer Meißen, Merseburg und Zeitz wurde zu dieser Zeit zur Bekehrung der Slawen gegründet. Das war sehr entscheidend für die Gründung Geras, da nun mehr Menschen in der späteren ostthüringer Region siedelten und Ortschaften gründeten.
01.11.970 Boso, der Bischof von Merseburg, verstarb
as Wirken des ersten Merseburger Bischofs Boso (primus ecclesiae pater nostrae), einem Benediktinermönch, erschließt sich in erster Linie über die Informationen des Merseburger Chronisten und späteren Bischofs Thietmar von Merseburg. Boso stammte aus Bayern und begann seine geistliche Laufbahn als Mönch im Kloster St. Emmeram in Regensburg. Von St. Emmeran kam Bischof Boso zur Mission in den ostthüringischen Raum von Zeitz, Altenburg und in die Gegend des späteren Gera, wo er den Slawen slawisch predigte. Er wurde dann erster Bischof von Merseburg (968-970). Viele kleinere Ortschaften in der Gegend von Gera waren slawischen Ursprungs. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse schien Boso besonders erfolgreich bei den Slawen dieses Gebiets missioniert zu haben. Er tat das im Auftrag Kaiser Otto I. Für seine Helfer übersetzte er Anweisungen für den Gottesdienst ins Slawische. Seine genauen Lebensdaten sind unbekannt.

972 Theophanu heiratete Otto II.
m Deutschen Reich kam es zu einer entscheidenden Eheschließung. Die byzantinische Prinzessin Theophanu (geb. um 955-960 - verst. 991) heiratete den späteren Deutsche Kaiser Otto II. Aus der Verbindung ging neben drei Mädchen nur ein Knabe hervor (vermutlich als Zwilling, wo nur ein Kind überlebte), der aber als Kaiser Otto III. seiner älteren Schwester Adelheid einen Landstrich schenkte, auf dem ab 995 Gera (ersterwähnt als Geraha) entstehen sollte. Durch diese Vermählung akzeptierte der byzantinische Kaiser das Ottonische Kaisertum indirekt.
14.04.972 Otto II. ehelichte Theophanu
m 25. Dezember 967 wurde Otto II. in Rom zum Mitkaiser gekrönt. Damit war die Weitergabe des von seinem Vater geschaffenen Imperiums und der Kaiserkrone gesichert. Die Verhandlungen für die Vermählung Ottos II. mit einer byzantinischen Prinzessin begannen 967, doch erst 972 wurde ein Heirats- und Friedensabkommen geschlossen. Die einzige im Purpur geborene Braut, die für den 955 geborenen Otto II. aus Altersgründen in Frage kam, war Anna, die Tochter des Kaisers Romanos' II. Doch fiel die Wahl des Kaisers Johannes Tzimiskes auf seine Nichte Theophanu, die nur eine angeheiratete Nichte eines Soldatenkaisers war. Am 14. April 972 wurde die nicht purpurgeborene Theophanu mit Otto vermählt und zur Kaiserin gekrönt. Dies bedeutete die Anerkennung des westlichen Kaisertums durch Byzanz. Dadurch entspannte sich die Situation in den südlichen Teilen Italiens, ohne dass über eine konkrete Neuordnung der dortigen Verhältnisse etwas bekannt ist. Mit einer Prunkurkunde wies der Mitkaiser seiner Gemahlin die Grafschaften Istrien und Pescara, Walcheren und Wichelen mit der reichen Abtei Nivelles samt 14.000 Hufen, die Königshöfe Boppard am Rhein, Tiel am Waal, Herford, Tilleda und Nordhausen in Sachsen als Mitgift zu.

07.05.973 Nachfolger war Otto II.
ach dem Tod von Otto I. dem Begründer der ottonischen Kaiserdynastie im Jahr 962 wurde sein sohn Otto II. zum römisch-deutschen Kaiser und trat damit die offizielle Nachfolge seines Vaters an. Damit wurde die Ottonische Dynastie weiter geführt und die Ostsiedlung schritt voran. Der Sohn Otto II., Otto III. wurde dann 995 zum Gründer der späteren Stadt Gera. 
974 Die Wünschendorfer Veitskirche
ut 21 Jahre vor der Ersterwähnung Geras wurde im späteren Geraer Vorort Wünschendorf die Veitskirche vom Pfalzgrafen Esicho von Merseburg gegründet. In den nächsten 1.000 Jahren wurde der Sakralbau mehrfach erweitert.
975 Über die ersten Gewalthaber
ohann Christoph Klotz, der ehemalige Prediger von St. Salvator in Gera, schrieb im Jahr 1816 folgende Zeilen zum 10. Jahrhundert, kurz vor der Erstererwähnung des Ortes. "Der erste Gewalthaber in dieser Gegend der seinen Sitz auf der Burg Gleißberg oder Glitzberg (Veitsberg) gehabt, soll entweder schon vom König Heinrich I. aber wenigstens von seinem Sohne Otto, dahin gesetzt worden sein, dessen Name nicht mehr bekannt, aber wohl seine 2 Söhne, die Gebrüder Graf Aribo und Attribo, und Graf Zico oder Gizzo. Sie lebten in der zweiten Hälfte des 10ten Jahrhunderts, hatten aber keine Nachkommen männlichen Geschlechts, sondern eine Tochter Jordana oder Jornanda, welche sich mit einem sächsischen Herrn, Eckbert genannt, vermählte. Dieser nun wird allgemein für den Stammvater der nachherigen Voigte im Voigtland gehalten. Er hatte einen Sohn mit Namen Heinrich und dieser wieder einen gleichen Namens, welche beyde, wenn nicht noch ein dritter, oder wohl gar vierter dazwischen gewesen (welches sehr wahrscheinlich ist), zusammen gegen 150 Jahre in dieser Gegend Sitz müßten gehabt haben."

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976 Altenburg erstmals erwähnt
ltenburg befindet sich fast in der Mitte des Städtedreiecks Leipzig–Chemnitz–Gera. Die Stadt liegt 28 km nordöstlich von Gera, 39 km südlich von Leipzig, 38 km nordwestlich von Chemnitz und 31 km nördlich von Zwickau. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Altenburg im Jahr 976. Vorausgegangen war die Slawenunterwerfung östlich der Elbe-Saale-Linie seit dem Jahr 928 durch Heinrich I. und die Gründung der Markgrafschaft Meißen. Es wird angenommen, dass die slawische Wallanlage auf dem Porphyritfelsen durch deutsche Ritter eingenommen und als Burgward umfunktioniert wurde. Am 1. August 976 schenkte Kaiser Otto II. die Stadt Altenburg dem Bistum Zeitz. Die nächste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1132, als Kaiser Lothar III. die Kaiserpfalz Altenburg nutzte. In der Urkunde wird sie castro Plysn genannt. Die Kaiserpfalz war der Grund, dass aus der Siedlung, die sich unmittelbar bei der Pfalz befand, eine Stadt wurde, die den Namen Altenburg trug. Zudem trug die Reichsstraße Via Imperii dazu bei, dass sich Handwerker und Kaufleute ansiedelten. Neben der Siedlung am Brühl gab es eine weitere Siedlung um den Nikolaikirchturm. Dieses Gebiet kam erst unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu Altenburg.

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980 Der spätere Kaiser Otto III. kommt zur Welt
n diesem Jahr, Historiker gehen von Juni oder Juli aus, erblickte Otto III. das Licht der Welt. Er verschenkte an seine Schwester, einer Äbtissin, das Land, auf dem Gera errichtet wurde. Als er 1002 verstarb, war er erst 21 Jahre alt.
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983 Einer der erssten Slawenaufstände
ie „provincia Gera“ bildete im ausgehenden 10. Jahrhundert einen Teil des slawischen Kleingaues Geraha, welcher wiederum zur Mark Zeitz gehörte. Die Schenkung aus dem Jahr 999 war allerdings nur von geringem praktischem Wert des Stifts, da das Elstertal in den Jahren 983, 1002 und 1030 von Slawenaufständen heimgesucht wurde. Einige der erworbenen Güter gingen an Dritte über und schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts sah man sich im Stift dazu veranlasst, verloren gegangene Güter und Einkünfte in Gera zurückzukaufen. Leider liegen über diese Zeit nur wenige aussagekräftige schriftliche Überlieferungen vor, sodass hier mit Vermutungen datiert und umgegangen werden muss.

07.12.983 Otto II. verstarb in Rom
tto II. verstarb sehr plötzlich und hinterließ seinem zu diesem Zeitpunkt erst dreijährigen Sohn Otto III. ein Königreich in schwieriger politischen Lage. Von allen Seiten drängten die Adligen und Erzbischöfe an die Macht. Die Mutter Ottos III. erhielt den späteren Machtanspruch ihres Sohnes aufrecht und ermöglichte ihm, mit der Unterstützung des sächsischen Herzogs Bernhard, in der Zusammenarbeit mit der Großmutter Ottos III., Adelheid, die Regentschaft bei Erreichen der Volljährigkeit. Ohne Otto III. hätte es Gera so nicht gegeben.
985 Die Vorherrschaft in Thüringen
ie Belehnung des Grafen Ekkehard I. mit der Markgrafschaft Meißen erfolgte in diesem Jahr. Der Markgraf rang mit dem Grafen Wilhelm II. von Weimar-Orlamünde dabei um die Vorherrschaft in Thüringen. 10 Jahre danach wurde in Ostthüringen Gera zum ersten Mal erwähnt.
990 Die erste Mühle
as Jahr 990 steht hier für das Ende des 10. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der die Ersterwähnung des künftigen Landstrichs Gera fiel. Bäuerlich bewohnt war die Gegend schon, als Otto III. diesen Teil Thüringens seiner Schwester Adelheid überließ. Die erste Mühle soll es im 10. Jahrhundert dort schon gegeben haben. Die später als Hausmühle bekannte Mühle hieß da aber noch Niedermühle.
15.06.991 Theophnu verstorben
heophanu war die Gemahlin von Kaiser Otto II. und Mutter von Kaiser Otto III. in der Ottonendynastie im Heiligen Römischen Reich des 10 Jahrhunderts. Geboren wurde sie zwischen 955 und 960. Sie entstamtte dem byzantinischen Adel war aber keine "Purpurgeborene" (Kind Herrschender). Aus ihrer Ehe mit Kaiser Ott II. gingen die Kinder Adelheid (Äbtissin von Quedlinburg), Sophia (Äbtissin von Gandersheim und Essen), Mathilde (spätere Ehefrau von Pfalzgraf Ezzo) und Kaiser Otto III (vermutlich als Zwilling, die Schwester verstarb). Als Otto III. an der Macht war, verschenkte er seiner Schwester Adelheid den Landstrich, auf dem Gera entstehen sollte. Ohne die byzantinische Prinzessin Theophanu und ihre Kinder hätte es Gera so nicht gegeben.
31.03.995 Ersterwähnung des Namens Gera als Geraha
n einer Schenkungsurkunde des Königs Otto III,  welcher der Kirche zu Zeitz das Land Ponzouua (im heutigen Kreis Zeitz) mit Crossen übereignet, wird im Zusammenhang mit einer angefügten Grenzbeschreibung erstmals der Name Gera erwähnt.  Nach neuesten Untersuchungen wurde ermittelt, dass dieser Zusatz mit großer Wahrscheinlichkeit der königlichen Kanzlei zuzuordnen ist und damit zeitgleich mit der Ausstellung der Urkunde erfolgte. Somit kann die Urkunde aus dem Jahr 995 nach Christus als erste sicher datierbare Erwähnung des Namens Gera angesehen werden.
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21.06.996 Otto III. wurde Kaiser
m Jahr zuvor hatte Otto III. seiner Schwester Adelheid den Landstrich verschenkt, auf dem Gera einst entstehen sollte. Der mündig gewordene Otto III. (980-1002) wurde an diesem Tag von Papst Gregor V. in Rom zum Kaiser gegrönt. Papst Gregor V. war ein Urenkel von Kaiser Otto I., dem Großen, und der erste Deutsche auf dem heiligen Stuhl in der ewigen Stadt Rom. Otto III. selbst hatte ihn als Papst durchgesetzt, im Alter von gerade einmal 15 Jahren, und zeigte sich darauf bedacht, das ottonisch-salische Reichskirchensystem auch auf das Verhältnis Papst-Kaiser zu übertragen.
997 Der Berater von Otto III.
eit 997 war Gerbert von Aurillac persönlicher Lehrer und politischer Berater des deutschen Kaisers Otto III. (980-1002, Kaiser seit 996), der ihn 998 zum Erzbischof von Ravenna und schließlich 999 zum ersten französischen Papst (999 - 1003) machte. Otto III. war dadurch, dass er einen thüringer Landstrich an seine Schwester Adelheid verschenkte so etwas wie der Gründervater Geras. Als Papst Silvester II. konnte Gerbert von Aurillac die Politik Ottos aktiv und nachhaltig unterstützen (Renovatio imperii Romanorum). Das große Ziel des Papstes bestand darin, unter dem Schutz Ottos wieder Frieden in der unruhigen Zeit herstellen zu können. Allerdings konnte der dieses Vorhaben nicht verwirklichen, da er nach einer Erhebung des römischen Adels im Jahr 1001 die Stadt verlassen musste. Gerbert von Aurillac galt als einer der gelehrtesten Päste seiner Zeit. Geboren wurde er in Aquitanien am 2 April 950 und er verstarb in Rom am 12. Mai 1003. Er überlebte den Jungen Kaiser um ein Jahr.
999 Der älteste Geraer Siedlungsplatz
uf dem späteren Grundstück des ehemaligen Quedlinburgischen Klosterhofes, seit dem Jahr 999, auf dem später das „Kanzler Limmerschen Erbgericht“ entstand, (dann Schlicksches Anwe­sen) war Geras ältester Siedelplatz zu finden.
02.04.999 Otto III. und sein zweiter Papst
rei Jahre zuvor hatte der Deutsche Kaiser Otto III. (980-1002) Gregor V. zum Papst in Rom gemacht. Nach dessen Tod setzte Otto III. (der indirekte Gründer Geras 995) seinen persönlichen Freund Gerbert von Aurillac (950-1003) als Papst Silvester II. ein. Der noch junge Kaiser plante, Rom zu seiner Residenzstadt auszubauen und lehnte sich in seiner Reichsidee an das antike Vorbild des römischen Reiches (Renovatio Romanorum Imperii) an, welches er nun christlich prägte. Er stieß aber auf beträchtlichen Widerstand in der römischen Aristokratie und der deutschen Fürsten.
26.04.999 Schenkungsurkunde
aiser Otto III schenkt seiner Schwester Adelheid, der Äbtissin des Stifts Quedlinburg, das Land Gera mit allem Zubehör  zur freien Verfügung. Das Gebiet ist rechts der Elster  zu lokalisieren und entspricht in etwa der heutigen Ausdehnung von Gera auf dieser Seite der Elster, einschließlich einiger Dörfer im Osten und Norden der Stadt.
Die lateinisch und die deutsche Version, sowie weitere Details erhalten Sie in den Zusatzinformationen.
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27.04.999 Das Siegel war die Unterschrift
as Monogramm des Kaisers Otto III. auf der Schenkungsurkunde ersetzte des eigentliche Unterschrift. Die Urkunde war nicht mehr mit einem Wachssiegel, sonders mit einer Bleibulle versehen, wie sie Otto III. schon seit 998 für seine Urkunden verwendete. Die damalige Kanzlei hatte diese figürliche Kombination aus den Anfangsbuchstaben des Namens und des Titel vorgezeichnet. Die Bleibulle zeigt auf der einen Seite den Kopf Karl des Großen (747-814, Herrscher von 768-814) und auf der anderen die Roma als weibliches Brustbild mit Schild und Fahnenlanze. Die Siegelunterschrift lautete "Renovatio imperii Romanorum", die erstrebte Erneuerung des untergegangenen Römischen Reiches. Durch den Hinweis auf die Krönung Karls im Jahr 800 zum römischen Kaiser wurde die Symbolkraft Karls mit Rom verbunden. Das westliche Imperium mit den Zentren Rom und Aachen wurde dem östlichen mit Konstantinopel geleichgestellt. Otto III. hatte in seinem vorgezeichneten Schriftzug nur noch den Vollziehungsstrich selbst auszuführen, ob er das aber tatsächlich immer selbst getan hat bleibt grafologisch schwer nachweisbar, da hier eindeutige kennzeichnende Merkmale fehlen und keine Schriftproben des Kaisers als Vergleich herangezogen werden können. Daher bildet das Siegel hier die eigentliche Brglaubigung der Urkunde. Neben dem Monogramm Otto III. befinden sich als weitere Beglaubigungen die Unterfertigungen des verantwortlichen Kanzleibeamten, des Kanzlers Heribert und des Erzbischofs Willegis von Mainz. Seit Otto I. (912-1973) war die oberste Leitung des Kanzleiwesens für das Reich dem Erzbischof von Mainz übertragen.

16.12.999 Adelheid von Burgund verstorben
delheid von Burgund (931-999) war römisch-deutsche Kaiserin von 962-999 und Königin 951-999, Heilige und eine der bedeutendsten Frauengestalten ihrer Zeit und des gesamten 10. Jahrhunderts. Sie war die Großmutter von Otto III., dem Gründer Geras und die Gemahlin von Otto I. Sie verstarb nur 3 Jahre vor ihrem Enkel Otto III., welcher nur 21 Jahre alt wurde, in Selz im Elsass.
Zusatzinformationen
1000 Erste Siedlungen
m 10. und 11. Jahrhundert entwickelten sich in Thüringen die ersten Siedlungstätigkeiten. Die Anzahl der Gründerväter und Gründermütter Geras belief sich auf etwa 500.
1000 Weida bei Gera entstand
m das Jahr 1000 drangen deutsche Siedler in das bis dahin vorwiegend von Slawen bewohnte Gebiet vor. Sie rodeten Wälder und betrieben Feldwirtschaft. Der deutsche Kaiser Otto III. (980-1002) setzte Vögte (Ministeriale) als Verwalter seiner Herrschaftsgebiete ein. Der erste Vogt Erkenbert I. kam nach Veitsberg (Wünschendorf). Sein Sohn Erkenbert II. begann mit dem Bau der Altstadtburg, die etwa am Standort des Freihauses auf dem Wieden gestanden haben soll. In ihrem Schutz entstand ein Marktflecken. Dann baute Vogt Heinrich der I. auf der Anhöhe links der Weida im Zwickel zur Mündung der Auma die spätere Osterburg. Von ihr aus kontrollierte man den Flußübergang der Straßen. Diese Veste wurde dann auch Hauptsitz der Vögte von Weida. 1209 wurde dann die Marktsiedlung auch als Stadt benannt. Der Bergfried kündete in der Neuzeit noch von der Ersterbauung der Burg, die anderen Gebäude wurden 1536 als Renaissanceschloss umgebaut.

Das 11. Jahrhundert
1001 Verschenkte Gebiete
ie Jahreszahl 1001 ist hier keine genaue Datierung, sondern soll den Beginn des 11. Jahrhunderts markieren. Schenkungen ganzer Landstriche waren zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich und dienten vorrangig der Besiedlung des Reichs- und Hoheitsgebietes. In den Schenkungsurkunden wurden meist auch gar keine Orte und Grenzen genau genannt, sonders diese bildeten sich erst im Laufe der Entstehungsgeschichte der Ortschaften heraus. Aus dieser Entwicklung heraus kann jedoch angenommen werden, dass sich die "provincia Gera - der Gera genannte Landstrich" auf dem rechten Elsterufer zwischen dem späteren Zaufensgraben und dem ebenfalls später entstandenen Brahmental erstreckte. Und auch die Orte Zschochern, Leumnitz, Laasen., Trebnitz, Schwaara, Bieblach und Tinz, allesamt älter als Gera, wurden später in den entstandenen Burgort Gera mit einbezogen.
1002 Slawenaufstände im Elstertal
ie "provincia Gera" bildete im ausgehenden 10. Jahrhundert einen Teil des slawischen Kleingaues Geraha, welcher wiederum zur Mark Zeitz gehörte. Die Schenkung aus dem Jahr 999 war allerdings nur von geringem praktischem Wert des Stifts, da das Elstertal in den Jahren 983, 1002 und 1030 von Slawenaufständen heimgesucht wurde. Einige der erworbenen Güter gingen an Dritte über und schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts sah man sich im Stift dazu veranlasst, verloren gegangene Güter und Einkünfte in Gera zurückzukaufen. Leider liegen über diese Zeit nur wenige aussagekräftige schriftliche Überlieferungen vor, sodass hier mit Vermutungen datiert und umgegangen werden muss.
23.01.1002 Der Gründer Geras verstarb jung
tto III., der Deutsche Kaiser, welcher 995 seiner Schwester Adelheid per Urkunde den Landstrich verschenkte auf dem Gera entstehen sollte, verstarb im Alter von nur 21 Jahren im italienischen Paterno vermutlich an Malaria. Darauf hin brach die kaiserliche Macht über Polen und Ungarn zusammen. Sein Nachfolger Heinrich II. versuchte den danach eintretenden Machtverfall aufzuhalten, was ihm aber nicht gelang. Mit Otto III. und seinem Tod ging das ottonische Reich zugrunde. Erst 1014, nach der Kaiserkrönung Heinrichs II. konnte er die 1002 zerbrochene Macht wieder aufrichten und die byzantinische Expansion aus Süsitalien zu stoppen.
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1003 Gera im 11. Jahrhundert
uch hier dient die Jahreszahl 1003 nicht der genauen Datierung, sondern markiert das beginnende 11. Jahrhundert. Bei der "provincia Gera" handelte es sich zu dieser Zeit noch um einen kleinen Landstrich, der noch vor seiner eigentlichen Besiedlung stand. Kleinere Orte wie Laasen, Trebnitz oder Zschochern wurden später in den Ort Gera mit einbezogen. Von drei Seiten wurde Gera von natürlichen Grenzen eingefasst. Zum einen der Zaufensgraben im Süden, der eine alte Flurgrenze darstellte, welche beinahe geradlinig die Flure von Gera und Leumnitz einerseits und Pforten, Zschippern und Thränitz andererseits trennte. Die auf dem Hainberg westlich der Elster gelegene Burg befand sich auf landgräflich-thüringischem Gebiet. Und aus der Lage der neuen Dörfer im Brahmental und dessen nächster Umgebung kann geschlossen werden, dass die Brahme die Nordgrenze bildete. Im Osten hingegen fehlte jede natürliche Begrenzung. Da die Schwaaraer Kirche im Mittelalter mit zur "provincia Gera" gehörte ist auch hier anzunehmen, dass der Ort schon zu Gera zählte.
1008 Die Pest wütete im Reich
m Ostteil des Reiches wurden zu dieser Zeit die historischen Aufzeichnungen für alle angeschlossenen Gebiete gefertigt. Die Quedlinburger Annalen und die Magdeburger Schöppenchronik berichteten über die größte Geisel der Menschheit des Mittelalters. Seit nunmehr einigen Jahren herrschte in Europa und ganz besonders im Süden Deutschlands die Pest und sorgte laut der Chronisten für "unaussprechlich großes Sterben" unter der Bevölkerung. Durch alle gesellschaftlichen Schichten zog sich die Seuche und machte auch vor den Adligen nicht halt.
1014 Das neue Kirchenrecht
er deutsche Bischof Burchard von Worms (965-1025) vollendete in diesem Jahr das bekannte "Decretum Collectarium" (entstand zwischen 1008 und 1012 und fasste die seit der Karolingerzeit verstreuten kirchenrechtlichen Bestimmungen wieder zusammen). Es sollte darauf hin im gesamten Deutschen Reich das Kirchenrecht bestimmen und festlegen. Der Geraer Klerus bekam damit eine unumstößliche Rechtsordnung in die Hände, die Anwendung finden konnte.
1022 Keine Priesterehen mehr
n diesem Tag wurde von Papst Benedikt VIII. festgelegt, dass Priester ab sofort nicht mehr heiraten durften und nicht mehr verehiratet sein sollten. Das traf natürlich auch auf den Geraer Klerus zu, für den sich nun die Lebens- und die Vererbbedingenen grundlegend änderten. 
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1024 Das erste bedruckte Papiergeld
rfunden wurde das Papiergeld von den Chinesen und fand bereits im 7. Jahrhundert Verbreitung. Es wurde auf Grund des herrschnden Kupfermangels eingeführt und wegen ihres geringen Gewichts auch als "fliegendes Geld" bezeichnet. Das deutsche Papiergeld, welches ab 1024 unter staatlicher Aufsicht in Deutschland hergestellt wurde, fand rasch eine große Verbreitung und leistete eine durchaus wichtigen Beitrag  zum Aufschwung der Wirtschaft. Um das Papiergels aber vor Fälschungen zu schützen, erfanden deutsche Handwerker schon um 1100 den sogenannten Mehrfarbendruck. 
1030 Die Bedeutung Geras
ie "provincia Gera" bildete im ausgehenden 10. Jahrhundert einen Teil des slawischen Kleingaues Geraha, welcher wiederum zur Mark Zeitz gehörte. Die Schenkung aus dem Jahr 999 war allerdings nur von geringem praktischen Wert des Stifts, da das Elstertal in der Zeit von 983 bis 1030 von zahlreichen Slawenaufständen heimgesucht wurde. Einige der erworbenen Güter gingen an Dritte über und schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts sah man sich im Stift dazu veranlasst, verloren gegangene Güter und Einkünfte in Gera zurückzukaufen. Leider liegen über diese Zeit nur wenige aussagekräftige schriftliche Überlieferungen vor, sodass hier mit Vermutungen datiert und umgegangen werden muss.
1040 Heinrich der Fromme vom Gleißberg geboren
einrich der Fromme vom Gleißberg wurde um 1040 vermutlich in Gleißberg (heute Veitsberg, Ortsteil von Wünschendorf/Elster) geboren und verstarb um 1120. Auf Grund dieser Daten muss davon ausgegangen werden, dass er für diese Zeit (im hohen Mittelalter) außergewöhnlich alt geworden ist, denn die allgemeine Lebenserwartung lag bei 35 - 40 Jahren. Er war der erste kaiserliche Vogt des Vogtlandes. Er war zweimal verheiratet. Zum einen mit Lukarda, der Tochter des Grafen von Leutenburg. Aus dieser Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Zum anderen heiratete er Juliana, die Tochter des Grafen Sieghard von Schwarzburg. Auch aus dieser Ehe gingen Kinder hervor. Kaiser Heinrich IV. (1050 - 1106) ernannte Heinrich zu seinem Marschall und übertrug ihm die Vogteien Weida und Gera. Da er sowohl an seinem neuen Stammsitz in Weida als auch in anderen Orten Kirchen errichten ließ, erhielt er den Beinamen "der Fromme". Er kann als Stammvater des Fürstenhauses Reuß gewertet werden, obwohl seine Nachfahren den Beinahmen "Reuß" erst im 13. Jahrhundert annahmen. Heinrich und seine Familie liegen in der Veitskirche in Wünschendorf begraben.
1040 Die Zeit der Ludowinger
m das Jahr 1040/1050 begründete Ludwig der Bärtige, aus Lohr bei Aschaffenburg stammend, die thüringische Ludowinger-Dynastie. Sie nahmen in der Folgezeit entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung Thüringens. Ludwig der Bärtige verstarb am 13. Juni des Jahres 1080. Hier ist sein Geburtsdatum nicht überliefert.
1041 Der wohl erste Kirchenbau
m kleinen Ort Münchenbernsdorf bei Gera war mindestens seit dem Jahr 1260 eine Pfarrstelle und damit auch ein Pfarrer nachweisbar. Diese Pfarrstelle fand seinerzeit in einer Urkunde Erwähnung, welche den Kauf des Ortes Seifartsdorf durch das Kloster Lausnitz bestätigte und von den Vögten Heinrich von Weida und Heinrich von Gera gesiegelt wurde. Andere, leider etwas vage Quellen, geben das Jahr 1041an als das Jahr, in dem die erste Kirche im Ort schriftlich beurkundet wurde. Die Urkunde kann allerdings nicht als völlig zuverlässig angesehen werden.
1046 Die Belehnung der Grafen
n diesem Jahr erfolgte die Belehnung der Grafen von Weimar-Orlamünde mit der Markgrafschaft Meißen und ab 1063 auch mit der Pfalzgrafschaft Sachsen. Weitere bedeutende Grafengeschlechter und Herrschaften in Thüringen waren ab dem 10.-12. Jahrhundert von Beichlingen, Tonna-Gleichen, Berka, Henneberg, Honstein, Kirchberg, Blankenhain, Frankenstein, Kranichfeld, Lobdeburg, Tannroda, Apolda und andere.
24.10.1046 Kein Ämterverkauf mehr
uf der Synode von Pavia erließ der Deutsche König Heinrich III. ein allgemeines "Simonie-Verbot". Danach durften auch in Gera ab diesem Zeitpunkt keine geistlichen Ämter mehr verkauft oder für Geld erworben werden. Damit wurde das Verschachern von Bischofssitzen und anderen Ämtern untersagt. Heinrich III. kontrollierte damit auch die deutsche Geistlichkeit auf ihre Loyalität zum Herrscherhaus. Ab 1075 bestimmte Papst Gregor VII. die alleinige Investitur (Amtseinführung) durch das Oberhaupt der Kirche.
1050 Der erste Ritterroman
u dieser Zeit waren Bücher noch etwas ganz besonderes selbst in den Stuben der wohlhabenden Menschen und auch denen der Amtsträger. Und auch nicht alle Amtsträger waren des Lesens und Schreibens kundig. Um das Jahr 1050 erschien im Deutschen Reich der erste Ritterroman, der "Roudlieb", welcher sich im ganzen Reich ausbreitete. Auch in Thüringen war das Epos bekannt.
1050 Die alte Johanniskirche
ie Geschichte der Pfarrstelle St. Johannis reicht bis in das 11.Jahrhundert zurück. Die alte Johanniskirche stand am Johannisplatz und wurde beim großen Stadtbrand im September 1780 fast völlig zerstört. Nach dem Abriss in den 1820er Jahren erfolgte vor den Toren der Stadt zwischen 1881 und 1885 ein Neubau der Johanniskirche, welcher nach der Innenstadtöffnung allmählich ins Geraer Stadtbild integriert wurde.
1059 Beschneidung der Kaiserrechte durch den Papst
apst Nikolaus II. erlies das "Papstwahldekret", nachdem die Besetzung des Heiligen Stuhles im Prinzip dem Kardinalskollegium überlassen wurde. Das Dekret stand zwar nicht offiziell im Widerspruch zu den Mitspracherechten des Könige oder des Kaisers da es sie erwähnt, sind aber absichtlich unklar definiert und bedeuteten den ersten Versuch der päpstlichen Kurie, sich aus der Abhängigkeit der deutschen Herrscher zu lösen. Die Thüringer Herrscher hatten nichts mehr mit der Papstwahl zu tun. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Einfluss der Thüringer Mächtigen bis nach Rom gereicht. Danach konnten sie nur noch als Reichsfürsten die Königswahl mitbestimmen. Die Kirchenfürsten blieben von nun an unter sich.
1062 Zweihundert Jahre Kaiserreich
s war nun 200 Jahre her, als der Ottone "Otto II., zum Kaiser gesalbt worden war. Der Sohn des ersten Ottonenkaisers, Otto III. (980-1002), vergab das Gebiet auf dem Gera zu dieser Zeit entstand an seine Schwester. So war die Gründung Geraha`s (Gera) erst ermöglicht worden.
1066 Das erste Schmölln
m Jahre 1066 wurde der Name abbatia zmulna für das spätere Schmölln erstmals urkundlich erwähnt, als das damals bereits bestehende Benediktinerkloster mit den Regalien Markt-, Münz- und Zollrechten dem Bistum Naumburg überwiesen wurde. Es wird vermutet, dass der Name vom sorbischen smola für Pech, Teer abgeleitet wird und so auf das Pechsieden mit Kiefernholz in Schmöllner Frühzeit hinweist.

1070 Heinrich IV und seine Machtansprüche
er Deutsche König Heinrich IV. (11.11.1050 vermutlich in Goslar - 07.08.1106 in Lüttich) versuchte zu dieser Zeit die Machtgrundlagen seines Königstums zu stärken, indem er im sächsisch-thüringischen Raum Gebietsrückforderungen stellte.
1073 Zum Ursprung des Namens Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über einen seiner Vorgänger als Stadtchronist folgendes wörtlich auf: "Was ist dieser Rücksicht Henricus Meihoninus de veteris Saxoniae finitimarumque regionum quarundam pagis: part. II.lit. b. hierüber schreibt, ist immer einer Beherzigung würdig, er meldet von dem Dorfe GERAHA: "dessen Name wird gelesen in dem Briefe Diterici, Bischof zu Zeitz, (wie P. Lamgius in seiner zeizischen Chronik p. m. 783 anmerkte) daß selbiges gelegen sey an dem Elster-Fluß, allwo noch heutiges Tages eine Stadt gleiches Namens liegt." - Daraus läßt sich schließen, daß Gera zuerst ein Dorf gewesen sey, und Geraha geheisen habem welches hernach Graf Wipprecht von Groitschen ums Jahr 1073 wie aus der Historie dieses theuern Helden hervorgehet, seiner Gemahlin zu einem Leibgedinge besser angebauet und wohl befestigt habe." (Die Rechtschreibung wurde übernommen.)
1076 Der Gang nach Canossa
on Dezember 1076 - Januar 1077
Heinrich der IV auf dem Weg zum Papst (Investiturstreit)
Der Investiturstreit war für das damalige Deutsche Reich politisch hoch brisant. Er beeinflusste die deutschen Landesteile und somit auch Thüringen. Auch die Entwicklung der Stadt Gera hing damit, wenn auch nur indirekt, zusammen.

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1080 Bei Klotz nachgelesen
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Für das 11. Jahrhundert sind unter anderem folgend Worte von Klotz überliefert. "Im Jahr 1080 nach Christ Geburt wirde der Stadt Gera anderweit mit folgenden Worten gedacht: "Als Kaiser Heinrich IV. wider Rudolph, (welcher die Sachsen auf Anstiften des Papstes Hildebrand zum Gegenkaiser erwählet,) sich wehren und ausziehen müßen, hat ihn Graf Wipprecht von Groitsche auch einen schönen Zeug von Böhmen zu Hülffe geführet. Der Kaiser zog seinem Feind entgegen im Oktober, und stießen beyde Heere auf einander im Osterlande, oder beim Theil des Meißner Landes, so Libonotria genennet wird) an dem Wasser, die Elster genannt, zwischen Gera und Schloss Dreysing (Droisig)." Ingleichen wird der Stadt Gera in einem Briefe des Königs Wenzeslaus zu Böhmen gedacht, sub dato 1371 und zwar so: "daß Gera weiland geistlich quedlinburgisches Lehen gewesen, wobey der Burg und der Stadt Erwähnung geschehet." (Klotz spielt hier auf den Gang nach Canossa, Heirich IV. zu Papst Hildebrand (Gregor VII.) an und des weiteren auf die Schlacht an der Weißen Elster, bei der der Widersacher Heinrichs, Rudolph von Rheinfelden, geb. um 1025, im Jahr 1080 sein Leben ließ und Heinrich wieder die alleinige Macht genoss.) (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
15.10.1080 Die Schlacht an der Weißen Elster
n Hohenmölsen bei Gera fand an diesem Tag eine entscheidende Schlacht um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich statt. Rudolf von Rheinfelden, auch Rudolf von Schwaben (1025-1080), unterlag seinem Schwager und König Heinrich IV (1050-1106). Seit sich Rudolf von seinem Schwager abgewandt hatte, ergriff er die Opposition und lies sich 1077 zum Gegenkönig Heinrichs ausrufen. Trotz dem Rudolf als bester Feldherr seiner Zeit galt, verlor er in der Schlacht bei Hohenmölsen nicht nur seine rechte Hand, seine Schwurhand welche bis in die Neuzeit erhalten blieb, sondern auch sein Leben. Mit dem Ausgang der Schlacht war dann die Vorherrschaft geklärt und Heinrich IV. ließ sich 4 Jahre später von einem von ihm ernannten Gegenpapst zum Kaiser krönen. Schon bei der Krönung Heinrichs zum deutschen König am 17.07.1054 hatte Rudolf Heinrich seine Gefolgschaft nur dann garantiert, wenn er ein gerechter König werde. (Der Vater Heinrichs hatte die Gicht, übergab die Reichsinsignien an seinen minderjährigen Sohn und verstarb 3 Jahre später.) Daran erinnerte sich Rudolf nun und versuchte als Gegenkönig die Herrschaft an sich zu reißen.

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04.1085 Gottfrieden für das Deutsche Reich
uf der Synode von Mainz erklärte der Deutsche Kaiser Heinrich IV. einen sogenannten "Gottfrieden" für das gesamte Deutsche Reich, was auch für Gera galt. Außerdem erkannte das deutsche Episkopat (die Bischöfe) den von König Heinrich IV. als Papst Clemens III. eingesetzten Wibert von Ravenna (oder auch Giubert von Ravenna genannt) als rechtmäßigen Papst an.
1086 Klotz über die Erbauung Geras
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Er schrieb: " Dresserus lib. de praecipuis Germaniae urbibus, schreibt von Gera: daß es von Graff Wipprecht zu Groitschen ums Jahr 1086 sey erbaut worden, welcher des Königs in Böheim Tochter Jutta geheuratet, und zur Morgengabe unterschiedene Prefecturas bekommen habe. Der Monachus Pegaviensis meldet in vita Wigberti p. m. 3. daß es Wigberti von Groitschen municipium gewesen sey, welches gegen Ausgang bey dem Elsterfluß gelegen, mit Namen Goisea, benabst allen nahe angelegten Orten, und pag 8. sagt es: mit Namen Schwortz, welche seiner Gemahlin Leibgedinge seyn sollte (vt ei esset tutum pracssidium). Auf dem Rande hat R. Reineccius hinzugefügt: Brotusco dicitur Gerau. Auch werden von dem gedachten Monacho Pegaviensi zugleich noch einige andere, damals schonexistierende Städte genennet, als Weyda, Mülsen an der Elster, Worzin, Libitz, Zeitz." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1090 Der erste Vertreter der Reußen
er erste bekannte Vertreter des Hauses war Erkenbert I. von Weida und wurde urkundlich 1122 im Gefolge des Grafen Adalbert von Everstein bei der Weihe der Johanniskirche zu Plauen im Gau Dobena erwähnt. Er hatte seinen Lehnsbesitz in der Nähe des Klosters Volkenroda. Geboren wurde er um das Jahr 1090 und er verstarb am 1. August 1163/1169 oder vor 1143. Bestattet wurde er in der Pfarrkirche St. Veit in Wünschendorf/Elster. er heiratete im Jahr 1120 Jordana von Gleissberg (geb. um das Jahr 1100 und verstorben am 27. April 1167/1173. Bestattet wurde sie in der Pfarrkirche St. Veit, Wünschendorf.
1096 Kreuzzüge
on 1096 - 1270 Die Kreuzzüge ins heilige Land

174 erfolglose Jahre den christliche Glauben gewaltsam im heiligen Land zu verankern. Pilger aus ganz Europa, auch aus der Thüringer Gegend, waren vom Papst zu den Kreuzzügen berufen worden.

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1100 Zur Geschichte von Wünschendorf
er Ort und die Pfarrkirche St. Veit wurden um 1100 gegründet. Die Kirche gehört damit zu den ältesten Kirchen des Vogtlandes. Das am Zusammenfluss von Weißer Elster und Weida im später Ostthüringen genannten Raum befindliche Dorf lag am Rand einer slawischen Siedlungskammer um Gera. Darauf weist auch noch der Ortsname hin, der sich von Wendendorf oder auch Windischendorf ableitet. Eine angebliche Gründung von 974, nach der 1974 das eintausendjährige Bestehen der Kirche St. Veit und somit auch der Beginn der Ortsgründung gefeiert wurde, konnte später als nachweislich gelehrte Erfindung aus dem 16. Jahrhundert angesehen werden. Ebenso konnte eine häufig dort beschriebene Burg an dieser Stelle nicht nachweisbar gemacht werden.
Das 12. Jahrhundert
1101 Das 12. Jahrhundert
as 12. Jahrhundert war eine Zeit des Übergangs. Und zwar vom ausgehenden frühen Mittelalter zum hohen Mittelalter. Nun sollten Herscher das Abendland prägen, welche im Gedächtnis der Menschheit verankert bleiben sollten. Gera hatte das Stadtrecht noch nicht erlangt, war aber schon eine kleine Siedlung an der Elster. Gera entwickelte sich zur Stadt und seine Bewohner zu Bürgern.
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1102 Das erste Hilbersdorf
s wird vermutet, dass die Gründung und die Besiedelung vom Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf im 12. Jahrhundert erfolgte, daher ist die Datierung auf 1102 symbolisch für das Jahrhundert. Der Ort Hilbersdorf war lange Zeit auf vier verschiedene Staaten aufgeteilt. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten 13 Häuser mit 85 Einwohnern zum Herzogtum Sachsen-Altenburg, zwei Häuser mit 15 Einwohnern zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, drei Häuser mit 18 Einwohnern zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie und sechs Häuser mit 36 Einwohnern zum Königreich Sachsen. Nachdem die Thüringischen Staaten 1920 im Land Thüringen aufgingen, kam 1928 auch der sächsische Anteil Hilbersdorfs im Rahmen eines Gebietsaustausches zu Thüringen. Von 1952 an gehörte die Gemeinde zum Bezirk Gera sowie zum Kreis Gera-Land. Im Jahr 1990 ging der Bezirk Gera in das Land Thüringen auf. 1994 wurden die Kreise in Thüringen neugeordnet und Hilbersdorf gehört seitdem zum Landkreis Greiz.
1113 Namensvergabe in Hermsdorf
ermsdorf im 12. und 13. Jahrhundert. Die Jahreszahl 1113 ist rein symbolisch für diese Zeit gemeint und keine exakte Datierung. Die Stadtoberhäupter verlangten nach der Vergabe eines aus Ruf- und Familiennamen bestehenden Gesamtnamen, um Einwohner besser registrieren zu können. Eine weitere Ursache für die Verwendung differenzierender Namen dürfte darin zu sehen sein, dass oftmals innerhalb einer Familie der Rufname von Generation zu Generation weitergegeben wurde, sodass hier präzisierende Kennzeichnungen notwendig wurden.
1114 Geraer Dörfer belehnt
urch das in diesem Jahr gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz wurde beurkundet, dass der Naumburger Bischof Dietrich das Kloster mit dem Zehnten von acht Dörfern im Gau Gera belehnte.
1116 Wichmann von Seeburg geboren
ichmann von Seeburg (Wicmann, Wigmann) war Dompropst von Halberstadt (1146-1149), Bischof von Naumburg-Zeitz (1149-1154), Erzbischof von Magdeburg (Mai 1152, bzw. Sommer 1154) und verstarb am 25. August 1192. Er machte sich im 12. Jahrhundert verdiente um die Stadtrechte in Mitteldeutschland und war beispielgebend auch für Gera. Handel und Marktverkehr hatten seinerzeit außerordentlich zugenommen und die Gewerbe schlossen sich, von ihm gefördert, zu Innungen zusammen und er verlieh der Residenzstadt Magdeburg im Jahr 1188 das erste Stadtrecht zur Vergütung des schweren Schadens, den sie durch den furchtbaren Brand vom 4. Juni 1188 erlitten hatte. In demselben Jahre beteiligte er sich an der Erteilung des kaiserlichen Privilegs für Lübeck. So erschien er Zeitgenossen und Nachlebenden als einer der hervorragendsten Förderer deutschen Handels und Städtewesens. Weit über die Stadtgrenzen trugen die Magdeburger Kaufleute seinen Ruhm. Als man später Innungsurkunden und Stadtrechte fälschte, knüpfte man sie an seinen Namen.
1117 Eine Pilgerstraße
u dieser Zeit führte in Gera eine Pilgerstraße in südlicher Richtung aus der Stadt. Dort hatte die Sankt Wolfgangskapelle seit diesem Jahr gestanden. Gepilgert wurde im 12. Jahrhundert zu Wolfgang, dem Bischof von Regensburg, welcher sich später aber noch weiter in den Süden zurückzog. Der Wolfgangsee wurde auch nach dem Regensburger Bischof benannt.
1118 Die Entstehung der Reußen
as Haus Rueß geht auf die alten Vögte von Weida im Vogtland zurück, die zu den Reichsministerialen gehörten. Der Ursprung der Familie liegt im 1. Viertel des 12. Jahrhunderts im Dorfe Weida an der Unstrut (in der Flur Windberg), also im westlichen Thüringen. Von ihnen zweigte sich das Haus Plauen ab, dessen Hauptlinie 1426 die Burggrafschaft Meißen erhielt und 1572 ausstarb; eine jüngere Seitenlinie, um 1300 gestiftet, nannte sich Reuß. Sie wurde 1673 reichsgräflich und spaltete sich in mehrere Zweige, von denen im 19. Jahrhundert Reuß Ältere Linie (Greiz, seit 1778 fürstlich), Reuß Jüngere Linie (Gera und Schleiz, seit 1806 fürstlich) und die nichtregierende Linie Reuß-Köstritz (ebenfalls fürstlich) übrigblieben. Die beiden Fürstentümer wurden 1918 Freistaaten und gingen 1920 im Lande Thüringen auf. (Die Jahreszahl 1118 steht hier für das erste Viertel des 12. Jahrhunderts und ist nicht genau belegt.)
1118 Bei Klotz gelesen
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. "Lange in seinem Chronico p. 784 sagt. "Anno Domini 1118 ist berühmt gewesen Graff Wipprecht, ein tapferer und sehr beherzter Kriegsmann, von welchem wurdeliche Dinge gelesen und erzählet werden; derselbe hat die Provinz, so Sworbia genannt, beherrscht." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1120 Heinrich der Fromme vom Gleißberg geboren
hnherr des Geschlechtes der Reuß war Heinrich der Fromme vom Gleißberg (geboren um das Jahr 1120), welcher von Kaiser Heinrich IV. als Vogt mit Gera und Weida belehnt wurde. Sein Enkel Heinrich II. der Reiche )georen noch vor 1209) erwarb dann Plauen. Die Erben teilten den Besitz mehrfach und einige Besitztümer gingen auch an Kursachsen und an Nürnberg weiter.
15.04.1120 Das Rittergut Kospoda
ieses Rittergut befindet sich in Neustadt an der Orla und war zu Zeiten der DDR zum Erholungsheim umkonzipiert worden. Zuvor hatte es dem Geraer Fabrikanten Georg Hirsch gehört, welcher als Textilfabrikant in Gera zu Reichtum gekommen war. Im April 1120 war das Rittergut als Klosterbesitz von Kaltenborn bei Sangerhausen in Erscheinung getreten.
1121 Ersterwähnung von Dörfern um Gera
on 1121 - 1265
In einer Besitzungs- und Eigentumsurkunde des Klosters Bosau wurden erstmals einige Dörfer im Gau Gera erwähnt. Das sind Orte wie Nauendorf, Söllmnitz, Kretzschwitz, Gessen, Röpsen, Rusitz, Negis, und Gnannendorf.
Zusatzinformationen
1121 Ein neuer Ort bei Gera
n diesem Jahr in angehenden hohen Mittelalter wurde durch eine Urkunde der Ort Nauendorf bei Gera zu ersten Mal erwähnt. Das war die Gründung der Siedlung.
1121 Wie Negis entstand
egis wurde in diesem Jahr als Nigaune mit Röpsen zusammen zum ersten Mal erwähnt. Der Ort ist auch sorbischen Ursprungs, wie viele Orte dieser Zeit. Das Rittergut von Negis wurde vermutlich im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) oder wenige Jahre später in ein Bauerngut umgewandelt. Im Jahr 1952 wurden Negis und Dorna als Ortsteile an Röpsen angegliedert. Im Zuge der Gebietsreform wurde Negis als Ortsteil von Röpsen zum 1. Juli 1994 nach Gera eingemeindet.
1121 Wie sich Röpsen entwickelte
ach dem 1121 das slawische Rundlingsdorf als Rubizan erstmals erwähnt wurde entwickelte sich der Ort weiter. In späteren Jahren wurde es von deutschen Siedlern zu einem Straßendorf mit teilweise flächenhaften Charakter ausgebaut. Das Rittergut stand mitten in einem Schwanenteich auf einer bis in die Neuzeit erhalten gebliebenen kleinen Insel und wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen. Im 19. Jahrhundert war der Ort für seine Porzellanmaler bekannt, die in oder für die Roschützer Porzellanmanufaktur arbeiteten. Röpsen gehörte bis 1922 zur Sachsen-Altenburger Enklave Roschütz. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es 12 Käsereien im Ort, weshalb er im Volksmund auch "Käseröpsen" genannt wurde. 1952 wurden Dorna und Negis an die Gemeinde Röpsen angegliedert und 1994 nach Gera eingemeindet.
1121 Wie Söllmnitz entstand
n diesem Jahr wurde Söllmnitz als "Selmiz" zusammen mit Cretzschwitz in der Geraer Gegend zum ersten Mal erwähnt. Der Ortsname wurde von dem slawischen Personennamen "Zelimici" oder "Zelimir" abgeleitet. Das dortige Rittergut war seinerzeit durch die Besitzer von Alters her mit dem Cretzschwitzer Rittergut verbunden. Söllmnitz entstand aus drei Ortsteilen: dem westlichen Großsöllmnitz oder Hintersöllmnitz mit dem Rittergut und der Kirche, dem östlichen Kleinsöllmnitz oder Vordersöllmnitz mit dem Bahnhof der 1969 stillgelegten Wuitz-Mumsdorfer Schmalspurbahn und der nördlich gelegenen Siedlung Lauenhain.
1121 Das erste Cretzschwitz
retzschwitz ist im Nordosten der Stadt Gera an der Grenze zum Landkreis Greiz gelegen. Die erste urkundliche Erwähnung als Cresewicz findet sich in einer auf das Jahr 1121 datierten Urkunde des Klosters Bosau, welches hier Besitztümer hatte; spätere Schreibweisen waren u.a. Crescuwize (1146), Kreczkewicz (1333) oder Kretzschwitz (1533). Der Ortsname leitet sich von einem slawischen Personenkurznamen Kre? oder dessen Koseform Kre?ek ab. Die slawische Urform des Ortsnamens lautete demnach *Kre?ovici (was sich im ältesten Beleg von 1121 widerspiegelt) bzw. *Kre?kovici (worauf die weiteren Belege hindeuten). Im Jahr 1827 umfasst der Ort das Rittergut, 16 Häuser und 83 Einwohner. Der Ort pfarrte, schulte und begrub nach Dorna. 1883 wurde in Cretzschwitz eine eigene Schule gebaut, von 1950 bis 1957 bestand ein Schulverband mit Wernsdorf; die Schulen sind mittlerweile geschlossen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Cretzschwitz ein Bauerndorf mit Rittergut (letzte Besitzer Familie von Brandenstein auf Hain (heute Gera-Hain). In einer Beschreibung aus dem 19. Jahrhundert heißt es: "... ein nach Dorna in Kirche und Schule gerichteter Ort, meist von Wald umgeben. Ein kleines freundliches eingebuchtetes Dörfchen der Hochebene, 1 Stunde nördlich von Dorna und ¼ Stunde oberhalb Söllmnitz, am Rießbach und am Zusammenstoß zweier Gründchen zwischen bewaldeten Höhen, neben 6 Teichen von Ost nach West gebaut und in der Dorfmitte 759 Fuß hoch gelegen."[3]. 1888 wurde die Reussengrube Erdfarben- und Verblendsteinfabrik Gera/Reuss A.G. gegründet. Sie bezog ihre Rohstoffe aus ortsansässigen Tongruben und aus Gruben im benachbarten Söllmnitz. Zum besseren Transport der Steine bekam das Werk ein eigenes Anschlussgleis an die Gera-Meuselwitz-Wuitzer Eisenbahn (GMWE). 1946 wurde die Grube zunächst zwangsenteignet und demontiert, 1948 unter dem Namen VEB Reussengrube neu eingetragen. Ihr Betrieb wurde zwischenzeitlich eingestellt. Mit der Anwerbung von Arbeitern aus dem Umland und auch aus Böhmen für die ortsansässigen Ziegelwerke begann um 1900 der Wandel vom Bauerndorf zum Industriearbeiterdorf. Die landwirtschaftlichen Betriebe gingen ab 1953 zunächst in einer LPG Typ 1, später zusammen mit Wernsdorf und Söllmnitz in einer LPG Typ 3 auf. Sie wurde später geteilt in eine LPG (T) und eine LPG (P). In der Neuzeit bestanden im Ort ein mittelständischer landwirtschaftlicher Betrieb mit rund 20 Arbeitsplätzen, sowie ein Dämmstoffwerk. Zum 1. April 1994 wurde die Gemeinde Cretzschwitz in die Stadt Gera eingemeindet; seit einem Bürgerentscheid vom 22. April 1994 bildet sie zusammen mit dem benachbarten Orten Söllmnitz Wernsdorf und Lauenhain den Ortsteil Söllmnitz/Cretzschwitz der Stadt Gera.
09.11.1121 Gera in Erscheinung getreten
it dem zu dieser Zeit fortschreitenden Landesausbau und den Siedlungstätigkeiten im 12. Jahrhundert, dem Entstehen neuer Dörfer im slawischen Gebiet, wurde der Name Gera mehrfach genannt. Allerdings nur aus Nebenerwähnungen in Urkunden aus den Jahren 1121, 1151, 1152, 1160 und 1171, die alle das Kloster Bosau bei Zeitz betrafen. Am 9. November 1121 belehnte Bischof Dietrich von Naumburg dass 1114 gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz mit dem Zehnt von acht Dörfern "in pago Geraha" (im Gau Gera).

09.11.1121 Nauendorf erstmals erwähnt
auendorf ist ein Ortsteil von Großenstein im Landkreis Greiz bei Gera in Ost-Thüringen. Nauendorf liegt etwa zwei Kilometer nordwestlich von Großenstein an der Kreisstraße 114 im Ackerbaugebiet um Ronneburg, Schmölln und Dobitschen. Die Flur ist mit einigen Erosionsrinnen unterbrochen. Am 9. November 1121 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortschaft ist Namen gebender Stammsitz des alten Thüringer Adelsgeschlechts von Nauendof. 2012 beherbergt der Ortsteil 400 Einwohner.
1122 Heinrich I. Probus geboren
einrich I. Probus war der Vogt von Weida und Gera und fand urkundliche erwähnung vom 13. November 1130 bis 21. Juli 1172. Er besaß Lehen und Einkünfte in Thiemsburg, Ringeln, Körner, Graba, Saalfeld, Bremendorf und Bogisile in der Nähe des Klosters Volkenroda. Geboren wurde er um 1122 und verstarb vor dem 8. September 1193. man bestattete ihn in der Pfarrkirche St. Veit, Wünschendorf. Er heiratete zum ersten Mal um die Jahre 1143/1155 die Gräfin Lukardis von Lauterberg (geb. um 1126 und verst. 1162 und bestattet in der Pfarrkirche St. Veit, Wünschendorf). Sie war die Tochter des Grafen Burchard von Lauterberg. Die zweite Heirat erfolgte 1163 mit der Gräfin Juliane von Schwarzburg (geb. um 1127 und bestattet in der Pfarrkirche St. Veit, Wünschendorf). Sie war die Tochter von Sizzo III. von Schwarzburg (1095-1160), Vogt von Paulinzella (1114), Graf von Schwarzburg (1123), Graf von Käfernburg (1141), Graf im Längwitzgau, Stifter des Kloster Georgenthal (1143) und Gisela von Berg (1097-1153?).
1122 Erkenbert von Weida
n einer Urkunde von 1122 erschien erstmals ein Erkenbert von Weida (Erkenbertus de Withaa), der sich und seine Familie nach dieser Siedlung benannte. Bereits 1209 wurde Weida in einer Urkunde als Stadt (civitas) bezeichnet. Damit ist Weida die älteste Stadt des Thüringer Vogtlandes. Stammsitz der Vögte von Weida war die später Osterburg.
1125 Als Gera bezeichnet
aut dem Brockhaus Konversationslexikon von 1895 (14. Auflage) wurde Gera selbst als Ort erst 1125 erwähnt und noch um 1200 wurde der Flecken als "villa" (Dorf) genannt. Erst 1224 dann als "urbs" (befestigter Platz) bezeichnet. Zu dieser Zeit gehörte die Grundherrschaft der Reichsabtei Quedlinburg.
1125 Ein Geraer bezeugte
m Jahr 1125 wurde in einer Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Mainz, welche eigentlich das Sankt-Petri-Kloster in Saalfeld betraf, ein Luph von Gera als Zeuge erwähnt. Wie es zu der Beurkundung kam, ist nicht mehr nachvollziehbar. In mehreren Urkunden aus dem hohen und späten Mittelalter gingen bedeutende Geraer als Zeugen hervor. Luph von Gera war wohl, so ist es zu vermuten, ein quedlinburgischer Stiftsvogt.
1125 Die Erbauer des Ostersteins
aut dem Historiker Bertold Schmidt könnte die Möglichkeit bestehen, dass die seit 1125 nachweisbaren sogenannten "edlen Familien von Gera" die Elsterburg auf dem Hainberg in Untermhaus, das spätere Schloss Osterstein, nicht nur erbaut, sondern auch dort gewohnt hatten. Die Lage der burgähnlichen Befestigung im landgräflich-thüringischen Gebiet, auf dem Gelände einer jungbronzezeitlichen Burgwallanlage, sprach für diese Annahme. Reste der Bugwallanlage waren südlich des Schloss Osterstein bis in die Neuzeit erhalten geblieben.
21.02.1125 Beurkundung von Zeugen
on 1125-1152
Die Herren Luph von Gera und Sibert von Gera werden in Urkunden als Zeugen genannt. Diesen Edlen von Gera waren offensichtlich von den Vögten von Weida als Verwalter des quedlinburgischen Besitzes im Geraer Gebiet bestellt.
1127 Die ersten Ritterturniere
er bekannteste Teilnehmer an Ritterturnieren war einst Heinrich Reuß Posthumus (1572-1635) aus Gera, welcher sich allerdings nicht immer rühmlich hervor getan hatte. In Deutschland selbst wurden die ersten Ritterturniere ab 1127 veranstaltet. Das Turnier gehörte zur Ausbildung eines Ritters seit seiner Zeit als Knappe. Ursprünglich wurden die Zweikämpfe mit Lanze und Schwert in aller Strenge bis zur Verwundung oder bis zum Tode eines Kämpfers ausgetragen. Der sportliche Kampf mit dem Ziel, den Gegner aus dem Sattel zu stoßen entwickelte sich in der Folgezeit noch recht langsam. Gewöhnlich wurden die Schaukämpfe zu Ehren von vornehmen Damen und adligen Frauen veranstaltet. Der bekannte Ritter Godefroy de Preulli entwarf seinerzeit die ersten Regeln für die Ritterturniere.
1127 Das Kloster in Schmölln
n diesem Jahr kam es in dem kleinen Ort Schmölln bei Gera zu einer Klostergründung. Schon 10 Jahre später wurde das Kloster an diesem Standort wieder aufgegeben und nach Pforta, dem späteren Schulpforta, an die Saalelinie verlegt.
1127 Ein Kloster bei Schmölln
n diesem Jahr veranlasste Bruno, der "Graf in Pleißen", den Bau eines zweiten, dem Zisterzienserorden zugehörigen, Klosters auf dem Pfefferberg, das 1138/40 nach Pforta verlegt wurde. Seine weiter bestehende Marienkirche erlangte vom 13. bis zum 16. Jahrhundert Bedeutung als deutscher Marienwallfahrtsort. Die Marienkirche auf dem Pfefferberg wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört, vier Jahre später wurde die Reformation eingeführt. Im Mittelalter wurde auch die im Nordosten der Stadt in günstiger Lage über dem Sprottetal liegende Wallanlage angelegt. 1847 fand man Mauerreste, Eisen- und Knochengeräte und menschliche Sklettteile.
1128 Neue Schreibutensilien
enn die Historiker und Chronisten dieser Zeit die Geschichte der Stadt Gera niederschrieben, so verwendeten sie meist Pergament als Unterlage und schrieben mit einem Federkiel und Tinte. Die Zusammensetzung der Tinte war unterschiedlich und zumeist individuell von Schreiber zu Schreiber unterschiedlich, was es späteren Wissenschaftler erleichterte, die Texte zuzuordnen. In diesem Jahr wurde nun erstmalig von der Verwendung von Graphit für die Herstellung von Handschriften berichtet.
1130 Die Landgrafschaft Thüringen
n den Jahren 1130/1031 erfolgte die Belehnung Ludwigs I. mit der Landgrafschaft Thüringen durch den Kaiser Lothar III. von Supplinburg. (Lothar III., geboren vor dem 9. Juni 107 und verstorben am 3. Dezember 1137 bei Breitenwang, Tirol, auch Lothar von Süpplingenburg oder Lothar von Supplinburg genannt, war Herzog von Sachsen sowie König (ab 1125) und Kaiser (als Lothar III.) (ab 1133) des Heiligen Römischen Reiches.)
1130 Das erste Niederpöllnitz
iederpöllnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz in Thüringen. Die Gemarkung von Niederpöllnitz wird von der Bahnstrecke von Gera nach Saalfeld durchquert. Über die Verbindungsstraßen ist Niederpöllnitz gut erreichbar. Die welligen Ebenen werden gen Süden von Wald unterbrochen. Nördlich sind Wald und Seen vorgelagert. Von der am Oberlauf des Pöllnitzbaches von Niederpöllnitz liegenden Wasserburg (Burg Pöllnitz) sind nur noch der hohe quadratische Turm sowie einige Mauerreste erhalten geblieben. Ab 1130 wurde Albertus Pullnitz erwähnt. Die Pullnitz waren Dienstmannen der Markgrafen von Meißen. 1238 wurde Gottschalk von Pöllnitz als wettinischer Gefolgsmann erwähnt. Später waren die Pöllnitzer Vasallen der Vögte von Weida. Im 15. Jahrhundert kam die Burg in Besitz der Herren von Planitz. Danach wechselten die Besitzer oft. Im Jahr 1266 war aber erst die urkundliche Ersterwähnung. 1923 war Carl Graf von Hohenthal Eigentümer des 127 Hektar großen Gutes in Niederpöllniz. Pächter war Herr Siemer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut nach den Beschlüssen der Siegermächte enteignet und der Boden sowie das Inventar an Umsiedler und landarme Bauern übereignet. Später gingen auch diese Bauern den Weg der ostdeutschen Landwirtschaft. Niederpöllnitz entwickelte sich beispielhaft. Nach der politischen Wende 1989/90 wurden neue Wege gesucht und gefunden.
1131 Der Thüringer Landgraf Ludwig I.
udwig I. wurde 1131 von Kaiser Lothar von Supplinburg zum Landgrafen von Thüringen erhoben. Diese neue Landgrafschaft war 1111/1112 durch Kaiser Heinrich V. (geboren zwischen 1081 und 1086, möglicherweise an einem 11. August und verstorben am 23. Mai 1125) geschaffen worden, der als ersten Landgrafen den bayrische Feldherrn Hermann I. von Winzenburg-Radelberg (verstorben im Jahr 1122) einsetzte. Dessen Sohn und Nachfolger Hermann II. von Winzenburg (verstorben im Jahr 1152) wurde aber 1130 abgesetzt.
1131 Die ludowingische Landgrafschaft Thüringen
udwig I. wurde 1131 von Kaiser Lothar von Supplinburg (1075-1137) zum Landgrafen von Thüringen erhoben. Diese neue Landgrafschaft war 1111/1112 durch Kaiser Heinrich V. geschaffen worden, der als ersten Landgrafen den bayrische Feldherrn Hermann I. von Winzenburg-Radelberg (verstorben im Jahr 1122) einsetzte. Dessen Sohn und Nachfolger Hermann II. von Winzenburg (verstorben im Jahr 1152) wurde aber 1130 abgesetzt.
08.10.1136 Den Zehnten verschenkt
n diesem Tag schenkte ein gewisser Gerhard, in anderen Überlieferungen sprach man auch von einem Bernhard, dem Lausnitzer Nonnen-Kloster der Cisterzienser (Zisterzienser) den Zehnten in Gera. Das Kloster hatte schon frühzeitig vier Hausgrundstücke in der später entstandenen Schloßstraße in seinem Besitzstand.
1137 Klosterlausnitz wurde erwähnt
ie Ersterwähnungsjubiläen in Bad Klosterlausnitz erinnerten immer an die Ersterwähnung des Frauenkloster Lausnitz. Im Jahre 1137 wurde das seit 1132 bestehende Kloster, das nach den Regeln des Augustinerordens lebte, erstmals in einem Bestätigungsbrief von Papst Innozenz II. erwähnt. Ab 1526 ist das Dorf Lausnitz neben dem Kloster bekannt. Seit 1661 trägt der Ort den Namen des Klosters - Klosterlausnitz -, das 1526 aufgehoben wurde. Von Kloster Lausnitz aus wurde die Entwicklung des Handwerkes gefördert; denn die zum Stift gehörende Glashütte im Tautenhainer Forst in der Weißenborner Gemarkung wurde 1137 gegründet und beschäftigte Leibeigene und Hörige, die Tafelglas produzierten. Die Klosterlausnitzer Glashütte ist die älteste dieser Art in Ostthüringen. In der südlichen Gemarkung von Lausnitz wurde um 1200 die Ansiedlung Gumprechtsdorf nachgewiesen.
1140 Der Landgraf Ludwig II.
er Thüringer Landgraf Ludwig II., der Eiserne, (1128-14.10.1172) aus der Familie der Ludowinger herrschte von 1140-1172 im Lande. Zu einer seiner ersten Amtshandlungen gehörte seinerzeit das energische Einschreiten gegen die Übergriffe des für ihn niederen Adels in Thüringen, gegen die er sich verwahrte und gegen die er einschritt um seinen Machtanspruch zu festigen und zu demonstrieren. Auch die Vögte um Gera hatten sich dem Willen des Ludowinger zu beugen.
1140 Der Beginn der Gotik
ie Stilepoche der Gotik begann mit dem Sakralbau in Frankreich. Genauer gesagt mit der Westfassade der Kathedrale von Saint Denis bei Paris. Saint Denis wurde später ein Vorort von Paris und im Jahre 1950 eine Partnerstadt Geras.
1140 Herrschaftsantritt
n den Jahren 1140 bis 1172 herrschte der Landgraf Ludwig II. in Thüringen.( Ludwig II., der Eiserne, geboren im Jahr 1128 und verstorben am 14. Oktober 1172 in Neuenburg bei Freyburg/Unstrut stammte aus der Familie der Ludowinger.) Mit seinem Schwager Friedrich Barbarossa (1120-1192), der 1152 König und 1155 Kaiser wurde, war Ludwig Zeit seines Lebens verbündet. Gemeinsam bekämpften sie die Welfen mit Heinrich dem Löwen und die Erzbischöfe von Mainz, denen auch Erfurt gehörte. Eine pikante Episode aus dem langen Streit um Erfurt ist der sogenannte Erfurter Latrinensturz von 1184. Unter Ludwigs Herrschaft wurde die Wartburg ausgebaut.
24.09.1140 Wildenbörten erwähnt
ildenbörten ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental an. Wildenbörten wurde am 24. September 1140 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1938 wurde zunächst Kakau nach Hartroda eingemeindet, das wiederum 1952 nach Dobra eingemeindet wurde. Graicha wurde 1950 nach Wildenbörten eingemeindet, Dobra folgte 1971.
1143 Die neue Kirche am Veitsberg
ie neuen Stiftsvögte, die niedersächsischen Herren von Weida, waren ein aus der Unstrutgegend nördlich von Mühlhausen stammendes welfisches Ministerialgeschlecht, welches im Verlaufe des 12. Jahrhunderts im Gebiet der mittleren und oberen Weißen Elster ansässig wurde. Von dem nur 1143 urkundlich bezeugten Erkenbert II., dem Ahnherr der Vögte von Weida, wurde berichtet, dass er die zerstörte Kirche von Veitsberg wieder aufgebaut und die Altstadt von Weida angelegt habe. Sein Sohn Heinrich I., der Fromme, urkundlich zwischen 1172 und 1193, legte neben der Neustadt von Weida auch die darüber befindliche Burg an, welche seit dem 17. Jahrhundert den Namen Osterburg trägt.
1143 Nicht alle hießen Heinrich
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den gebräuchlichen Vornamen derer zu Reuß folgendes auf. " Allein, da jeder dieser Heinriche mehrere Brüder gehabt, die nicht eben denselben, sondern anderen Namen als: Otto, Burchard, Bernhard führten, so kann man den Namen Heinrich noch nicht mit Recht für den einzigen Familiennamen zu jener Zeit ausgegeben." ... und weiter... "Dieser Zeitpunkt trat erstlich mit dem Henrico de Wida ein, der vom Jahr 1143 an, in ächten Urkunden vorkömmt, und also in der 2ten Hälfte des 12ten Jahrhunderts. Vermuthlich war es dessen Sohn, der zu allererst seinen Söhnen den Namen Heinrich beylegte, wobey es hernach in der zahlreichen Nachkommenschaft bis auf jetzige Zeiten verblieben ist. - Warum aber dieser letzte Herr den einzigen Namen Heinrich in seinem Geschlechte eingeführt hat, davon findet man keine Anzeige, weder in dem milderfuthischen Klosterberichte, noch in Paul Langens zeizischer Chronik, noch auch bey dem pirnischen Mönch, als nur diese: "daß Henricus de Wida, der Besitzer des ganzen Voigtlandes, der 1193 das Kloster Mildenfurth stiftete, Bertham, eine Gräfin zu Tyrol, (nicht Herzogin von Kaernthen, wie andere falsch angeben,) die mit dem Kaiser Heinrich VI. verwandt gewesen, geheurathet, und alle mit ihr gezeugten Söhne Heinrich genannt habe." Hieraus sollte man fast den Schluß machen, daß dieser einzige Name dem Kaiser Heinrich VI. zu Ehren angenommen worden, wiewohl es bleibt immer nur eine Vermuthung und Wahrscheinlichkeit." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1143 Rohna (Harth-Pöllnitz) wurde erwähnt
ohna ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz im Osten Thüringens. Der Ort liegt in einem kleinen Tal zu beiden Ufern der Auma, die mitten durch den Ort fließt. Erreichbar ist Rohna sowohl von der Bundesstraße 2 über den Abzweig Mittelpöllnitz (ca. 6 km) oder auch von der A 9 über die Abfahrt Triptis (ca. 11 km). In nordöstlicher Richtung folgen Weida als nächste Stadt nach 6 km und Gera nach etwa 22 km. Im Jahr 1143 wurde Rohna erstmals in einer Abschrift von Dokumenten des Klosters Mildenfurth erwähnt. Da es sich dabei nicht um eine original Urkunde handelt wird dies nicht als offizielle Ersterwähnung anerkannt. Rohna wurde hier als Geschenk der Gräfin Lucardis (auch Leukard) von Lauterberg (heute Kreis Coburg) anlässlich der Hochzeit mit Heinrich I. von Weida in den Besitztümern des Klosters erwähnt. Im Jahr 1209 wurde Rohna urkundlich als Geschenk von Voigt Heinrich I. und seiner Frau an die Veitskirche erwähnt. 1209 ist Rohna schon im Zubehör der Veitskirche inbegriffen. Die nächste Erwähnung Rohnas findet sich als Besitzung des Klosters Mildenfurth im Jahr 1230. 1551 wird Rohna mit Niederpöllnitz und Wetzdorf zur selbstständigen Pfarrei Niederpöllnitz. 1721 hat Rohna 105 Einwohner mit 19 Feuerstätten. Das Dorf braute selbst und hat einen Schmied. Im Zeitungslexikon von Sachsen von 1814 wurde vermerkt: "?der Feldbau kann wegen des bergigen Bodens nicht einträglich sein, dagegen besitzen die Einwohner schöne Holzungen und ziehen aus ihr durch Verkauf von Brenn-, Nutzholz und Bretter guten Gewinn. Eine altgesetzliche Eigenheit des Ortes besteht darin, dass die Einwohner unter sich selbst zuweilen Haussuchungen halten, nicht um Diebstählen nach zu spüren sondern sie zu erschweren." Seit 1993 steht der Ort als Baudenkmal unter Ensembleschutz. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass der ursprüngliche Charakter des Dorfes erhalten geblieben ist.
1144 Dem Weltende nahe
n Gera, wie auch in großen Teilen Eurpoas, herrschte zu dieser Zeit eine verheerende Hungersnot. Hervorgerufen durch schlechte Ernten, Seuchen und Fronabgaben schürte die Hungersnot bei den einfachen Menschen des Mittelalters die Angst vor dem bevorstehenden Weltende. So mancher glaubt das Ende so nah, dass er sein Hab und Gut vernachlässigte und damit die Not noch zusätzlich verschlimmerte.
1146 Ersterwähnung von Roben
iner der zahlreichen zu Gera gehörenden Stadtteile wie Roben wurde zum ersten Mal erwähnt. Das geschah in diesem Jahr durch den Edlen Sigibert von Robin, welcher auf der noch als Wallanlage neben der Kirche erhaltenen Burg, ansässig war.
1146 Ein Herr von Robin
s waren die Anfänge des Entstehen des Ortes Roben. Erstmals war ein Sigibert von Robin urkundlich genannt worden, auf welchen der Ort zurück geht.
1146 Cretschwitz
er Ortsname wurde vom slawischen Personennamen Kreis oder auch Kresek abgeleitet. Das Rittergut war zu dieser Zeit mit dem Söllmitzer Rittergut verbunden. In diesem Jahr schrieb man den Ort noch Gresuwice, wie er auch erwähnt wurde.
1146 Das erste Roschütz
s sollte zu dieser Zeit noch 91 Jahre dauern, bis Gera die Stadtrechte und die Regalien verliehen bekam, da wurde der späterer Stadtteil Roschütz zum ersten Mal erwähnt. Zunächst hieß der Ort aber noch slawisch Rodhacice.
1146 Wie sich Roschütz entwickelte
u dieser Zeit nannte man den Ort noch Rodhacice und er war ein Dorf mit slawischen Ursprung. Das Pfarr- und Kirchdorf bestand aus einer Sachsen-Altenburger Gemeinde (im Osten) und einer reußischen Gemeinde (im Westen). Der etwas größere Teil des Ortes war eine Sachen-Altenburger Enklave und vollständig von reußischem Gebiet umgeben. Die Kirche und die Schule gehörten zum Sachsen-Altenburger Teil, wurde aber gemeinschaftlich von beiden Gemeinden genutzt. Bei der Zusammenlegung 1922 auf Grund der neuen Kreiseinteilung des neuen Landes Thüringen brachte der reußische Teil 56 und der Altenburger Teil 786 Bewohner ein.
1146 Die Geschichte der Kirche in Roben
m Schutz einer frühgeschichtlichen Anlage mit doppeltem Halsgraben auf einem dreieckigen Zipfel zwischen zwei Schluchten des Borntales fand das Gotteshaus seinen Platz. Es handelte sich um die Gründung eines bereits 1146 genannten Grundherrengeschlechts. Die Kirche hatte wiederholt Umbauten erfahren, im Jahr 1546 wegen Baufälligkeit, in den Jahren von 1729 bis 1731 und 1899 und 1900 im Zuge umfassender Erweiterung und zuletzt fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1950. Der massige Turm mit viereckigem Unterbau, achteckigem Oberbau und breiter Schweifkuppel mit Arkadenabschluss wurde erst 1729 errichtet. Bis dahin hatten die Glocken ihren Platz in einem seitwärts stehenden Gerüst. 1899/1900 erhielt die Kirche mit dem Anbau von Treppenhaus und turmähnlichen Emporenaufgang ihre heutige äußere Gestalt. Die letzte Innenrenovierung erfuhr sie 1950. Anlass war die Wiederherstellung der restaurierten und in einem neuen Schrein eingefügten Figuren eines gotischen Schnitzaltars, die über 100 Jahre auf dem Boden gelegen hatten. Im Mittelschrein steht zwischen der heiligen Margaretha und einer nicht mehr identifizierbaren Heiligen die Mutter Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Seitenflügel zeigen die heilige Anna Selbdritt und den heiligen Martin, den Namenspatron der Robener Kirche. Die Kanzel, ein Werk aus dem Jahre 1749 mit reicher Schnitzerei, bisher über dem Altartisch an der Ostwand, bekam wieder ihren alten Platz am südlichen Chorpfeiler. Seine ehemalige Bestimmung erhielt auch das Chorostfenster wieder, das als Tür aus der nun abgebrochenen Sakristei zur Kanzel geführt hatte. Bänke, Empore und die Kreuzbachorgel entstammen der Erneuerung von 1900, die hölzerne Barocktaufe mit Lesepultaufsatz und die schönen Balken an der Decke gehören seit 1729 zur Kirche.
15.04.1146 Verleihung des Mönchsklosters
ischof Udo von Naumburg, ein Bruder des Landgrafen Ludwig von Thüringen, verlieh an diesem Tag dem Mönchskloster Bosau bei Zeitz unter anderem den Zehnten von allen Neubruchsäckern auch in dem sogenannten Geragau. Damit wurden wichtige landwirtschaftliche Nutzflächen erschlossen, um der wachsenden Bevölkerung und deren Ansprüchen gerecht zu werden.
15.04.1146 Schenkung bestätigt
m 9. November 1121 belehnte Bischof Dietrich von Naumburg dass 1114 gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz mit dem Zehnt von acht Dörfern "in pago Geraha" (im Gau Gera). Bischof Odo I. bestätigte die Schenkung des Zehnt (Abgabe an das Kloster Bosau) im April 1146 unter Hinzufügung des neunten Ortsnamens "Roschütz". Die in den Urkunden von 1121 und 1146 genannten Ortschaften lagen südlich von Langenberg im Brahmental und dessen nächster Umgebung. Daher gilt als sehr wahrscheinlich, dass die "Brahme" als kleiner Fluss hier die nördliche Grenze der quedlinburgischen Provinz Gera bildete.
1147 Rubitz wurde erwähnt
ubitz wurde erstmals als Lehngut Roboce des Zeitzer Domkapitels erwähnt. Rubitz war über Jahrhunderte ein Rittergut mit wechselnden Lehnsherren. Den Lehnsherren oblag auch die höhere und die niedere Gerichtsbarkeit. Die Straße "Cosse" am nordwestlichen Ortsrand von Rubitz gelegen wurde noch um 1550 als eigenständiges Dorf geführt.
1147 Wie sich Rubitz entwickelte
er Ort wurde 1147 als Roboce erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war slawischen Ursprungs und der Name leitete sich von "Robus", was Knecht bedeutete, ab. Aber auch die sprachliche Herkunft von "roboten", ein altes Wort für die Fronarbeit leisten, ist möglich. Der Ort pfarrte, begrub und schulte von je her nach Thieschitz. Das Rittergut kam um 1500 vom alten Thüringer Adelsgeschlecht von Schauroth in den Besitz der Familie von Uttenhoven und 1596 in das Eigentum derer von Biesenroth. 1681 ging das Gut an die Landesherrschaft über, wurde ein Kammergut und ging 1920 an den Staat über.
1148 Klostergründung
in Siebert von Gehra wird in einer Urkunde der Äbtissin Beatrix von Quedlinburg über die Gründung des Klosters Michaelstein bei Blankenburg im Harz als Zeuge genannt. Diese Edlen von Gera übten vermutlich als Quedlinburger Stiftsvögte die Verwaltung und hohe Gerichtsbarkeit über das Geraer Gebiet aus. Sie errichteten auf dem Hainberg im Gelände einer jungbronzezeitlichen Burgwallanlage eine Burg. Aus dieser Zeit stammt der noch erhaltene romanische Bergfried.
1148 Ein Zeuge aus Gera
n einer Urkunde der Äbtissin von Quedlinburg über die Gründung des Klosters Michalstein bei Blankenburg im Harz aus dem Jahre 1148 wurde ein gewisser Sibert von Gera als Zeuge genannt. Leider wurde versäumt, in der Urkunde klar zu formulieren, ob es sich bei den Zeugen um "Edle" (Adlige) oder "nur" um "Ministeriale" (Dienstmannen) gehandelt hatte. Sibert von Gera war wohl, so ist es zu vermuten, ein quedlinburgischer Stiftsvogt.
1149 Die Vögte von Gera
ie Vögte von Weida, Gera und Plauen waren eine bedeutende mittelalterliche Adelsfamilie im Gebiet der heutigen Länder Thüringen und Sachsen. Nach ihnen ist das Vogtland zwischen oberer Saale, Pleiße und Regnitz benannt. Die Ministerialenfamilie siedelte wohl von Thüringen wahrscheinlich schon vor der Mitte des 12. Jahrhunderts (daher die Datierung auf 1149) in das Gebiet der mittleren und oberen Weißen Elster über. Hier bauten sie mit Rodung und Siedlung und in Wahrnehmung von Reichsaufgaben eine größere Herrschaft auf. Den seit 1209 geführten Vogttitel darf man wohl auf die Vogteirechte des umfangreichen Besitzes des Stifts Quedlinburg in und um Gera zurückführen. Die Vögte stiegen rasch in den Herrenstand auf, Kaiser Ludwig der Bayer bestätigte ihnen 1329 fürstengleichen Rang. Mehrfach waren sie als Reichslandrichter im Egerland und Pleißenland tätig. Stammsitz der Vögte war lange Zeit die Osterburg in Weida. Vor allem unter Kaiser Karl IV. setzte der Machtverfall der Vögte ein. Hauptgewinner waren die Wettiner. Die Linie der Vögte von Weida endete 1531, die der von Gera 1550. Die ältere Linie der Vögte von Plauen endete 1572, die jüngere regierte in den späteren ostthüringischen Herrschaftsgebieten als Grafen, später als Fürsten von Reuß bis 1918. Dieser Teil der Familie der einstigen Vögte von Weida existiert noch im 21. Jahrhundert.
1150 Der Familienname wurde gebräuchlich
m Deutschen Reich, zu dem Gera gehörte, wurden zu dieser Zeit die Familiennamen gebräuchlich. Sie orientierten sich noch zumeist an den Berufen oder der örtlichen Herkunft der Menschen. Gleichzeitig kamen in der Mitte des 12. Jahrhunderts die Stadt- und Wappensiegel auf. Ritter schmückten sich und ihre Schilde mit den Familienwappen und gaben sich zukünftig damit von weither zu erkennen. (Der sogenannte Herold erkannte dann bei Ritterturnieren die gerüsteten und Helm tragenden Gegner am Wappen und stellte diese dann dem Publikum vor. So entstand die Wappenkunde, die Heraldik.)
1150 Die hochmittelalterliche Kolonialstadt Gera
eber die ersten Jahrhunderte der Stadt Gera ist nicht viel bekannt, da kaum Aufzeichnungen angefertigt wurden, was zu dieser Zeit üblicherweise nur die Kirche veranlasst hatte. Gera wurde vermutlich in der Mitte des 12. Jahrhunderts, also um 1150, als noch recht kleine Kaufmannssiedlung in der Nähe einer Stadtburg und des slawischen Dorfes Zschochern am Flussübergang der Handelsstraße von Leipzig nach Nürnberg angelegt. Das Zschochern einst ein eigener Ort war, konnte spätestens in den 1980er Jahre nochmals nachgewiesen werden, als der alte Brunnen in Mitten auf dem Zschochernplatz wiederentdeckt und restauriert wurde. Bereits seit dem Jahr 1234 war in Gera eine Kirche nachgewiesen. 1254 soll späteren Quellen zufolge das erste Rathaus errichtet worden sein und die Stadtmauer, so wird vermutet, erst im 14. Jahrhundert zum Schutz der Stadt und ihrer Bewohner erbaut. Die mittelalterliche Stadt umfasste, allerdings von fünf Stadttoren durchbrochen, ein Mauergeviert von etwa 350 Metern Seitenlänge. Dieser Mauerring wurde in der gesamten Zeit seines Bestehens niemals vergrößert, und bis ins Industriezeitalter wuchs die Stadt nur wenig. In der Südwestecke, in der Burgstraße / Ecke Florian-Geyer-Straße, der ummauerten Stadt befand sich im Mittelalter die Stadtburg der Vögte.
1150 Brahmenau bei Gera
ie Gründung von Brahmenau geht auf das 12. Jahrhundert zurück, daher ist die Datierung auf 1150 nur eine Schätzung und basiert nicht auf einer Urkunde. Brahmenau wurde dann erst am 13. November 1937 aus den Gemeinden Culm, Waaswitz und Groitschen gebildet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Ortsteile Wüstenhain und Zschippach eingemeindet. Die ersten urkundlichen Erwähnungen der heute zu Brahmenau gehörenden Gemeinden stammen wohl aus dem 12. Jahrhundert und gehen auf noch ältere sorbische Siedlungen zurück.
1150 Die Burganlage wurde aufgegeben
as Schloss Crossen ist eine barocke Schlossanlage in Crossen an der Elster im Osten Thüringens. Sie befindet sich auf einem Bergsporn über dem Tal der Weißen Elster. Eine erste Burg in Crossen entstand bereits im 10. Jahrhundert zum Schutz der Handelsstraßen zwischen Gera und Zeitz sowie zwischen Bad Sulza/Camburg und Gera (Wein- und Salzstraße). Sie fand 995 das erste Mal urkundlich Erwähnung, als sie von Kaiser Otto III. dem Bistum Zeitz übereignet wurde. Diese erste Burganlage wurde um 1150 aufgegeben. Ob sie am selben Platz stand wie das heutige Schloss ist nicht nachweisbar.

1151 Die Pest kam durch die Kreuzfahrer
u dieser Zeit hatten die Menschen noch keine Ahnung, vorher die Pest kam und was sie verursachte. Alles wurde mit dem Glauben geregelt und damit die Unwissenheit übergangen. Erst viel später wurde bekannt, dass Ratten und die Flöhe in ihrem Fell die Pesterreger auf den Menschen übertrugen. Genau diese schwarzen Ratten brachten in diesem Jahr die Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land mit nach Europa. In Gera gab es bei Pestepidemien im gesamten Zeitraum des Mittelalters regelmäßig viele Todesopfer.
1151 Gera urkundlich erwähnt
it dem zu dieser Zeit fortschreitenden Landesausbau und den Siedlungstätigkeiten im 12. Jahrhundert, dem Entstehen neuer Dörfer im slawischen Gebiet, wurde der Name Gera mehrfach genannt. Allerdings nur aus Nebenerwähnungen in Urkunden aus den Jahren 1121, 1151, 1152, 1160 und 1171, die alle das Kloster Bosau bei Zeitz betrafen. Am 9. November 1121 belehnte Bischof Dietrich von Naumburg dass 1114 gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz mit dem Zehnt von acht Dörfern "in pago Geraha" (im Gau Gera).

1152 Gera urkundlich in Erscheinung getreten
it dem zu dieser Zeit fortschreitenden Landesausbau und den Siedlungstätigkeiten im 12. Jahrhundert, dem Entstehen neuer Dörfer im slawischen Gebiet, wurde der Name Gera mehrfach genannt. Allerdings nur aus Nebenerwähnungen in Urkunden aus den Jahren 1121, 1151, 1152, 1160 und 1171, die alle das Kloster Bosau bei Zeitz betrafen. Am 9. November 1121 belehnte Bischof Dietrich von Naumburg dass 1114 gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz mit dem Zehnt von acht Dörfern "in pago Geraha" (im Gau Gera).

1153 Die Vögte von Gera, Weida und Plauen
ie Vögte von Gera, Weida und Plauen waren eine bedeutende mittelalterliche Adelsfamilie im Gebiet der heutigen Länder Thüringen und Sachsen. Nach ihnen ist das Vogtland zwischen oberer Saale, Pleiße und Regnitz benannt. Die Ministerialenfamilie siedelte wohl von Thüringen wahrscheinlich schon vor der Mitte des 12. Jahrhunderts in das Gebiet der mittleren und oberen Weißen Elster über. Hier bauten sie mit Rodung und Siedlung und in Wahrnehmung von Reichsaufgaben eine größere Herrschaft auf. Den seit 1209 geführten Vogttitel darf man wohl auf die Vogteirechte des umfangreichen Besitzes des Stifts Quedlinburg in und um Gera zurückführen. Die Vögte stiegen rasch in den Herrenstand auf, Kaiser Ludwig der Bayer bestätigte ihnen 1329 fürstengleichen Rang. Mehrfach waren sie als Reichslandrichter im Egerland und Pleißenland tätig. Stammsitz der Vögte war lange Zeit die Osterburg in Weida. Vor allem unter Kaiser Karl IV. setzte der Machtverfall der Vögte ein. Hauptgewinner waren die Wettiner. Die Linie der Vögte von Weida endete 1531, die der von Gera 1550. Die ältere Linie der Vögte von Plauen endete 1572, die jüngere regierte in den späteren ostthüringischen Herrschaftsgebieten als Grafen, später als Fürsten von Reuß bis 1918. Dieser Teil der Familie der einstigen Vögte von Weida existiert noch heute.
1159 Pölzig wurde gegründet
er Geraer Ortsteil Pölzig wurde in diesem Jahr gegründet. In der Mitte des hohen Mittelalters, 1000-1300, kam es in der Nähe Geras, zu der Zeit selbst noch ohne Regalien, zu vielen Ortsgründungen. Thüringen wurde immer dichter von den Menschen besiedelt. Diese Ortsgründungen schafften die erste flächendeckende und verbindende Infrastruktur in Ostthüringen. Der Handel erwachte und brachte Wohlstand für einige wenige Menschen.
1160 Gera wurde schriftlich erwähnt
it dem zu dieser Zeit fortschreitenden Landesausbau und den Siedlungstätigkeiten im 12. Jahrhundert, dem Entstehen neuer Dörfer im slawischen Gebiet, wurde der Name Gera mehrfach genannt. Allerdings nur aus Nebenerwähnungen in Urkunden aus den Jahren 1121, 1151, 1152, 1160 und 1171, die alle das Kloster Bosau bei Zeitz betrafen. Am 9. November 1121 belehnte Bischof Dietrich von Naumburg dass 1114 gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz mit dem Zehnt von acht Dörfern "in pago Geraha" (im Gau Gera).

1162 Großerbersdorf erstmals erwähnt
n diesem Jahr trat der kleine Ort Großerbersdorf bei Gera erstmals urkundlich in Erscheinung. Das einstige Klosterdorf war im hohen Mittelalter kurz nach der Mitte des 12. Jahrhunderts von Vogt Heinrich I. der Wünschendorfer Veitskirche geschenkt worden. Klöster lebten von den Abgaben der Bauern, sorgten aber auch für das Seelenheil der Dorfbewohner, für Ausbildung (Kosterschule), Begräbnisse und Gottesdienste und schlichteten Streitigkeiten. Außerdem hielten sie eine Verbindung zum Landesherrn.
21.10.1162 Veitsberg (Wünschendorf) erwähnt
er Ortsteil Veitsberg wird östlich von der Weiße Elster und nordwestlich von der Weida begrenzt. Am Westufer der Elster ragt der Rücken des am Ufer langgezogenen Veitsberges bis zur Weidamündung empor. Berg, ehemalige Burg, Kirche und der Ort trugen oder tragen den Namen des strategischen Bergrückens und bekräftigen die Bedeutung dieses Landstrichs. Am 21. Oktober 1162 war die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes Veitsberg. Die natürliche und strategische Bedeutung dieses Ortsteils ist Bindeglied zwischen Mildenfurth, Cronschwitz und auch Weida von einst und heute. Auf Grund seiner besonderen Lage am Südrand des Wünschendorfer Beckens war der langgestreckte Rücken des Veitsberges von Wünschendorf schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Das hatte dann auf die spätere Besiedlung Einfluss und auch auf den Bau der Klöster Mildenfurth und Cronschwitz.
1163 Die Osterbunrg in Weida
er "Osterburg" genannte Stammsitz der Vögte von Weida, war die von 1163 bis 1193 errichtete Burg auf einem Bergsporn über der Stadt. Auf dieser Befestigung residierten die Vögte von Widaa (Weida) bis 1427, weshalb die Stadt auch "Wiege des Vogtlandes" genannt wird.
1164 Der Stammvater der Geraer Vögte
ie Vögte von Gera waren eines Stammes mit den Vögten von Weida. Vogt Heinrich der Reiche von Weida (geboren um 1164/1165 und verstorben um 1209) galt als der Stammvater beider Linien. Sein ältester Sohn Heinrich der Ältere erhält die Vogtei Weida und wird Stifter der Linie Weida, die im Jahr 1531 im Mannesstamm erlosch. Der zweitgeborene Sohn Heinrich der Mittlere (verst. um 1249/1250) erhielt bei der Landesteilung die Vogtei Gera und die Pflege Reichenfels, er nannte sich ab 1238 Vogt von Gera. Der ältere seiner Söhne erhielt in einer 1244 mit seinem jüngeren Bruder vorgenommenen Landesteilung die Vogtei Plauen mit Auerbach und Pausa, sowie die Herrschaft Greiz mit Werdau und Reichenbach und wurde der Begründer der Linie der Vögte von Plauen. Der jüngere Bruder erhielt die Vogtei Gera und die Pflege Reichenfels, sowie Tanna und Mühltroff. Als Heinrich I. gezählt, wurde er der Begründer der Linie der Vögte von Gera.
14.06.1165 Lichtenberg erstmals erwähnt
ichtenberg ist eine ehemalige Gemeinde in Thüringen, die in den 1950er Jahren zum großen Teil im Rahmen des gleichnamigen Wismut-Tagebaus abgebaggert wurde. Der erhalten gebliebene Teil des Ortes ist heute ein Ortsteil von Kauern im Landkreis Greiz. Der Ort wurde am 14. Juni 1165, nach anderen Quellen 1306 erstmals urkundlich erwähnt. Lichtenberg gehörte bis 1920 zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie und ab 1920 zum Land Thüringen. Am 1. April 1939 wurde Lichtenberg mit dem Nachbarort Loitzsch zur Gemeinde Lichtenberg vereint. Die so entstandene Gemeinde Lichtenberg wurde 1950 nach Kauern eingemeindet. Ab 1949 erfolgte eine geologische Erkundung des Gebietes; umfangreiche Uranvorkommen wurden unter Lichtenberg gefunden. Mehrere Tiefschürfe entstanden rund um den Ort; im März 1952 wurde am südlichen Ortsrand von Lichtenberg ein erster Hauptschacht auf 180 Meter Tiefe geteuft. Teile der Flur wurden abgesperrt und erste Höfe geräumt; die Landschaft war fortan vom Bergbau geprägt. Bis 1954 mussten die letzten der 254 Bewohner den Ort verlassen. Die meisten Einwohner fanden in Ronneburg, Wünschendorf, Seelingstädt und Lengefeld eine neue Heimat. Als letztes Gebäude wurde 1965 die ehemalige Schäferei abgerissen. Nur zwei Anwesen blieben vom Ort erhalten, die nun mit dem Rest des damaligen Dorfes Loitzsch den neuen Ort Lichtenberg bilden.
1168 Das erste Tinz
uf und Heinrich von Thinz bestätigten in diesem Jahr eine Urkunde des Naumburger Bischofs Udo II., welche den Ort erstmals erwähnte.
1168 Großebersdorf (Harth-Pöllnitz) wurde erwähnt
roßebersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz in Thüringen. Nachbarorte sind Struth, Birkhausen, Lederhose, Kleinbocka und Frießnitz. Die urkundliche Ersterwähnung von Großebersdorf hat zwischen 1168 und 1193 stattgefunden. Die Lage des Ortes an der Bundesstraße 2 von Schleiz nach Gera und an der Landstraße nach Hermsdorf lässt auf die vergangene und gegenwärtige Bedeutung des Ortes schließen. Auch das Umland mit den bewaldeten Anhöhen Eichert und Birkert und die welligen nach Süden strebenden ackerbaulichen Ebenen, mit Teichen durchsetzt, machten Großebersdorf für Erholungsuchende aus der Stadt, besonders aus Gera, interessant. Das wussten früher und auch heute die 200 Einwohner und Bauern zu nutzen.
1170 Die Wolfgangskapelle in Gera
twa um das Jahr 1170 bis 1186 wurde in der Geraer Vorstadt die Sankt Wolfgangskapelle errichtet. 1323 wurde sie der neu erbauten Trinitatiskirche angegliedert. 1841 wurde die Kapelle, welche den Hirten und Schäfern als Wallfahrtsort gedient hatte, abgebrochen und der frei gewordene Platz wurde zur Errichtung des Kirchturms verwendet.
1171 Gera wurde erwähnt
it dem zu dieser Zeit fortschreitenden Landesausbau und den Siedlungstätigkeiten im 12. Jahrhundert, dem Entstehen neuer Dörfer im slawischen Gebiet, wurde der Name Gera mehrfach genannt. Allerdings nur aus Nebenerwähnungen in Urkunden aus den Jahren 1121, 1151, 1152, 1160 und 1171, die alle das Kloster Bosau bei Zeitz betrafen. Am 9. November 1121 belehnte Bischof Dietrich von Naumburg dass 1114 gegründete Benediktinerkloster Bosau bei Zeitz mit dem Zehnt von acht Dörfern "in pago Geraha" (im Gau Gera).

1172 Unter der Herrschaft Barbarossas
nter dem Kaiser Friedrich I. (um 1122 bis 1190 aus dem Adelsgeschlecht der Staufer war von 1147 bis 1152 als Friedrich III. Herzog von Schwaben, von 1152 bis 1190 römisch-deutscher König und von 1155 bis 1190 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er ertrank während des Dritten Kreuzzuges bei der Überquerung des Flusses Saleph im damaligen West-Kilikien in der heutigen Türkei. Den Beinamen "Barbarossa" ("Rotbart") erhielt er in Italien wegen seines rötlich schimmernden Bartes.) erlangten die Weidaer Vögte 1158 das links der Elster gelegene Burgward Veitsberg/Weida als unmittelbares Reichslehen. Durch diesen Umstand wurde Erkenbert II. im Rahmen der kaiserlichen Ausbaubestrebungen des Reichsgutes zum Reichsministerialen ernannt. Dessen Sohn Heinrich I., so wird es von Historikern überliefert und angenommen, wurde im Jahre 1172, als dieser am Hoflager Kaiser Barbarossas in Altenburg teilnahm, vom Herrscher mit der Vogtei, dem Regal des Blutbanns und der hohen Gerichtsbarkeit über ein größeres Gebiet rechts der Elster, zu dem insbesondere die Burgwarde Ronneburg, Berga und Greiz gehörten, beliehen.
1173 Barbarossa in Thüringen
uf einem geheimen Hoftag, der den Umständen nach nur im ehemaligen Gasthof "Zum Schwarzen Bär" im Thüringischen Hermsdorf stattgefunden haben konnte, einhob Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) den König von Böhmen seiner Würde. Aus den wissenschaftlichen Arbeiten von Karl Pertz und Giesebrecht, zwei Historiker des 19. Jahrhunderts, die sich um die Erforschung des deutschen Mittelalters verdient gemacht haben, ist zu entnehmen, dass das in einer Urkunde erwähnte "Ermiendorf" mit Hermsdorf heute Thüringen identisch ist. Die Urkunde besagt, dass 1173 auf dem Hoftag in "Ermiendorf" Kaiser Friedrich I. den König von Böhmen seiner Würde entsetzt und das Herzogtum an Sobeslaw gab. Es kann sich also beim Hoftag von 1173 nur um ein Hermsdorf handeln, das weit genug entfernt liegt, um Altenburg oder die Kaiserpfalz Kayna auszuschließen, das aber im Hinblick auf die fehlenden Eintragungen in den Reiseberichten des Kaisers wiederum nahe genug liegt. Der Zeitraum der fehlenden Eintragungen ist aber nur so gering, sodass Pertz und von Giesebrecht daraus schlossen, dass mit "Ermiendorf" nur das Hermsdorf bei Eisenberg gemeint ist, da sich Friedrich I. mit seinem Gefolge aufgrund der damaligen Verkehrssituation nicht sehr weit entfernt haben konnte. Bei den benutzen Straßen konnte es sich nur um die Regensburger Handelsstraße sowie die Köstritzer Straße handeln.
1174 Klostergründung durch Heinrich den Reichen
einrich, der Reiche genannt, war in den Jahren 1174-1196 urkundlich in Erscheinung getreten und im Jahr 1209 verstorben. Die Gründung des Prämonstratenserklosters Mildenfurth durch ihn im Jahr 1193, lässt den Hinweis zu, dass die Rodungs- und Kolonisationsbestrebungen jener Zeit in regem Gange war. Prämostratenserklöster waren zu dieser Zeit die wichtigsten Stützpunkte der Ostexpansion und Mildenfurth war in seiner besonderen Eigenschaft als ältestes Kloster des Vogtlandes maßgeblich am Ausbau des Herrschaftsgebietes der Vögte beteiligt.
1179 Zum Namen Heinrich
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über dem Vornamen Heinrich aller männlicher Nachkommen derer zu Reuß folgendes auf. "Über den Ursprung des Namens Heinrich, dessen das Reußen-Geschlecht sich ausschließlich als Taufname bedient, herrscht eben so viel Dunkelheit, als über den Ursprung des Namens Reuß. Was Beckenstein, Körber, Marquart, Büchner und andere sagen, ist bloß Vermuthung, und für den Wahrheitsforscher in der Geschichte sehr unbefriedigend, " daß nämlich schon zu Heinrich des Voglers Zeiten, im 10ten Jahrhundert bey den Vorfahren des reußischen Geschlechts der einzige Name Heinrich gebräuchlich gewesen, und diesem Kaiser zu Ehren angenommen worden sey." Ingleichen: daß dieser Kaiser, oder irgend einer seiner Nachfolger über gewisse Verträge, die deswegen in dieser Familie der reußischen Vorfahren errichtet worden seyn sollen, Bestätigung oder Privilegien ertheilet habe - alles das kann nicht durch Dokumente erwiesen werden, und ist bloß leere Vermuthung. In Ansehung dieses Zeitpunktes, in welchem der Gebrauch dieses Namens seinen Ursprung genommen habe, sagen zwar die alten Klosternachrichten, daß einer von den Söhnen des Grafen Eckbrechts, als des bekannten Stammvater des Geschlechts der Voigte, von welchem sich das jetzige reußpl. Haus beschreibt, schon den Namen Heinrich geführt habe; - und man findet auch in den Nachrichten, in jeder folgenden Generation einen Heinrich, - und in dieser Rücksicht ließe sich allenfalls behaupten: daß der Name Heinrich bey diesem Geschlecht, wo sich seit dem 10ten, doch gewiß seit dem 11ten Jahrhundert gebräuchlich gewesen. - Allein, da jeder dieser Heinriche mehrere Brüder gehabt, die nicht eben denselben, sondern anderen Namen als: Otto, Burchard, Bernhard führten, so kann man den Namen Heinrich noch nicht mit Recht für den einzigen Familiennamen zu jener Zeit ausgegeben." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1180 Neue Verwaltung
ie Vögte von Weida, ein welfisches Ministerialengeschlecht aus der Gegend um Mühlhausen, übernahmen im Gebiet der mittleren und oberen Weißen Elster die Verwaltung von Reichsgut und lösten die Edlen von Gera als Quedlinburger Stiftsvögte ab.
1180 Die Landesgeschichte um Gera in Thüringen
eit dem Ende des 12. Jahrhunderts bildeten die Reichsfürsten einen eigenen Stand, der König hatte das Recht, auch rangniedrige Adelige in den Reichsfürstenstand zu erheben. Ludwig III., der Landgraf von Thüringen, gelang dieser Aufstieg 1180.
1180 Hochmittelalterlicher Städtebau auch in Gera
m Unterschied zu einer dörflichen Gemeinschaft oder einer Grundherrschaft waren die Häuser der Städtebewohner eng aneinander gebaut. Die Architekten des hohen Mittelalters legten schon bewusst Straßenzüge an, in denen sich verschiedene Gewerke ansiedelten. Für Gera üblich waren die Böttchergasse, die Webergasse oder auch die Schuhgasse. Etwa 20% der Stadtbevölkerung war notleidend oder auch arm und bedürftig. Also verfügten auch etwa 80% der Menschen zu dieser Zeit über ein durchaus ausreichendes Einkommen.
Zusatzinformationen
1180 Aus dem Bericht der Äbtissin
m das Jahr 1200 hatte die Äbtissin des Quedlinburger Stifts einen Rechenschaftsbericht angefertigt, in dem sie die in der Amtszeit ihrer Vorgängerinnen teils verlorengegangenen und teil verpfändeten Einkünfte des Stifts zurück gewonnen hatte. Es war zugleich die erste Urkunde seit 999, in der wieder eindeutig etwas über Gera geschrieben wurde. Dort war zu ersehen, dass die Geraer Stiftsvögte ihr Amt zum eigenen Vorteil und damit zum Nachteil des Stiftes buchstäblich ausgeraubt hatten. Diese Tatsache wird als Grund gesehen, warum die Äbtissin in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts andere Vögte einsetzte. Die geschah vermutlich um 1180.
1180 Die Geraer Münzstätte
uf Grund der günstigen Lage der Burg in Gera (später wurde die Burgstraße in der Innenstadt danach benannt) am Kreuzungspunkt wichtiger mittelalterlicher Handelsstraße ließen sich im Schutze der Burg Handwerker und Kaufleute nieder. Und auch die nach 1180 nachgewiesene Geraer Münzstätte wies auf das Vorhandensein eines Geraer Marktes zu dieser Zeit hin. Die alte Regensburger Straße, welche sich in Schleiz mit der Nürnberger Straße vereinigte und über Auma, die Hohe Reuth und Gera nach Zeitz führte, stellte die kürzeste Verbindung in dieser Richtung dar, und war ein wichtiger Zufahrtsweg für die Geraer Händler zur Leipziger Messe. Die Straße durchquerte in der Gegend der Elsterbrücke, die bereits im 16. Jahrhundert als "Große Brücke" Erwähnung fand, eine Furt. (Zu dieser Zeit existierten zwischen den einzelnen Städten, Orten oder Dörfern meist nur jeweils eine Verbindungsstraße. Hier gab der Name der Straße die Verbindung an und war noch keine innerörtliche Bezeichnung, denn innerhalb der Stadtmauern von Gera gab es noch keine Straßen, sondern nur Gassen. Namentlich benannte Straßen waren Handelsstraße oder Pilgerstraßen zwischen den Orten.)
1180 Heinrich III. geboren
einrich III., "der Ältere", war der Vogt von Weida-Ronneburg in den Jahren von 1209 bis 1219 und wurde um 1180 geboren. Er gründete einst die im Jahr 1531 erloschene Linie Weida und trat nach 1219 dem Deutschen Orden bei. Er verstarb an einem 9. Juli vor dem Jahr 1224.
13.05.1180 Ein Ehrenvorrang des Landgrafen
in Ehrenvorrang des Landgrafen gegenüber den Herzögen des Reiches wurde an diesem Tag in der Gelnhäuser Urkunde anerkannt. Dem folgte die Belehnung der Thüringer Landgrafen mit der Pfalzgrafschaft Sachsen (Allstedt).
1181 Wichtige Handelsstraße um Gera
ie alte Regensburger Straße, welche sich in Schleiz mit der Nürnberger Straße vereinigte und über Auma, die Hohe Reuth und Gera nach Zeitz führte, stellte die kürzeste Verbindung in dieser Richtung dar, und war ein wichtiger Zufahrtsweg für die Geraer Händler schon in den 1180er Jahren zur Leipziger Messe. Eine andere wichtige Straße war die Verbindung von Halle über Dürrenberg, Teuchern, Zeitz, Krossen, Gera, Werdau und Zwickau in das an Salz arme Böhmen. Die danach benannte "Salzstraße" im Geraer Ortsteil Liebschwitz zeugte noch in der Neuzeit von diesem Handelsweg und dem nicht nur für Böhmen wichtigen Handelsgut dieser Zeit. Salz wurde oft in Gold aufgewogen und hatte den Beinamen "Weißes Gold". Später hatten auch die orientalischen Gewürze wie Pfeffer oder Anis, Cardamom, Fenchel, Safran oder Ingwer solch enorme Preise. Gleichfalls bedeutend für den Handel rund um Gera war die Verbindung von Plauen über Jeßnitz Elsterberg, Greiz, Weida, Meilitz und Liebschwitz nach Gera führende Handelsstraße. (Zu dieser Zeit existierten zwischen den einzelnen Städten, Orten oder Dörfern meist nur jeweils eine Verbindungsstraße. Hier gab der Name der Straße die Verbindung an und war noch keine innerörtliche Bezeichnung, denn innerhalb der Stadtmauern von Gera gab es noch keine Straßen, sondern nur Gassen. Namentlich benannte Straßen waren Handelsstraße oder Pilgerstraßen zwischen den Orten.)
1181 Zur Geschichte von Rückersdorf
ückersdorf gehört zum Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet. Am Südrand des Dorfes entspringt die Westliche Sprotte, die durch das Dorf nordwärts nach Mennsdorf und Posterstein fließt. Im Südwesten des Gemeindegebiets verläuft die regionale Wasserscheide zwischen der Weißen Elster und der Pleiße. Die nächsten Städte sind Ronneburg (5 km nördlich), Berga/Elster (9 km südwestlich), Crimmitschau (12 km östlich) und Gera (12 km nordwestlich). Rückersdorf wurde 1181 im Bosauer Zehntverzeichnis erstmals erwähnt. Bis 1918 gehörten Haselbach, Reust und ein Teil von Rückersdorf zu Sachsen-Altenburg und waren seit 1900 dem Landratsamt Ronneburg zugehörig. Der andere Teil von Rückersdorf gehörte zur Amtshauptmannschaft Zwickau des Königreichs Sachsen. Im Rahmen der Flurbereinigung von 1928 kam der sächsische Teil von Rückersdorf zu Thüringen und war damit wie die übrigen zur heutigen Gemeinde gehörenden Orte dem seit 1922 existierenden Landkreis Gera zugehörig.
1181 Joanswalde wurde erwähnt
onaswalde ist eine kreisangehörige Gemeinde im äußersten Süden des thüringischen Landkreises Altenburger Land. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental. Jonaswalde wurde in der Zeit von 1181 bis 1214 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1826 bis 1920 gehörte Jonaswalde zu Sachsen-Altenburg und war seit 1900 dem Landratsamt Ronneburg zugehörig. Von 1922 bis 1952 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Gera und kam anschließend zum Kreis Schmölln.
1182 Heinrich IV., der Mittlere geboren
einrich IV., "der Mittlere" war der Vogt und Herr über Plauen und Gera in den Jahren 1209 bis 1237/1238 und fand urkundlich 1209 bis 7. Februar 1249 Erwähnung. Er erhielt bei der Landesteilung die Vogtei Gera und die Pflege Reichenfels, nannte sich ab 1238 Vogt von Gera, Ritter des Deutschen Ordens (1237), Landmeister in Preußen (1241-1244) und wurde 1249 Vizelandmeister. Geboren wurde er um 1182 und verstarb nach dem 7. Februar 1249. Bestattet wurde er im Kloster Cronschwitz. 1225 heiratete er die Burggräfin Jutta von Altenburg, Erbin von Vogtsberg und Oelsnitz. Am 8. September 1238 wurde die kirchliche Trennung der Ehe durch Bischof Engelhard von Naumburg in der Klosterkirche zu Mildenfurth vollzogen. Sie gründete 1238 das Dominikaner-Nonnenkloster Cronschwitz und wurde 1251 Priorin. Urkundlich fand sie vom 8. September 1238 bis 1. Mai 1268 Erwähnung. Geboren wurde sie um 1186 und verstarb nach 1. Mai 1268 im Kloster Cronschwitz, wo sie auch bestattet wurde. Sie war die Tochter des Burggrafen Albrecht I. von Altenburg ( bis 1229).
1182 Die Geschichte von Falka
rkundliche Erwähnungen eines Ortes Falka (Falcovie, Valcka) von 1182, 1209 und 1308 lassen keine eindeutige Aussage über den tatsächlich gemeinten Ort ,Großfalka oder Kleinfalke, zu. Spätere Eigentumsverzeichnisse des Klosters Mildenfurth besagen Besitztümer in Großfalka, sodass die urkundliche Ersterwähnung auf 1209 festgelegt werden kann. Ab 1529 werden beide Orte sicher unterscheidbar beurkundet.
1183 Hochmittelalterliche Literatur
n den Jahren von 1183 bis 1189 trat Thüringen in die hochmittelalterliche Literaturlandschaft ein. Es begann mit der Vollendung des Romans "Aeneas" durch Heinrich von Veldecke.
1184 Der erste Gartenbau in Gera
us einem quedlinburgischen Abgaberegister ging hervor, dass in diesem Jahr in Gera Hopfen, Erbsen, Mohn und Hirse in gärtnerischen Anlagen gezielt angebaut wurde. Es handelte sich dabei natürlich um die beginnenden landwirtschaftlichen Tätigkeiten im Geraer Gebiet und hatten nichts mit kulturellem Gartenbau zu tun.
1184 Geraer Zahlungsverpflichtungen
on 1184-1203 hatte Gera folgende Zahlungsverpflichtungen an Quedlinburg zu entrichten. Dazu gehörten 60 Mark Freiberger Silber (1 Mark waren ½ Pfund 500 g Silber) und Brakteate (einseitig geprägte Hohlmünzen, Hohlpfennige), drei Maß Mohn, drei Maß Hirse, drei Maß Erbsen und 20 Maß Hopfen zur Bierherstellung.
1184 Pölzig erstmals erwähnt
er kleine Ort Pölzig wurde im Jahr 1184 erstmals schriftlich erwähnt und in einer Urkunde festgehalten. Der Ort selbst dürfte aber wesentlich älter sein, da er zu seiner ersterwähnung als Ort schon existiert hatte und bewohnt war. Im Volksmund der Thüringer wurde der Ort noch in der Neuzeit nur "Bielzsch" genannt.
1185 Der erste deutsche Artusroman
ür die Menschen in Gera im 12. Jahrhundert waren die Bücher noch etwas ganz besonders, weil sie diese nur sehr selten zu sehen bekamen und sie noch nicht so verbreitet waren unter den einfachen Menschen. Die meisten Geraer konnten die Bücher auch nicht nutzen, da sie weder das Lesen noch das Schreiben beherrschten. Für die wenigen Geraer, die von Stande waren und die Buchstaben beherrschten wurde zu Ende des 12. Jahrhunderts ein legendäres Werk veröffentlicht. Der erste deutsche Artusroman erschien.
Zusatzinformationen
1186 Die erste Kirchenordnung
as Jahr 1186 ist ein geschätztes Datum, da hier die Geschichtsforschung von einer Zeit kurz vor dem 13. Jahrhundert ausgeht. Die Bevölkerung der Stadt Gera gehörte anfangs zum Bistum Naumburg. Daher erließ das Stift Quedlinburg wohl schon zu dieser Zeit eine Kirchenordnung für die "Stadt" Gera, welche erst 1237 die Regalien und somit das Stadtrecht erhielt. Gera war somit Sitz eines Dekanats innerhalb des Archidiakonats Zeitz.
04.04.1186 Udo II. von Veldens geboren
do II. von Veldenz war von 1161 bis 1186 Bischof von Naumburg. 1168 tauchen ein Luf und ein Heinrich von "Thinz" als Zeugen in einer Urkunde des Naumburger Bischofs Udo II. auf. Der Ort selbst wurde erstmals 1290 als allodium Tyncz erwähnt. Tinz war später ein Stadtteil von Gera. Udo stammte aus dem Hause der Ludowinger und war der Sohn des Grafen Gerlach I. von Veldenz und der Cäcilie (verst. 1141), der Tochter von Ludwig dem Springer. Somit war sein Onkel Udo I. von Thüringen. Von 1140 bis 1159 ist er als Propst in Zeitz bezeugt, der am 2. Oktober 1161 als Bischof von Naumburg ordiniert wurde. Als Anhänger der Staufer war er in Reichsangelegenheiten 1162 in Italien und Burgund unterwegs. Er nahm 1163 am Fürstentag in Nürnberg teil, tauschte 1164 Güter mit dem Kloster Oberzell, weilte häufig in der Nähe des Kaisers Barbarossa und nahm am Zug gegen Rom 1167 teil. Durch den Tausch mit Oberzell, gelangte er für das Bistum an die Güter in Ostheim, Lauringen, Höchheim, Himmelstadt, Birkenfeld und Karbach. 1169 schenkte er dem Naumburger Domkapitel den Forst Aue vor Naumburg, war 1173 Zeuge der Gründung des Klosters Zelle bei Aue, was auf Interesse an der Erschließung des Westerzgebirges für die Naumburger Diözese hinweist. Besonders kümmerte er sich um den Ausbau der Klöster des Bistums Naumburg. So besonders für das Kloster Bosau, Kloster Schulpforte, das Zeitzer Stephanskloster, das Nonnenkloster Remse, sowie für die Naumburger Inventarien St. Moritz und St. Georg. Zudem stiftete er mit dem Kaiser das Chorherrenstift auf dem Berge vor Altenburg, das ihm selbst geweiht wird. 1179 nahm er am Dritten Laterankonzil in Rom teil und erschien letztmals 1185 als Urkundenaussteller. Die Chroniken schreiben über ihn, dass er hoch betagt gestorben sei. Möglich wäre als Sterbeort Naumburg, da er als alter, gebrechlicher Mann nicht mehr gereist sein dürfte. Der Ort seiner Bestattung ist unbekannt, der plausible Hinweis auf eine Bestattung im Naumburger Dom stammt aus der Taubeschen Chronik des Geschichtsfälschers Johann Georg Rauhe. Eine Darstellung seiner Person befindet sich im Naumburger Dom im Westchor auf der Nordseite im sogenannten Laienfenster aus dem 13. Jahrhundert. Zudem sind zwei Brakteaten aus seiner Zeit bekannt.
1189 Die ersten Reußen
m 12. Jahrhundert, genauer zum Ende dieses Jahrhunderts, gab es den ersten Nachweis über die Existenz Reuß´schen Vorfahren der späteren Herrscher. Sie wurden in Nord- und Ostthüringen erstmals schriftlich erwähnt. Die Jahreszahl 1189 ist nur zum Verdeutlichen der Zeit gewählt und ist zeitlich nicht genau zum erwähnten Ereignis zu sehen.
1190 Der älteste Siedlungskern Geras
m Gebiet der späteren "Burgstraße", der "Floria-Geyer-Straße" und dem "Johannisplatz" befand sich der älteste Geraer Siedlungsring. Am Ende des 12. Jahrhunderts legten hier die Vögte von Weida auf Quedlinburger Stiftsgebiet eine Burg an, in deren Schutz sich die Geraer Burgsiedlung (lat. suburbium) entwickelte.
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1190 Die Geraer Gerichtsbarkeit
en Ort Gera trugen die Vögte vermutlich schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts vom Stift Quedlinburg zu Lehen, das 999 die Provinz Gera von Kaiser OTTO III. als Geschenk erhalten hatte. Über diesen abgelegenen Besitz des Stiftes hört man erst wieder in einem Rechenschaftsbericht der Äbtissin Adelheid (1184-1203), in dem verlorene Güter und Rechte aufgezählt werden. Dort erscheint ein advocatus. Es kann sich nur um einen Weidaer, wohl nur um Heinrich II. den Reichen handeln. Denn 1237 sagt Heinrich IV. in einem Vergleich mit Äbtissin Gertrud, seine Vorfahren hätten bereits alle 3 Richterdrittel der Vogtei besessen. Jetzt übertrug ihm die Äbtissin gegen eine Zahlung von 72 Mark 2 Drittel der Gerichtsbarkeit in der Vogtei Gera (advocacia de Gera) zu Lehen. Die Niedergerichtsbarkeit in der Stadt Gera blieb dem Schultheißen der Äbtissin, während der Vogt auch dort die Hochgerichtsbarkeit erhielt. Wie seine Vorfahren sollte der Vogt auch die Münze in Gera weiter zu Lehen tragen. Außer der Stadt dürften zur Vogtei Gera nur wenige Otrtschaften gehört haben. Schon Langenberg wurde als Naumburger Lehen beansprucht.
1190 Ein kulturelles Zentrum
n der 1190-1217 Regierungszeit von Landgraf Hermann I. zwischen 1190 und 1217 entwickelte sich die Minne und die Dichtung stark. Melodischer Gesang und "wohlklingende" Worte gehörten nun zum Repertoire der Minnesänger wie Walter von der Vogelweide (um 1170-1230) oder Hartmann von Aue (verstorben zwischen 1210 und 1220). Die Wartburg wurde ein kulturelles Zentrum der mittellhochdeutschen Dichtung. Der bekannte Sängerkrieg begann um 1206.
1191 Untermhaus wurde zum ersten Mal erwähnt
ie erste urkundliche Erwähnung: "Unterhaus" (1534 findet man die Bezeichnungen Underhaus und Underheuser in den Quellen). Seinen Namen verdankt Untermhaus mit großer Wahrscheinlichkeit seiner Lage, das Vorwerk bzw. die Vorbefestigung des Osterstein lag "unter dem Haus" (was keine andere Bezeichnung als die von den Geraern übliche für das Schloss bzw. die vorherige Burg war). Vermutlich entstanden Burg und Vorwerk schon im 10.Jh. (spätestens aber im 12.Jh.)
Zusatzinformationen
1191 Der Vorort Hain
in Volradus von Haen wurde in einer die Propstei zu Zeitz betreffenden Urkunde in diesem Jahr unter den Zeugen genannt.
1191 Caaschwitz bei Gera
n diesem Jahr wurde der kleine Ort Caaschwitz bei Gera zum ersten Mal urkundlich und damit schriftlich niedergelegt erwähnt. Er blieb bis in die Neuzeit eine ländliche Siedlung und gehörte früher zum Herrschaftsgebiet der Reußen.
14.04.1191 Posterstein wurde erwähnt
osterstein ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental. Am 14. April 1191 wurde Posterstein erstmals urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert besaß die Familie Puster die Burg "Stein", von ihr stammt der heutige Name. 1952 kam Posterstein vom Landkreis Gera an den Kreis Schmölln, über den es 1994 an den Landkreis Altenburger Land gelangte.
1192 Heinrich II. am kaiserlichen Hof
einrich II. der Reiche folgte seinem Vater als Vogt zu Weida. Andere Hauptorte waren noch Greiz, Gera, Mylau und Ronneburg. Er förderte die deutsche Besiedlung im bisher vorwiegend slawischen Vogtland und baute mit Rodungslandschaften den Allodialbesitz aus. Er besaß unter anderem Lehen der Bischöfe von Naumburg und von Bamberg, der Abtei Quedlinburg (Gera) und der Erzbischöfe von Mainz, woraus sich jeweils jahrhundertelange Auseinandersetzungen ergaben. Er musste für Teilgebiete Vasall der Landgrafen von Thüringen werden was alle Besitztümer links der Weißen Elster betraf und was ebenso zu jahrhundertelangen Auseinandersetzungen seines Hauses mit den Wettinern als Rechtsnachfolgern der Landgrafen führte. Des weiteren aber auch und die Familiengeschichte und den Niedergang des Hauses bestimmte. Er erwarb unter anderem noch die Vogtei Schmölln. Er weilte im Jahr 1192 am kaiserlichen Hofe zu Magdeburg und wurde ausdrücklich als Ministeriale und Marschall bezeichnet. Wegen seiner Freundschaft und Verwandtschaft mit Kaiser Heinrich VI. und aus Dankbarkeit für die zahlreichen Beweise kaiserlicher Huld legte er in einem Familiengesetz fest, dass alle Söhne des Geschlechts in der Taufe den Namen Heinrich erhalten. Für einen in der Jugend aus Unachtsamkeit verursachten Brudermord stiftete er 1193 das Prämonstratenser-Mönchskloster Mildenfurth als Familienkloster.
1193 Ein späteres Postkartenmotiv entstand
ntweder in diesem Jahr oder aber erst 1206 wurde in Gera Untermhaus die Sankt Marienkirche als Wallfahrtskapelle erbaut. Das Kirchenschiff wurde in Flussnähe zur Weißen Elster hin ausgerichtet. Das Gotteshaus ist damit eines der ältesten Bauwerke der Stadt. (Die Ungenauheit im Datum kann mit fehlerhaften Aufzeichnungen zu dieser Zeit zusammen hängen, oder auf unterschiedliche damals gebräuchliche Kalender zurück zu führen sein. Der Gregorianische Kalender wurde erst 1582 eingeführt.)
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1193 Die neue Lehnshoheit
achdem in diesem Jahr die Vögte von Weida die Lehnshoheit der Landgrafen von Thüringen für das Gebiet links der Elster anerkennen mussten, legten sie auf quedlinburgischem Stiftsgebiet rechts der Elster eine neue Burg an.
1193 Die alte Nikolauskapelle
ie war vermutlich Namensgeber für den Geraer Nikolaiberg, auf dem sie etwa in diesem Jahr errichtet worden war. Sie war das Vorgängerbauwerk der St. Salvatorkirche eben auf diesem Nikolaiberg. In einer mittelalterlichen chronikalischen Nachricht war von der Straßenkapelle die Rede. Heinrich der Reiche, Vogt zu Weida, gründete im gleichen Jahr das Prämonstratenserkloster in Mildenfurth bei Wünschendorf und besetzte es mit Magdeburger Chorherren.
1193 Die Reichsministerilität der Salier und Staufer
odungstätigkeiten waren zu dieser Zeit eine Quelle der Macht und des Reichtums, die sich bereits Heinrich von Weida 1193 erworben hatte. Heinrich der Reiche war imstande, ein stattliches Hauskloster, Mildenfurth, zu gründen. Einer Bestätigungsurkunde der 3 Söhne Heinrichs II. des Reichen von 1209 nach, deren Original verloren ist, wäre zu schließen, dass die Gründung mit Zustimmung Kaiser Heinrichs VI. und des Landgrafen Hermann von Thüringen erfolgte, Reich und Landgraf also am Boden Rechte hatten. Heinrich, dem auch Gera gehörte, war mit Bertha von Vohburg vermählt, was deshalb besonders auffällt, weil auch der früher erwähnte Walther von Weimar-Gleißberg nach einer Inschrift in der Erfurter Schottenkirche mit Hedwig, einer Tochter des Markgrafen von Vohburg vermählt gewesen sein soll. Wenn dann noch die an einen Ravensburger Dienstmann vermählte Gemahlin Kaiser Friedrich I. (Barbarossa 1120-1192), Adela von Vohburg, hinzukommt, so erscheint es fast so, als hätte die Historie des Kaisergeschlechts mit einem genealogischen Mythos zu tun, der sich vielleicht als Folge der Scheidung des Kaisers herausgebildet hat. 4 Grafentöchter als Gemahlinnen von 3 aufeinanderfolgenden Weidaern im 12. Jhahrhunderts ist nach einem großen Überblick über die gesamte Reichsministerialität, ihre Genealogie und Ständegeschichte, eine gewisse Ungeheuerlichkeit wenn nicht Sensation.
1193 Landgraf Hermann von Thüringen
einrich I., Sohn Erkenberts II. dem Vogt von Weida, wurde, so wird es von Historikern angenommen und überliefert, im Jahre 1172, als dieser am Hoflager Kaiser Barbarossas (um 1122-1190) in Altenburg teilnahm, vom Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) mit der Vogtei, dem Regal des Blutbanns und der hohen Gerichtsbarkeit über ein größeres Gebiet rechts der Elster, zu dem insbesondere die Burgwarde Ronneburg, Berga und Greiz gehörten, beliehen. Breits im Jahre 1193, dem Jahr als man auch das Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf gegründete, wurde das links der Elster gelegene Gebiet dem Landgrafen Hermann von Thüringen zugesprochen, was dazu führte, dass die Vögte dieses Gebiet nun von diesem in Form eines Reichsafterlehn zu Lehen nehmen mussten.
08.09.1193 Das Kloster Mildenfurth entstand
n diesem Jahr gründeten die Vögte von Weida ein eigenes Hauskloster bei Gera. Es handelte sich dabei um das Prämonstratenserkloster Mildenfurth.
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08.09.1193 Mildenfurth erstmals erwähnt
ildenfurth ist ein Ortsteil von Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz in Thüringen. Der Ort Mildenfurth und das gleichnamige Kloster liegen am Fluss Weida kurz vor der Mündung in die Weiße Elster in der fruchtbaren und kupierten Aue. Durch den Ort führt die Landesstraße 2330 und mündet auf die Bundesstraße 92 mit Anschluss an die Bundesstraße 175. Somit ist der Ort verkehrsmäßig gut bedient. Am 8. September 1193 wurde der Ort genau wie das Kloster erstmals urkundlich erwähnt. Die Mildenfurther Klostermühle wurde 1260 erstmals urkundlich genannt. In dieser ehemaligen Wassermühle wurde bis 1995 noch gearbeitet. Sie war lange Zeit für die LPG Zossen und nach der Wende für die Agrargenossenschaft Köckritz der Mischfutterhersteller. 1999 wurde dann die Arbeit eingestellt. Das ehemalige Kloster des Ortes wird von einem Künstlerehepaar genutzt. Vieles gibt es inzwischen in Mildenfurth wieder zu entdecken: Geschichte, Kunst, Natur-Exkursionen, Radwanderungen und individuelle Besuche.
1194 Der erste Geraer Schulheiß
ereits seit Beginn der urkundlichen Überlieferung ist Gera als Gerichtsort zu vermuten. Schon die frühesten urkundlichen Erwähnungen der "provincia Geraha", unter der man sich einen Burgward vorzustellen hat, lassen auch auf Gerichtsbarkeit über die im Jahre 999 dem Stift Quedlinburg geschenkten Besitzungen, Abgaben und Zinsen sowie Leibeigener schließen. Sicher sind diese Gerichtsgefälle seit dem Jahre 1237 fassbar. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts sind Edle von Gera als Vögte nachweisbar, da die Äbtissinnen selber nicht den Blutbann, d.h. die Hohe Gerichtsbarkeit über Hals und Hand, ausübern durften und ebensowenig Todes- und Leibesstrafen vollstrecken konnten. Im 13. Jahrhundert gelang es den Vögten von Weida bzw. von Gera - der heutigen fürstlichen Familie Reuß -, die Vogtei, Gerichtsbarkeit und Gerichtsgefälle vollständig und erblich an sich zu ziehen und zum Element ihrer Grund- und Landesherrenschaft zu machen. Ein Schultheiß in der neu gegründeten Stadt Gera ist für kurz vor 1194 überliefert. Damit wird der Dualismus zwischen der hohen Gerichtsbarkeit und der - auch für die Abgabeneinnahme zuständigen - Schultheißgerichtsbarkeit deutlich. Dabei war die damalige Geraer Rats- und Gerichtsverfassung nach Magdeburger Stadtrecht ausgestaltet und gehörte in den Rechtskreis des Sachsenspiegels. Die Gründung der Stadt mit den sich dadurch manifestierenden Sonderrechten der Bürger, ihrer bürgerlichen Privilegien und des Stadtrechtes führten zu Exumption vom landesherrlichen Landgericht. Lediglich peinliche Strafsachen der Hohen Gerichtsbarkeit verblieben in der Zuständigkeit des Vogtgerichtes, während das Weichbild der Stadt als eigener Gerichtsbezirk dem "Scultetus" als Richter unterstand, der wohl lange Zeit auch noch der städtischen Gemeinde vorstand. (Der Autor dieses Artikels, Udo Hagner, ist Rechtspfleger im Grundbuchamt des Amtsgerichts Gera. Der Aufsatz ist dem Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben (Heft 43) entnommen.)
1196 Ersterwähnung von Langenberg
ie Chronik des Geraer Stadtteils Langenberg ist hier kurz, aber dennoch ausführlich nachzulesen.
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1196 Ein Langenberger Burgmann
n einer Urkunde aus dem Jahr 1196 wurde erstmals ein Burgmann erwähnt. Sein Name war Thimo de Langenberc. So oder so ähnlich muss der Geraer Stadtteil zu seinem Namen gekommen sein.
1196 Zedlitz erstmals erwähnt
in bronzezeitliches Hügelgrab beweist, dass hier schon zu Urzeiten Menschen siedelten. Zedlitz liegt im reizvollen Seilersbachtal zwischen Weida und Gera. Im Volksmund wurde der kleine Ort auch als "Silbergrund" bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammte aus dem Jahr 1196.

1196 Das erste Hibersdorf und seine Geschichte
s wird vermutet, dass die Gründung und die Besiedelung vom Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf, gegründet im Jahr 1193, also im 12. Jahrhundert erfolgte. In einer wechselvollen Geschichte gehörten diese beiden Dörfer zu Sachsen, zu Altenburg und später zu Thüringen. Von 1952 an gehörte die Gemeinde zum Bezirk Gera, sowie zum Landkreis Gera. Im Jahr 1990 ging der Bezirk Gera in das Land Thüringen auf. 1994 wurden die Kreise in Thüringen neugeordnet und Hilbersdorf gehört seitdem zum Landkreis Greiz.
04.02.1196 Aus der Geschichte von Pösneck
ösneck ist ein Ortsteil von Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz in Thüringen. Pösneck liegt von Feldern und Wald umgeben nur 6 Kilometer nordöstlich von Wünschendorf entfernt. Gen Osten ist der Ort von einer leichten bewaldeten Etage zur höheren Ackerfläche gegen Ostwind geschützt. Über eine Ortsverbindungsstraße besteht Anschluss an das Umland. Am 4. Februar 1196 wurde der Weiler erstmals urkundlich genannt. Pösneck wurde am 1. Juli 1950 nach Wünschendorf eingemeindet. Der von Landwirtschaft und Tourismus geprägte Ort liegt etwas abseits. Er ist aber Nachbar von Meilitz und hat dort Anschlussmöglichkeiten nach außen und in der innerörtlichen Zusammenarbeit. Die günstige natürliche Lage zum Fluss Weiße Elster ist ein weiterer stabiler Faktor für das Leben im Dorf.
1197 Nauendorf bei Gera
m Jahr 1121 war der Ort bei Gera zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. In diesem Jahr nun, als das 12. Jahrhundert zu Ende ging wurde erstmals ein Heinrich von Nauendorf erwähnt, der wohl der Lehnsherr der Siedlung war.
1199 Zweigeteilte Gerichtsbarkeit
u dieser Zeit lag die höhere Gerichtsbarkeit ausschließlich in den Händen der Landesherren und die niedere Gerichtsbarkeit, auch Schultheißengericht genannt, war ein Zeichen von städtischer Souveränität. Das hatte immerhin bis 1836 Bestand. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war zu Teilen die hohe Gerichtsbarkeit an Gera verpfändet.
1199 Die Äbtissin Agnes von Quedlinburg
um Ende des 12. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 13. Jahrhunderts berichtete die Äbtissin Agnes von Quedlinburg, die das Amt von 1184-1203 inne hatte, dass sie ihrem "Stifte in villa Gera" (villa - Dorf oder Ort) verloren gegangene Einkünfte und Grundstücke für 119 Mark Silber zurück erworben hätte, und zwar ein Eigengut das ein gewisser Herr Ludold dem Pfarrer Konrad überlassen hatte. Dazu eine Mühle, ein Pastiphorium (Vorhalle), 6 Talente (Pfund) Silber, welche Thamo und Rodenger einzunehmen haben und dem Vogt ebenso viele Gelder. Es ist anzunehmen, dass dieser Vogt schon aus dem Geschlecht der Weidaer Vögte entstammte. (Die Mark war zu jener Zeit eine Gewichtseinheit. Eine kölnische Mark hatte ein Gewicht von 233 Gramm. 119 Mark Silber entsprachen demnach 27,7 Kilogramm Silber)

1200 Erste Münzprägung
twa zu Beginn des 13ten Jahrhunderts. Die Vögte von Weida erlangen die Verwaltung der Stiftsvogtei Gera. Die ersten Münzprägungen werden erwähnt, und Gera trägt noch die Bezeichnung als Villa = Dorf.
1200 Das Schloß Osterstein
ie Entstehungsgeschichte von Schloß Osterstein.
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1200 Eine neue Burg
a die Elsterburg, der spätere Osterstein, auf landgräflich-thüringischem Gebiet lag, errichteten die Vögte von Weida rechts der Elster, auf Quedlinburger Stiftsgebiet, eine neue Burg im Gebiet der Burgstraße, Florian Geyer Straße und Stadtgraben.
1200 Das erste Lusan
nfang des 13. Jahrhunderts wurde Lusan und Oberröppisch als Gebiet der "Vögte von Weida" abgetrennt und der Herrschaft Gera zugewiesen.
1200 Die älteste christliche Kirche am Ort
u diesem Zeitpunkt wurde vermutlich die erste christliche Kirche in dem zu Gera gehörenden Ort Thieschitz errichtet.
1200 Die alte Pfarrkirche
u diesem Zeitpunkt stand an der späteren Südseite des Geraer Johannisplatzes eine Pfarrkirche, dessen Pfarrer Konrad im Dorf (villa) Gera die erste Erwähnung fand.
1200 Die Klotzmühle
n einer um 1200 von der Quedlinburger äbtissin Agnes II. ausgestellten Aufstellung wurde unter den Gütern, die sie für das Frauenstift wieder zurück gewonnen hatte, auch eine Mühle genannt. Auf Grund der Lage der dort genannten Güter könnte mit der Mühle die unweit der alten Burg der Vögte von Weida und Gera gelegenen Klotzmühle gemeint sein.
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1200 Vogt Heinrich der Reiche
er seit dem Jahr 1180 urkundlich nachweisbare Weidaer Vogt Heinrich II., genannt der Reiche, verfügte um das Jahr 1200 über einen Herrschaftsbereich, welcher den Raum von Gera, Ronneburg, Weida, Greiz und Plauen, sowie das Regnitzland um Hof umfasste.
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1200 Die Europäer des Mittelalters
ls Karl der Große (747-814) in der Weihnachtszeit des Jahres 800 von Papst Leo III. in Rom zum Kaiser gekrönt wurde, lebten etwa 3 Millionen Menschen in Mitteleuropa. Bis zum Jahr 1200 stieg die Zahl auf 5 Millionen an. Im 13. Jahrhundert konnte sich die Zahl dann verdoppeln und vor dem Ausbruch der Pest in der Mitte des 14. Jahrhunderts waren noch einmal 4 Millionen Menschen dazugekommen. Dann fielen gut ein Drittel der Europäer dem "Schwarzen Tod" (Pest) zum Opfer.

1200 Der Zahlenanhang der Reußen
ie ersten Reußen ,bis zur Hauptteilung von 1564, zählten nach Reihenfolge der Geburt innerhalb ihrer Linien. Bei Gründung einer neuen Linie begann die Zählung wieder mit eins. So bei den Vögten von Gera, den Vögten von Plauen, den Burggrafen von Meißen und den Herren von Reuß. Letztere zählten so weiter bis zur Teilung der drei Hauptlinien. Um enorm hohe Ordnungszahlen zu vermeiden, begannen die ältere und jüngere Linie mit einer neuen Regelung der Zählweise, die mittlere zählte noch logisch bis zu ihrem baldigen Aussterben mit Heinrich XVIII. 1616 weiter. Anfänglich begann man in der älteren Linie in jeder neuen Generation mit I. zu beginnen. Diese Regel wurde später auch für beide inzwischen entstandenen Äste angewandt. Eine erste Serie beginnt mit Heinrich I. zu Greiz-Burgk (geb. 1632) und endet mit Heinrich XVI. zu Greiz-Dölau (geb. 1678); die zweite Serie beginnt mit Heinrich I. zu Greiz (geb.1693). Nach dem Aussterben des älteren Astes 1768 wird mit Heinrich XI. Fürst Reuß zu Greiz (verst. 1800) keine neue Serie begonnen, sondern wieder innerhalb der Linie in der Reihenfolge der Geburt weiter gezählt. Die Söhne von Heinrich Posthumus (1572-1635) in der jüngeren Linie sind nummeriert von I. bis X., seine Enkel durch alle drei Linien in der Reihenfolge ihrer Geburt, ebenso in den weiteren Generationen bis zu Heinrich XXIX. zu Ebersdorf (geb. 1699). Die nächste Generation (mit Ausnahme von Heinrich XXX. zu Gera) beginnt eine neue Serie mit Heinrich I. zu Schleiz (geb. 1695) bis zu Heinrich XXV. zu Köstritz (geb. 1800). Die neuen Serien beginnen jeweils mit Beginn eines neuen Jahrhunderts; die dritte im 19. Jahrhundert mit Prinz Heinrich I. Reuss Köstritz (geb. 1803), die vierte mit Prinz Heinrich I. Reuß Köstritz (geb. 1910).
1200 Das Pfarrdorf Gera
m das Jahr 1200 stand an der Südseite des späteren Johannisplatz eine Pfarrkirche. Die Johannes dem Täufer gewidmete Kirche wurde Namensgeber des Platzes und fiel dem großen Stadtbrand von 1780 zum Opfer. Wohl auf Grund der Existenz der Pfarrkirche wurde Gera zu Beginn des 13. Jahrhunderts, knapp vier Jahrzehnte vor der Vergabe der Stadtrechte, auch einmal als sogenanntes Pfarrdorf bezeichnet.
1200 Religionen in Gera
ie Bevölkerung der Stadt Gera gehörte anfangs zum Bistum Naumburg. Das Stift Quedlinburg erließ wohl schon vor 1200 eine Kirchenordnung für die Stadt. Gera war Sitz eines Dekanats innerhalb des Archidiakonats Zeitz. 1533 wurde die Reformation eingeführt. Danach war die Stadt über viele Jahrhunderte eine fast ausschließlich protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Die Kirche teilte die Geschicke der Landesherren von Reuß. Die kleine „Evangelisch-Lutherische Kirche des Fürstentums Reuß jüngere Linie“, deren Sitz sich in Gera befand, schloss sich 1920 mit sechs anderen Landeskirchen Thüringens zur „Thüringer Evangelischen Kirche“ zusammen, aus der sich später die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen entwickelte. Innerhalb dieser Landeskirche ist Gera Sitz einer Superintendentur, der zum Aufsichtsbezirk Ost gehört, dessen Kreiskirchenamt sich ebenfalls in Gera befindet. Die heute bestehenden 13 evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden beziehungsweise Pfarrämter gehören somit alle zur Superintendentur Gera.

1200 Die älteste Geraer Kirche
urch die Kirchgasse war die Verbindung zum ältesten Gotteshaus der Stadt, der alten Johanneskirche, hergestellt, deren Pleban um 1200 erstmals erwähnt wird und aus deren Bereich 1234 die Kapelle auf dem Schloss auf Bitten des Geraer Vogtes herausgelöst wurde. Im Sächsischen Bruderkrieg wurde auch sie zerstört, in der Folgezeit ab 1467 neu errichtet und Anfang des 16. Jh. vollendet. 1780 brannte sie völlig aus, die Ruinen wurden im 19. Jh. abgetragen, die darin befindliche Gruft der Reußen 1912 geöffnet und die Särge in die Salvatorkirche übergeführt.
Das 13. Jahrhundert
1201 Das 13. Jahrhundert
as 13. Jahrhundert wurde von vielen Historikern als die Glanzzeit des Mittelalters bezeichnet. In einem bis dahin nicht dagewesenen Ausmaß wuchs die Bevölkerung auf dem gesamten europäischen Kontinent. Auch in Gera stieg die Zahl der Menschen stark an, sodass in Jahr 1237 Gera das Stadtrecht erhalten konnte. Die eurpäische Entwicklung beeinflusste die Stadt Gera genauso, wie auch andere mitteldeutsche Städte. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass Gera nur deswegen ab diesem Jahrhundert so aufblühte, weil sich auch die anderen Städte in Sachsen und Thüringen sich im 13. Jahrhundert auf der deutschen Landkarte so stark etablieren konnten.
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1201 Altstadt und Stadttore
as Jahr 1201 steht für das beginnende 13. Jahrhundert und ist nicht als genaue Datierung zu betrachten. Geradlinige und rechtwinklig aufeinander stoßende Straßenzüge kennzeichnen den Grundriss der Altstadt. Nur Steinweg, Krumme Gasse und Häselburg scheinen davon eine Ausnahme zu machen, doch lässt diese sich entweder leicht aus den Geländegegebenheiten erklären oder ist schon durch den Namen als Ausnahme gekennzeichnet. Anscheinend war wohl auch bei der "Krummen Gasse" ursprünglich eine geradlinige Fortsetzung der Rittergasse nach der Böttchergasse zu geplant. Darauf könnte auch die Linien­führung des "Sacks", einer kleinen, von der Weidaer Straße abzweigenden Gasse, die parallel zur Böttcher- und Schuhgasse verläuft, hinweisen. Die Altstadt war durch einen Mauerring mit fünf Toren: Klotztor (1829 abgebrochen) und Weidaer Tor (1840 abgebrochen) an der Süd-Seite, Leumnitzer Tor (1837 beseitigt) und Schlosstor (1838 abgebrochen) im Norden und Badertor (1884 abgebrochen) im Westen befestigt. Reste der mittelalterlichen Stadtmauer haben sich in der Nähe des ehemaligen Weidaer Tores erhalten. Im Westen und Norden war die Stadt zusätzlich durch den Mühlgraben und den Leumnitzer Bach geschützt, im Osten befanden sich wohl noch zusätzliche Erdwälle, auf die der Flurname Geithe hinweisen könnte. Jenseits des Mauerringes lag als Außensiedlung im Norden die "Sorge", später eine der Hauptgeschäftsstraßen der Stadt.
1202 Die Siedlung Zschochern
er Zschochern, eine slawische Siedlung und befand sich noch im späten Mittelalter vor dem Leumitzer Tor, welches Gera mit der Handelsstadt Leipzig verband, und ist wohl auch älter als Gera. Der Zschochern war später von Gera abhängig, was vor allem den Handel betraf, weil man, wie alle anderen Dörfer auch, kein Brau-, Handwerks- und Marktrecht besaß, was Gera erst im Jahr 1237 erlangte. Die Bauern hatten jedoch keine lange Anreise auf Geras Markt, daher war für sie der Handel hier sehr günstig. Im Dorf selbst lebten noch Ritter, die zu dieser Zeit besondere Privilegien besaßen.
1203 Erweiterter Gartenbau
ie Abgaberegister an die Landesherren verdeutlichte, wie viele gärtnerische Tätigkeiten in der Gegend um das spätere (25.10.1237 gegründet) Gera zu verzeichnen war. Es wurde Gemüse (Erbsen und Bohnen), Hopfen (für Bier) und Getreide (Hirse) angebaut. Die bäuerliche Landwirtschaft dehnte sich im Geraer Gebiet aus.
1204 Tuto von Gera nebst Gemahlin
n diesem Jahr traten zum ersten Mal ein Tuto von Gera und seine Gemahlin Radzsche (Hadwiga, oder auch Hedwig genannt) auf, welche für eine Stiftung von 30 Mark ( 1 Mark waren ½ Pfund, 500 g Silber) vom Bergkloster in Altenburg in die Brüderschaft aufgenommen wurden und damit lebenslängliche Pfründe (Enkünfte) erhielten. Das Geschlecht der Herren von Gera erlosch allerdings im 18. Jahrhundert in Niederösterreich und der Steiermark.
1205 Aus Gera wurde eine Stadt
azu muss erwähnt werden, wie und vor allem warum der kleine Ort überhaupt zur Stadt wurde. Ein Aspekt war die steigende Produktivität der Landwirtschaft, der fortschreitenden Spezialisierung zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Produktion und der damit verbundenen Ausweitung der Ware-Geld-Beziehungen. Die Bildung zahlreicher Städte wurde besonders seit dem 12. Jahrhundert zur ökonomischen und auch gesellschaftlichen Notwendigkeit. Im allgemeinen wurden die Städte Produkte der Siedlungsdifferenzierung und Zentrum eines Siedlungssaumes. Und das nicht nur wegen einer guten Verkehrslage in politischer und ökonomischer Sicht, sondern auch wegen gesellschaftlicher Faktoren. Das hieß auf politisch dem Gebiet das Stadtrecht und die Stadt als Residenz der Fürsten Reuß. Aus ökonomischer Sicht war wichtig eine Münzeprägeanstalt zu haben (Münzrecht) und Handelszentrum und Handwerker-Standort zu sein. Gesellschaftlich erstrebenswert war die Kapitalanhäufung durch Handwerker und Patrizier, welche das Gesicht der Stadt prägten. Auch Gera hat sich Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts zu einer Stadt entwickelt. Das sich gerade diese Ortschaft als Zentrum des Umlandes herauskristallisierte, lag im Hauptgrund an der günstigen Lage der Stadt. Die Stadt wurde zwar auf einer hochwassergeschützten Flussterrasse der Weißen Elster errichtet, hatte aber trotzdem über den Mühlgraben direkten Zugang zum Wasser. Gera befand sich in dieser Zeit durch die zentrale Lage zwischen zwei Furten an der Kreuzung mehrerer Handelswege, wie den Handelsrouten Nürnberg- Leipzig, Halle- Böhmen und Jena- Altenburg. Die Verbindung mit diesen und weiteren wichtigen Städten dieser Zeit, wie Plauen und Saalfeld, bescherte Gera einen verkehrsstrategischen Vorteil. Ein weiterer Faktor war die wettergeschützte Tallage, die in Gera eine für die Landwirtschaft recht günstige Wettercharakteristik hervorrief, was vor allem im Mittelalter und danach von immens hoher Bedeutung für die Menschen war. Die Äbtissin von Quedlinburg wies den Vögten von Weida diese Gegend um Gera zur Verwaltung zu und dies veranlasste auch die Vögte aus der Unstrutgegend nach Gera auf die Häselburg zu kommen, später nach Osterstein umzuziehen und sich dauerhaft, wenn auch mit vereinzelten Unterbrechungen, dort niederzulassen. Die bereits 1180 bestehende Münzprägeanstalt in Gera legte den Grundstein um das Handwerk und den Handel in Gera aufblühen zu lassen und die Stadt zu einem Zentrum zu entwickeln. Handelskarawanen verkehrten auf den bereits angesprochenen Handelswegen und zogen durch Gera. Das Stadtrecht garantierte der Stadt ab 1237 das Monopol für Handwerksprodukte, das Braurecht für Bier, ein Recht auf selbstständige Gerichtsbarkeit, das Recht Urkunden und Verträge mittels Siegel rechtskräftig zu machen sowie das Recht Markt abzuhalten und Zölle festzulegen. All diese politischen Eingriffe förderten das Ungleichgewicht im Siedlungsnetz der Geraer Region, bauten die wirtschaftlichen Vormachtstellung der Stadt Gera gegenüber den Dörfern des Umlandes aus und förderten den Prozess der Zentralisierung in diesem Gebiet. Außerdem brachten sie eine zunehmende Konzentration von Funktionen, wie zum Beispiel Handel, Arbeiten, Wohnen und andere, in der Stadt mit sich.
1205 Burkersdorf (Harth-Pöllnitz) errichtet
urkersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz im Osten Thüringens und hat 542 Einwohner (Stand 16. Juni 2009). Der Ort liegt an der Bundesstraße 175 und ist unmittelbar über die A 4 und die A 9 Abfahrt Gera/Greiz/Weida erreichbar, von denen es ca. 12 km entfernt ist. In östlicher Richtung folgt Weida als nächste Stadt nach 3 km und Gera nach etwa 15 km. Umgeben wird Burkersdorf von einem naturgeschützten Naherholungsgebiet, an das sich der Golfpark Burkersdorf und die Burkersdorfer Teiche anschließen. Im Jahr 1205 wurde Burkersdorf als Angerdorf mit Rittergutsanbau und einer oberhalb des Dorfangers stehenden Kirche errichtet. Die eigentlichen Ursprünge der Besiedlung des Osterlandes, in dessen Mitte Burkersdorf liegt, reichen jedoch noch weiter zurück. 1209 wird der Ort als Zinsdorf des Klosters Mildenfurth erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1640 wüten die Schweden im Dorf derart, dass 39 Tote zu beklagen waren. Die Pest im Folgejahr fordert noch einmal 25 Tote. 1825 wird an Stelle der Kapelle, die dem heiligen Burkhard gewidmet war, eine Kirche errichtet. Das Dorf war Sitz des Freiherrn von der Goltz. 1923 war Oskar Freiherr v. der Goltz Besitzer des 150 ha großen Gutes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es auf Beschluss der Siegermächte enteignet und an Umsiedler und landarme Bauern übereignet. Diese Bauern gingen dann den Weg der ostdeutschen Landwirtschaft. Nach der politischen Wende organisierten sie sich neu. Im Zuge der Weltkriege kamen Aussiedler aus Schlesien in Burkersdorf unter. Zu dieser Zeit wurde das Schloss des Dorfes als Altersheim genutzt und bis in die 1970er Jahre als solches betrieben. Auch das ehemalige Gasthaus "Zur Linde" wurde verschiedentlich genutzt und erregte besonderes Interesse als kurzzeitiges Freudenhaus. 1994 begann die Erweiterung des "alten Dorfes" um das Neubaugebiet am Mäderteich und im Mai 2005 eröffnete der Golfpark Burkersdorf. 2009 beging Burkersdorf seine 800-Jahrfeier mit einem Festwochenende Ende Juni, an dem die Dorf-Chronik nachgestellt wurde und die Schalmeienkapelle der Vollmershainer Schalmeien zu Gast war.
1207 Die Heilige Elisabeth
ie spätere Thüringer Landgräfin Elisabeth erblickte als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. das Licht der Welt.
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1207 Quedlinburg und Gera
ie Stadt Quedlinburg war zu dieser Zeit auf Grund des dort bestehenden Königshofes ein bedeutender Ort des mittelalterlichen deutschen Reiches. In den Jahrhunderten zwischen 922 und 1207 hatte man 67 Besuche von insgesamt 16 Königen und Kaisern beurkundet. In Quedlinburg verlebte Kaiser Otto III. (983-1002) einen kleinen Teil seiner Kindheit, er verlor im Alter von drei Jahren seinen Vater Otto II (955-983). und mit elf Jahren auch seine Mutter Theophanu (um 955-960 bis 991), bei seiner Tante Matilde, welche Äbtissin des Reichsklosters war. Nach ihrem Tod am 7. Februar 999, übernahm Adelheid, eine seiner vermutlich drei älteren Schwestern, welche nach der gemeinsamen Großmutter benannt war, das Amt der Äbtissin in Quedlinburg und erhielt kurz Zeit danach "Gera" als Geschenk ihres Bruders. Durch eine weitere am gleichen Tag ausgestellte Urkunde hatte sie auch die Ortschaften Barby und Nienburg bekommen. Zu welchem Zeitpunkt aber die Äbtissin Adelheid das ihr geschenkte Gebiet dem Reichskloster als Eigentum übereignet hatte, ist nicht mehr sicher nachvollziehbar. Dass es geschehen ist, kann aber als sicher angenommen werden, weil Gera bis zum Jahr 1358 von den Vögten von Weida und Gera im Auftrag der Quedlinburger Abtei verwaltet wurde. Danach kamen die Wettiner.
1208 Besitzteilung in Gera
er Besitz Heinrichs II. des Reichen wurde wahrscheinlich schon um 1208 zwischen seinen Söhnen Heinrich III. und Heinrich IV. geteilt. Heinrichs II. des Reichen mittlerer Sohn Heinrich IV. (1209-1249) muß in der Teilung von aus dieser Zeit Gera erhalten haben, denn 1238 bezeichnet er sich als Vogt von Gera, erscheint aber schon 1234 in Verbindung mit Gera, als er Bischof Engelhard von Naumburg veranlaßte, die Kapelle auf der Burg Gera von der Pfarrei Gera abzutrennen.
1209 Das Gut Liebschwitz
as im Volk nur "Gut" genannte Rittergut zu Liebschwitz im Wandel der Zeit.
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1209 Niebra
iebra erhebt sich südlich von Gera auf den Höhen des Elsterufers mit der Kirche. An der Hauptstraße zwischen Gera und Ronneburg befinden sich einige Einzelhäuser. Den Namen erhielt der Ort durch den Ritter Albert von Niebern, welcher in einer Urkunde von 1209 erwähnt wurde und für Schutz und Geleit der Reisenden Verantwortung trug. Die 20 Meter hohe Kirche ist romanischen Ursprungs wenngleich sie ein gotisches Dach ziert. Auch Schießscharten sind noch erkennbar, die auf eine sogenannte Wehrkirche schließen lassen. Die Friedhofsmauer wurde im 19. Jahrhundert in der Nähe der Kirche errichtet. Der 1498 errichtete prunkvolle Marienaltar ist beherrschendes Element des Kircheninnenraumes.
1209 Wolfsgefährt erstmals erwähnt
n diesem Jahr schenkte Heinrich, Vogt von Weida, dem Kloster Mildenfurth fünf Hufen Land. (Unter "Hufen" verstand man ein altes und zu dieser Zeit gebräuchliches Flächenmaß.) Dazu 4 Hofstätten und eine Mühle in "Wolfertsferthe". Die daraus entstandene Schenkungsurkunde war gleichzeitig der Ersterwähnung des Ortes. Nur so war es den Landesherrn möglich ihre weitläufigen Ländereien bewirtschaften zu lassen. Und aus Wolfertsferthe wurde später Wolfsgefährt.
1209 Ein Urkunde aus dem Kloster Mildenfurt
ie Urkunde, welche im Kloster Mildenfurt bei Wünschendorf ausgestellt wurde, bezeichnete zum ersten mal die Herren von Weida mit dem Titel "Vogt", die dem "Vogtland" seinen Namen geben. Allerdings konnte diese Urkunde nicht erhalten werden und so wurde eine Abschrift dieser aus dem 16. Jahrhundert zur zuverlässigen Quelle dieser Tatsache. Aus dem Dokument ging hervor, dass Heinrich der Reiche im Jahr 1193 das Kloster Mildenfurt gegründet hatte.
1209 Landvergabe an die Vögte
n einer Landesteilung erhielt Heinrich IV., der Mittlere, Vogt von Weida, ein Sohn von Heinrich II., des Reichen von Weida, die Vogtei Gera und die Pflege Reichenfels. Daher kam es, dass er sich dann auch Vogt von Gera nannte. Nach dem Dividorium (kirchliche Ehetrennung) trat er in den Deutschen Orden ein. Er wurde im Anschluss von 1241-1244 Landesmeister des Ordens in Preußen. Seine letzte Ruhe fand er später in Cronschwitz bei Weida.
1209 Eine Schenkungsurkunde für Mildenfurth
n einer Bestätigungs- und Schenkungsurkunde von Heinrich dem Älteren von Weida und seiner Brüder für das Kloster Mildenfurth (bei Wünschendorf) traten folgende historische Personen als Zeugen auf. Da waren Erkenbertus, Willebrandus, Gottfriedus und Diepoldus (auch Leopoldus genannt) von Gera. Der Wahrscheinlichkeit nach waren sie die Geraer Burmannen bzw. die castellani (Bürger von Gera).
1209 Der Wechselkurs blieb erhalten
ie Vögte von Weida erhielten in diesem Jahr in Gera eine Wechselstelle, in der sie ihr Geld und die weiteren ihnen zugänglichen Zahlungsmittel, welche in Weida auch in Umlauf waren zu dieser Zeit, ohne Schaden, also ohne Wechselgebühren, in Geraer Münze umtauschen konnten.
1209 Wünschendorf hieß Mildenfurth
m Jahr 1193 wurde unweit des Ortes das Kloster Mildenfurth durch die Vögte von Weida als Hauskloster gestiftet. Danach ging der ursprüngliche Ortsname Mildenfurth für Wünschendorf (1209 in slavica villa Mildenvorde) allmählich auf das Kloster über. Im Jahr 1238 stiftete Jutta, die Gemahlin Heinrichs IV., Vogt von Weida, mit dem Dominikanerinnenkloster in Cronschwitz ein weiteres Hauskloster für weibliche Familienangehörige und den niederen Adel. Bis in die Neuzeit des 21. Jahrhunderts blieb nur die Ruine der Kirche erhalten.
1209 Klosterbesitz in Falka
eine erste Erwähnung fand der Ort wahrscheinlich schon um 1182, wo aber noch keine erkennbare Trennung zwischen Großfalka und Kleinfalka zu erkennen war. Diese wurde aber spätestens ab dem Jahr 1529 amtlich beurkundet. Für das Jahr 1209 sind Eigentumsverzeichnisse des Klosters Mildenfurth nachweisbar, die Besitztümer in Großfalka erwähnen.
1209 Kleinfalke bei Gera erstmals erwähnt
er Rittersitz Kleinfalke wurde im Jahr 1209 erstmals als Valgkawe erwähnt und im Jahr 1308 als Valke in einer Schenkungsurkunde des Reoichsvoigts Heinrich von Gera. Historisch zur Herrschaft Reuß gehörend war der Ort eine Exklave zwischen Sachsen-Altenburgischem und Sachsen-Weimarischem Gebiet. 1827 zählt der Ort ein Rittergut, 23 Häuser und 118 Einwohner, Kirchort für Kleinfalke und Wüstfalke waren Cronschwitz bzw. Veitsberg. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verlor der Ort sämtliche Einwohner.
1209 Seifersdorf erwähnt
irchenpolitisch war der ort ab 1267 dem Sprengel Frießnitz zugehörig und wurde später ein Ortsteil von Zedlitz zwischen Weida und Gera. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1209 als Sifredestorff bzw. Siversdorff im Urkundenbuch der Vögte von Weida. Als eine spätere Schreibweise wurde Seyfferstorff bekannt. Urkundlich wurde der Ort im Lehnbuch des Klosters Mildenfurth bei Wünschendorf.
1209 Wolfsgefärth erwähnt
rste urkundliche Erwähnung fand auch dieser Ort im Jahre 1209 in der Gegend um Gera. In der Schreibweise gab es über die wechselhafte Geschichte unterschidliche Auffassungen. So entstanden Wolfesszferthe, Wolfersferthe, Wolfe(r)szferthe, aber auch Wolferfert bzw. Wolfferfert.
1209 Schömberg wurde erwähnt
m Jahr 1209, dem ausgehenden hohen Mittelalter in Deutschland wurde Schömberg bei Gera, später zum Landkreis Greiz zugehörig erstmalig urkundlich benannt und damit schriftlich dokumentiert.
1209 Ronneburg erstmals erwähnt
onneburg wurde 1209 als Besitz der Vögte von Weida erstmals erwähnt, gehörte ab 1244 zu Plauen und erhielt 1304 Stadtrecht. 1327 schloss Heinrich von Reuß den Ronneburger Vertrag ab, ein Bündnis mit anderen Vögten gegen die Wettiner. Nach dem darauf folgenden Krieg wurde Ronneburg wettinisches Lehen.
1209 Hochmittelalterliche Politik
er seit 1209 geführte Vogttitel geht wohl nicht, wie vielfach angenommen, auf die Übernahme einer Reichsvogtei, sondern eher auf die Vogteirechte an den umfangreichen Quedlinburger Stiftsbesitz in und um Gera zurück. Die rasch in den Herrenstand aufsteigenden Vögte von Weida, Gera und Plauen, denen Kaiser Ludwig der Bayer (Ludwig IV. 1281/82-1347) im Jahr 1329 Reichsunmittelbarkeit und fürstengleichen Rang bestätigte, bildeten mit ihrem bis nach Hof und ins Egerland reichenden Herrschaftsgebiet einen wichtigen Faktor in dem von den konkurrierenden Interessen des Reiches, der Könige von Böhmen, der Landgrafen von Thüringen, der Markgrafen von Meißen, der Grafen von Schwarzburg und der jeweils führenden Kräfte in Franken geprägten Raum zwischen Pleißenland, Erzgebirge, Franken- und Thüringer Wald. In enger Anbindung an das Reich nahmen sie bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts mehrfach Aufgaben als Reichslandrichter im Egerland und im Pleißenland wahr, verloren ihre Bedeutung für das Reich aber, als sich unter Kaiser Karl IV. (1316-1378) die Interessen des Königs von Böhmen mit denen des Reiches deckten.
1209 Die erste Verteidigungstruppe in Gera
chon zu Beginn des 13. Jahrhunderts, Jahre vor der Ernennung Gera zur Stadt, wurde die erste Besatzungsmannschaft der alten Burg als Verteidigungstruppe erwähnt. Die Mannschaft war für die Stadt und die Burg verantwortlich.
1209 Eine Kloster-Urkunde
n einer Bestätigungsurkunde aus dem Jahr 1209, ausgestellt im 1193 gegründeten Kloster Mildenfurth, wurde ein slawisches Dorf namens "Mildenfurt", als "slavica villa Mildenvorde" erwähnt. Identisch mit dem Ort ist die später als "Wünschendorf" bekannte Gemeinde. Die Schreibweise und die Art der Aussprache machte im Verlaufe der Jahrhunderte aus "wendisches Dorf" und "Windischendorf / Wischendorf" das Wünschendorf.
1209 Greiz wurde erwähnt
reiz wurde 1209 erstmals urkundlich erwähnt. Die eindeutige Klärung des Ursprungs des Namens geht von einer früheren Schreibweise aus, Grouts, in den verschiedenen Jahrhunderten änderte sich die Schreibweise von Zeit zu Zeit. Im Jahr 1359 erhielt es Stadtrecht. Zu dieser Zeit wurde auch erstmals die Burg der Ritter von Dölau genannt. Die Ritter selbst erwähnte man schon 1288. Die Ruinen der Burg Dölau, heute Stadtteil von Greiz, befinden sich auf einem Felsen rechts der Weißen Elster. Die einstigen Wassergräben sind langst verfüllt. Zunächst noch zu den Vögten von Weida gehörig, wurde die Stadt 1449 von den Grafen von Reuß, die seit 1306 in Greiz residierten, in Unter- und Obergreiz aufgeteilt. Die Anordnung vom Oberen und Unteren Schloss in Greiz. Aus diesem Grund gibt es auch zwei Residenzschlösser in der Stadt. Erst 1768 vereinigten sich die beiden Linien wieder zur Grafschaft Reuß älterer Linie, die 1778 zum Fürstentum wurde. Ein großer Brand zerstörte Greiz im Jahr 1802 fast gänzlich. 1902 kam es erneut zu einem Brand, der einige innerstädtische Quartiere um die Thomasstraße vernichtete. Beim Wiederaufbau errichtete man hier repräsentative Jugendstilbauten, die ein geschlossenes Ensemble bilden.
1209 Ursprung des Stadtnamens Ronneburg
er Ursprung des heutigen Namen Ronneburg ist umstritten und konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht eindeutig geklärt werden. Eine Version besagt, dass die Bezeichnung der Stadt aus der Lage der "Gesse", eines kleinen Baches, der am Schloss entlang fließt, entstand. Früher war das Schloss Ronneburg noch kein Schloss, sondern eine Burg. Da das Gewässer an der Burg entlang floss, entstand der Ausspruch "Burg an der Rinne" (mit Rinne war der Bach gemeint). Daraus entwickelte sich nach und nach erst Rinneburg und dann das heutige Ronneburg. Eine Alternative dazu ist, dass der Name aus den Teilen "Ronne" ("rona" - mittelhochdeutsch für Baumstamm, Wurzel oder Klotz) und -burg oder auch -berg (vom Wort "bergen", Bezeichnung für etwas "schützen" oder "verbergen") besteht und somit eine frühe Palisadenbefestigung, aus der die Burg entstand, beschreibt.
1209 Zur Geschichte von Köckritz
öckritz ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz in Thüringen. Die beiden Ortschaften Köckritz und Köfeln bilden in den mit landwirtschaftlichen Nutzflächen umgebenen Orten eine bildliche Einheit und haben guten Kontakt zur benachbarten Stadt Weida. Die regionale Verbindung ist und war somit gegeben. Die urkundliche Ersterwähnung von Köckritz fand 1209 statt, als Henricius de Kokeritz als Zeuge auftrat. Dies ist auch der Hinweis auf den Rittergutssitz im Dorf. An der Stelle einer einstigen Kapelle steht die 1740 erbaute Kirche. Eine im Dorf stehende Kugelakazie wurde schon 1807 auf einem Siegel des Ortes als Bild verwendet. In jüngster Zeit steht dort ein Ehrenmal für die im Krieg erlittenen Menschenopfer. Am "Rotacker" entsteht jetzt ein neues Wohngebiet. Das heute wieder in Privatbesitz befindliche ehemalige Rittergut und die Agrargenossenschaft bestimmen neben Dienstleistungen der Kfz-Branche die Wirtschaft.
1209 Wetterzeube erwähnt
etterzeube ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst mit Sitz in Droyßig an. Die Ortschaft liegt etwa 11 km südwestlich von Zeitz und 16 km nördlich von Gera. Angrenzende Gemeinden sind Droyßig und Kretzschau im Burgenlandkreis sowie Crossen an der Elster und Heideland im thüringischen Saale-Holzland-Kreis. Die erste urkundliche Erwähnung von Wetterzeube erfolgte 1209. Nach der Vereinigung mit Podebuls lautete der amtliche Ortsname bis zum 30. Juni 1950 Podebuls-Wetterzeube.
03.08.1209 Heinrich II., der Reiche gestorben
einrich II., "der Reiche", war der Vogt von Weida zwischen 1193 und 1209 und erhielt den Ritterschlag durch Kaiser Heinrich VI. (1165-1197) im Jahr1191. Urkundlich fand er 1174 bez. 1180 bis 1196 Erwähnung und besaß die Herrschaften Weida, Gera, Plauen, Greiz und Ronneburg, sowie wahrscheinlich Nordhalben, zum Teil als Reichslehen, zum Teil als Lehen der Landgrafen von Thüringen, der Bischöfe von Naumburg und Bamberg, des Stiftes Quedlinburg, der Grafen von Everstein und Andechs-Meran. Er stiftet 1193 das Prämonstratenserkloster Mildenfurth. Geboren wurde er um die Jahre 1164/1165 und verstarb am 3. August vor 1209. er wurde bestattet im Kloster Mildenfurth bei Gera. Er heiratete 1187 die Gräfin Bertha von Vohburg oder von Andechs? (geb. um 1160 und verst. am 24. September vor 1209). Bestattet wurde sie im Kloster Mildenfurth bei Gera.
04.10.1209 Die Ortschaft Falka
m Jahr 1209 wurde der spätere Geraer Ortsteil Falka erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Die Ortschaft war ein Bauerndorf, welches durch seine Sandsteinbrüche bekannt war.
04.10.1209 Das erste Steinsdorf
er Ort Steinsdorf wurde im Jahr 1209 das erste Mal urkundlich (Ausstattungsurkunde des Kloster Mildenfurth, gegründet im Jahr 1193) unter dem Namen Stenszdorff erwähnt. Dieser Name leitete sich von dem altslawischen Begriff "stene" ab, was soviel bedeutet wie "junger Hund". Steinsdorf war demnach wohl eine Siedlung der Hundezüchter für die herrschaftlichen Jagdhunde. In der Ausstattungsurkunde wurden im hohen Mittelalter als Bewohner vier Pächter genannt. Daraus ließ sich schließen, dass die Siedlung schon länger vorher existiert hat.
04.10.1209 Zur Geschichte von Steinsdorf
teinsdorf wurde am 4. Oktober 1209 das erste Mal urkundlich (Ausstattungsurkunde des Klosters Mildenfurth) unter dem Namen Stenszdorff erwähnt. Dieser Name leitet sich von dem altslawischen Begriff stene ab, was soviel bedeutet wie "junger Hund". Steinsdorf war demnach wohl eine Siedlung der Hundezüchter für die herrschaftlichen Jagdhunde. In der Ausstattungsurkunde wurden damals als Bewohner vier Pächter genannt. Daraus lässt sich schließen, dass die Siedlung schon länger vorher existiert hat. Im Jahre 1320 wurde Steinsdorf abermals in einer Urkunde erwähnt. In dieser Urkunde bestätigte Heinrich, der Vogt zu Weida, dem Nonnenkloster zu Weida die Ausstattung des Altars in der Peterskirche mit den Zinsen aus Steinsdorf, Staitz, Großbocka und der Münze zu Weida. Die dritte für Steinsdorf wesentliche Urkunde wurde am 21. November 1367 ausgestellt. Hier wird von einem "Cunrad von Stensdorf" gesprochen, welcher als Ritter von Heinrich Vogt von Weida benannt wurde und welcher im Besitz des Rittergutes war. Seit damals und über die folgenden Jahrhunderte hinweg blieb der Geschlechtername "von Steinsdorf" erhalten. Erst im Jahre 1715 kam der letzte des Geschlechts, ein "Adam Antony von Steinsdorf", ums Leben. Eine Schwester des letzten Gutsbesitzers, Dorothea Elisabeth von Steinsdorf, war damals mit Georg Wilhelm von Müffling verheiratet. 1716 wurde der Lehensbesitz an diesen Georg Wilhelm von Müffeling übertragen. Sein Sohn Heinrich Conrad erhielt die Belehnung mit dem Gute im Jahre 1723. 1738 verkaufte man das Gut an Baron von Bardeleben, der aber bereits nach einigen Jahren Konkurs ging. Im Jahre 1750 wurde das Gut von Johann August Ernst Baron von Bardeleben gekauft. 1824 ging das Gut in den Besitz von Hauptmann Hans Carl von Görschen über. Ab 1886 gehörte das Gut durch eine Heirat der Familie Wagner. Letzter Besitzer war ab 1942 Jürgen Wagner, welcher heute in Hamburg lebt. Dieser Besitz endete mit der Enteignung im Rahmen der Bodenreform.
04.10.1209 Untitz urkundlich erwähnt
ntitz ist ein Ortsteil von Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz in Thüringen und liegt etwa 7 Kilometer nördlich von Wünschendorf. Es ist der Nachbarort von Meilitz. Das Dorf liegt inmitten der Feldmark und ist östlich durch eine etagenartige Anhöhe gegen Ostwinde geschützt. Über eine Ortsverbindungsstraße besteht Anschluss an die Nachbarorte. Am 4. Oktober 1209 wurde der damalige Weiler erstmals urkundlich erwähnt. Untitz wurde am 1. Juli 1950 nach Wünschendorf eingemeindet. Der von Landwirtschaft geprägte Ort ist nicht nur Nachbar von Meilitz sondern hat dort auch in der Obst- und Gemüseproduktion gute Voraussetzungen in der Zusammenarbeit mit dem Gut, was beide Orte verbindet.
04.10.1209 Wolfsgefärth wurde erwähnt
olfsgefärth ist ein Ortsteil von Zedlitz im Landkreis Greiz bei Gera in Thüringen. Wolfsgefärth liegt in der Elsteraue nördlich von Wünschendorf gegenüber dem Meilitzer Elsterknie. Die Bundesstraße 92 und die Bahnstrecke von Gera nach Saalfeld und Weida und weiterführend mit fahrplanmäßigem Halt in Wolfsgefärth. Südwestlich verläuft die Kreisstraße 125 von Wolfsgefärth nach Sirbis, Zedlitz und Seifersdorf zur Bundesstraße 2 von Gera nach Schleiz. Am 4. Oktober 1209 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. 400 Einwohner besitzt der Ortsteil 2012. Wolfsgefährth hat einen Bahnhaltepunkt an der Bahnstrecke Leipzig-Probstzella.
04.10.1209 Cronschwitz erwähnt
ronschwitz ist ein Ortsteil von Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz in Thüringen, liegt an der Einmündung des Bendelbach in die Weißen Elster und befiindet sich heute am Südrand der Stadt Wünschendorf/Elster. Auf Grund seiner besonderen Lage am Südrand des Wünschendorfer Beckens war der langgestreckte Rücken des Veitsberges von Wünschendorf schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Das hatte dann auch auf die spätere Besiedlung der Gründung von Dörfern und religiösen Einrichtungen Bedeutung. Hinzu kam, dass die Vögte von Weida 1193 das Kloster Mildenfurth stifteten. Außerdem waren der Fischreichtum der Elster und die günstige natürliche Lage Gründe der Besiedlung. Cronschwitz wurde am 4. Oktober 1209 urkundlich erstmals erwähnt. 1238 stiftete Jutta, die Gemahlin Heinrichs IV., Vogt von Weida, mit dem Dominikanerkloster in Cronschwitz für weibliche Familienangehörige und den niederen weiblichen Adel ein weiteres Hauskloster. Bis heute ist noch eine Ruine vorhanden. In der Neuzeit des 21. Jahrhunderts nutzen die Menschen des Raumes auch die günstige Lage für den Tourismus aus den nahen großen Städten und aus der Ferne. Mit der Kanu-Scheune-Cronschwitz, dem Gasthof zum Klosterhof und der Kirchgemeinde Sankt Veit unterstützt man die Kommune bei der Arbeit. Auch die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden nach dem Zeichen der neuen Zeit bewirtschaftet.
04.10.1209 Köfeln wurde erstmals erwähnt
öfeln ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz in Thüringen. Die beiden Ortschaften Köckritz und Köfeln bilden mit den landwirtschaftlichen Nutzflächen muldenartig umgebenen Orten eine bildliche Einheit mit Kontakt zur benachbarten Stadt Weida. Die regionale Verbindung ist gegeben. Im Weiler Köfeln sind 95 Einwohner ansässig. Bereits 1193 wurde Köfeln im Kloster Mildenfurth erwähnt. Am 4. Oktober 1209 wurde die Ansiedlung erstmals urkundlich genannt. In den großen ehemaligen Bauernhöfen sind Handels- und Dienstleistungsunternehmen eingezogen. Gartenbetriebe und Holzhändler sind auch sesshaft geworden. Die Landwirtschaft ist nach wie vor bestimmend.
04.10.1209 Aus der Geschichte von Zossen
ossen liegt an der Bundesstraße 92 von Greiz nach Gera westlich der Weißen Elster in einem kupierten Gelände der westlichen Elsteraue. Zudem führt durch die Gemarkung die Bahnstrecke Gera-Greiz-Weischlitz. Am 4. Oktober 1209 wurde Zossen erstmals urkundlich erwähnt. Die erfolgreiche Landbewirtschaftung zur Versorgung der Bevölkerung haben die Bauern und Güter unter verschiedenen Gesellschaftsordnungen unter Beweis stellen müssen. So auch die LPG Zossen. Nach der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten verlagerte die LPG ihren Betriebssitz nach Köckritz und hatte sich als Agrargenossenschaft umgebildet. Sie und Wiedereinrichter bewirtschafteten nun den Boden an der Weißen Elster und Weida. Der Stand der wissenschaftlich-technischen Entwicklung bestimmte immer mehr die Art und Weise der Landarbeit, so wie auch in der Industrie. Danach mssten sich die Bauern orientieren. Bis 1995 drehten sich noch die Maschinen der ehemaligen Klostermühle Mildenfurth erst für die LPG Zossen und dann für die Agrargenossenschaft Köckritz für die Mischfutterproduktion. Nach erfolgter Modernisierung wurde am 30. Oktober 1999 die Mischfutterproduktion eingestellt. Zossen wurde am 1. Juli 1950 nach Wünschendorf eingemeindet.
1210 Heinrich VI. geboren
einrich VI., genannt "der Pfeffersack", war Vogt von Weida-Ronneburg (1219-1243/1254), und wurde urkundlich zwischen dem 18. März 1237 und 1243 erwähnt, Er erhielt in der Landesteilung die Vogtei Weida und die Pflege Ronneburg, Geboren wurde er um 1210 und verstarb am 23. September nach dem Jahr 1254. Bestattet wurde Heinrich VI. im Kloster Mildenfurth, welches im Jahr 1193 bei Gera gegründet wurde. Er heiratete im Jahr 1235 die Heilika von Hardegg, geboren um 1214 und verstorben am 18. September 12??. Auch sie wurde im Kloster Mildenfurth bei Gera bestattet.
1210 Das Obere Schloss in Greiz
eit dem beginnenden 13. Jahrhundert war die Burg Residenz der Vögte von Weida und Plauen und später der reußischen Herren. Nach einem Blitzschlag am 3. Juni 1540 brannte sie fast vollständig nieder und wurde anschließend schrittweise wieder neu errichtet. Von ca. 1620 bis 1625 erhielt der Bergfried auf dem isolierten Felskegel seine jetzige Gestalt. Die Umgestaltung der Burg zur gräflichen Residenz erfolgte von 1697 bis 1714. Dabei wurde u.a. der größte Teil der Wehranlage beseitigt. Durch zahlreiche Neu- und Anbauten im spätbarocken Stil entstand in den Jahren 1733 bis 1753 der untere Schlosshof in seiner heutigen Gestalt. In einer Stadtansicht von 1714 ist erstmals der Zufahrtsweg von der Stadt aus zu sehen. Dieser Weg entstand in der Zeit von 1705 bis 1737 in seiner heutigen Form. Der ältere Haupteingang zur Burg befand sich am heutigen Stelzentor. Die Auffahrt zur Burg war ursprünglich nur von der Parkgasse aus möglich. Nach dem Umzug der reußischen Fürsten 1809 in das nach dem Stadtbrand von 1802 wieder aufgebaute Untere Schloss Greiz, wurde das Obere Schloss Sitz der Regierungsbehörden des Fürstentums Reuß ältere Linie. Dieses Fürstentum war übrigens die flächenmäßig kleinste Monarchie des 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreiches. Im Zuge der Novemberrevolution 1918 dankten Fürst und Landesregierung ab und das Obere Schloss wurde per Auseinandersetzungsvertrag in den Besitz des Volksstaates Reuß überführt. Schon im 19. Jahrhundert beherbergte das Obere Schloss viele Wohnungen. Bereits im Jahre 1884 erhielten die Einwohner den Status einer eigenen Schlossgemeinde mit eigenem Bürgermeister und Selbstverwaltung. Erst 1919 wurde diese Schlossgemeinde wieder in die Stadt Greiz eingegliedert. Noch heute dient ein Teil der Gebäude zu Wohnzwecken. Das Obere Schloss gehört der Stadt Greiz und wird in deren Auftrag seit 1991 saniert und restauriert.
1212 Heinrich IV. und die Stauffer
einrich IV. wurde nach der Landesteilung von 1209 Vogt von Plauen-Gera, Mylau, Elsterberg und anderen Orten und war ab 1212 eine treue Stütze der Stauffer-Kaiser. Er erhielt Berg- und Münzregal zugestanden, erbte von seinem Bruder Heinrich V. Reichenbach und Gera und gewann später noch Reichenberg. Er gründete Plauen als Stadt, stritt viel mit den Wettinern und den Landgrafen wegen Lehensfragen, dankte 1237/38 ab und wurde Deutschordensritter in Ostpreußen. Er eroberte das Gebiet um Christburg mit, wurde dort Landmeister und führte ständig Kriege gegen Pruzzen und Pommerellen.
1217 Die Regierungszeit von Landgraf Ludwig IV.
n den Jahren von 1217 bis 1227 erstreckte sich die Regierungszeit von Landgraf Ludwig IV. ("dem Heiligen"). Er war der Gemahl der heiligen Elisabeth (1207-1231), der Tochter des ungarischen Königs Andreas und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs-Meran. Nach dem Tode Ludwigs ging Elisabeth über Bamberg nach Marburg und verstarb dort auch. Ihre Heiligsprechung durch den Papst erfolgte ungewöhnlich, früh nur 4 Jahre nach ihrem Tod im Jahr 1235.
24.09.1217 Silbitz wurde erwähnt
ie erste urkundliche Erwähnung erfolgte für Silbitz am 24. September 1217 und für Seifartsdorf 1274. In der Flur des eingemeindeten Dorfes Seifartsdorf befinden sich im Bereich der Alten Straße am Ostrand der "Grolle" acht Grabhügel der Jungsteinzeit. Bei Ausgrabungen fand man Grabeinbauten und Steinplatten. Die zwei am besten erhaltene Grabhügel sind mit einer Eiche gekennzeichnet worden. Vier Grabhügel wurden 1924 ausgegraben. Am 16. März 2004 wurde Seifartsdorf nach Silbitz eingemeindet. Die neue, in ihrer Fläche mehr als verdoppelte Gemeinde besteht seitdem aus zwei nicht miteinander verbundenen Gebieten, die durch Caaschwitz und Hartmannsdorf getrennt sind.
1219 Der Herr von Etzdorff
tzdorff, auch Etzdorf oder Ezdorff, war der Name eines alten sächsisch-thüringischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Etzdorff gehörten zum osterländischen Uradel. Sie gelangten später auch in Bayern und Franken zu Besitz und Ansehen. Zweige der Familie bestehen bis in die Neuzeit des 21.Jahrhunderts heute. Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1219 mit Dietrich von Ezelisdorf. Nach alten Überlieferungen gehört auch der Ritter Heinrich von Ezelsdorf zur Familie, der 1270 als Zeuge in einer Urkunde erscheint. 1274 überließ er seine beiden Höfe in Eisenberg dem Landgrafen Albrecht von Thüringen, der sie dem Kloster zu Eisenberg schenken wollte. Der Name änderte sich im Laufe der Zeit von der noch im 15. Jahrhundert üblichen Form Etzelsdorf in Etzdorff und Ezdorff, später wurde auch die Schreibweise Etzdorf gebräuchlich. Etzdorf, der ursprüngliche und Namen gebende Stammsitz der Familie, wurde später ein Ortsteil der thüringischen Gemeinde Heideland im Saale-Holzland-Kreis.
19.08.1219 Das erste urkundliche Pforten
forten ist ein Stadtteil von Gera, zwischen dem Stadtzentrum und Zwötzen nahe der Einmündung des Gessenbachs in die Weiße Elster gelegen. An der Stelle des nachfolgenden Rittergutes lag eine Befestigungsanlage. Auch auf dem Gipfelbereich des Pfortners Berges waren vorher Menschen ansässig. Man fand altsteinzeitliche Steingeräte. Auf der Nordseite wurde ein Faustkeil gefunden, der die These bestätigt. Es wurden auch noch weitere Funde geborgen. Die Anhöhe ist durch einen später angelegten Steinbruch nicht mehr fündig. Über die Ersterwähnung gibt es aber seit langer Zeit unterschiedliche Auffassungen. Die eine Meinung ist, Pforten wurde 1333 als Phorte erstmals erwähnt und war Standort eines Ritterguts. Wolfgang Kahl aber weist den 19. August 1219 als urkundliche Ersterwähnung nach. Zwischen beiden Datierungen liegen aber 114 Jahre, was bei einer Ersterwähnung schon sehr erheblich ist, auch zu Ende des hohen Mittelalters.
1220 Die Anfänge der Reussen-Herrschaft
ie vielfach noch ungeklärten Anfänge der im 12. bis 14. Jahrhundert zu bedeutender Territorialherrschaft zwischen oberer Saale, Pleiße und Regnitz aufsteigenden Vögte von Weida, Gera und Plauen reichen in das nordwestliche Thüringen bei Mühlhausen zurück, von wo ein Zweig dieser zunächst herzoglicher sächsischer Ministerialen-Familie wohl noch vor der Mitte des 12. Jh. in das Gebiet der mittleren und oberen Weißen Elster übersiedelte und hier als Ministerialen der Bischöfe von Naumburg, Reichsministerialen (erster Beleg 1220) und Lehnsträger der Grafen von Everstein von den Burgorten Weida (1209 Stadt) und Plauen (1224 Stadt), den Quedlinburger Gütern in Gera und dem 1193 gegründeten Hauskloster Mildenfurth aus vor allem durch intensive Rode- und Siedeltätigkeit und in Wahrnehmung von Reichsaufgaben einen größeren Herrschafts- und Territorialkomplex aufbaute. Der seit 1209 geführte Vogttitel geht wohl nicht, wie vielfach angenommen, auf die Übernahme einer Reichsvogtei, sondern eher auf die Vogteirechte an den umfangreichen Quedlinburger Stiftsbesitz in und um Gera zurück. Die rasch in den Herrenstand aufsteigenden Vögte von Weida, Gera und Plauen, denen Kaiser Ludwig der Bayer 1329 Reichsunmittelbarkeit und fürstengleichen Rang bestätigte, bildeten mit ihrem bis nach Hof und ins Egerland reichenden Herrschaftsgebiet einen wichtigen Faktor in dem von den konkurrierenden Interessen des Reiches, der Könige von Böhmen, der Landgrafen von Thüringen, der Markgrafen von Meißen, der Grafen von Schwarzburg und der jeweils führenden Kräfte in Franken geprägten Raum zwischen Pleißenland, Erzgebirge, Franken- und Thüringer Wald.
1220 Das Haus Reuss
as Haus Reuss geht auf die alten Vögte von Weida im Vogtland zurück, die zu den Reichsministerialen gehörten. Der Ursprung der Familie liegt im 1. Viertel des 12. Jahrhunderts im Dorfe Weida an der Unstrut (in der Flur Windberg), im westlichen Thüringen. Von ihnen zweigte sich das Haus Plauen ab, dessen Hauptlinie 1426 die Burggrafschaft Meißen erhielt und 1572 ausstarb. Eine jüngere Seitenlinie, um das Jahr 1300 gestiftet, nannte sich Reuß. Sie wurde 1673 reichsgräflich und spaltete sich in mehrere Zweige, von denen im 19. Jahrhundert Reuß Ältere Linie (Greiz, seit 1778 fürstlich), Reuß Jüngere Linie (Gera und Schleiz, seit 1806 fürstlich) und die nichtregierende Linie Reuß-Köstritz (ebenfalls fürstlich) übrigblieben. Die beiden Fürstentümer wurden 1918 Freistaaten und gingen 1920 im Lande Thüringen auf.
1224 Die ersten Franziskanermönche kamen
ie Ordensbrüder gingen auf ihren Gründer Franziskus von Assisi (1181/82-1226) zurück. Es handelte sich ursprünglich um einen Bettlerorden. Noch zu Lebzeiten des Heiligen Franziskus kamen 1224 die ersten Franziskanermönche auch nach Thüringen und betraten die Gegend um Gera zum ersten Mal.
1224 Zeugen für die Urkunden
ie Stadtgründung Geras, welche als urkundliche Erwähnung nicht genau feststeht, wurde zu dieser Zeit dennoch vorbereitet. Dazu wurden Zeugen gerufen, welche den Beurkundungen beiwohnten. Für diese Zeit sind schriftlich folgende Personen nachweisbar. Es waren die Bürger Garungus, Heinrich, Evehardus (vermutlich Eberhard), Godefried und der Priester Gevehard, welche auch in den nachfolgenden Jahren schriftliche Erwähnung fanden.
1224 Rätsel um die Wurzeln der Stadt
ann Gera wirklich zur Stadt geworden war, ist in der Neuzeit nicht mehr eindeutig zu klären. Urkundlich steht es nicht genau fest. Als sicher kann aber betrachtet werden, dass Gera nicht aus slawischen Wurzeln entwachsen ist, sondern das der Ort aus einer Gruppe planmäßiger deutscher Stadtgründungen hervor ging, welche im slawischen Ostland nach der Eroberung des Landstrichs angelegt worden sind. Ein Klosterhof des Stiftes Quedlinburg (an der Ostseite der Heinrichstraße, Richtung Stadtmuseum), mit Marktrecht begabt, und die Burg des Vogtes (das alte Schloss der Vögte in Höhe der Burgstarße/Florian Geyer Straße), sind als Anfangspunkte des Stadtbaus anzunehmen.
1224 Die Politik der Vögte
eber die Pfarrei in Plauen, die sein Bruder Heinrich III. dem Deutschen Orden geschenkt hatte, konnte Heinrich IV. 1224 durch seinen Konsens mitverfügen. Offenbar war der Dobnagau, als eversteinisches Lehen, zu gesamter Hand ausgetan. Beide Brüder hatten bis 1225 mit den Brüdern Hartmann und Hermann von Lobdeburg einen überwiegenden Anteil an dem Patronatsrecht der von den Lobdeburgern und den Vögten gegründeten Pfarrei Elsterberg. Die Weidaer gaben ihren Anteil zugunsten der Lobdeburgern auf, während diese auf Ansprüche an der von den Vögten gegründeten Pfarrkirche in Greiz verzichteten. Dieser Ausgleich stand wohl in einem Zusammenhang mit der Ehe zwischen Heinrichs IV. Sohn Heinrich I. von Gera mit Leukardis, welche als Tochter Hermanns IV. von Lobbdeburg-Saalburg (verst. 1247) gilt. Beim Aussterben dieser lobdeburgischen Linie fielen Lobenstein, Mühltroff, Tanna und andere Besitzungen an die Vögte von Gera. Kurz Zeit nachdem Heinrich IV. sein Verhältnis als Vogt zur Äbtissin von Quedlinburg - davon leitet ein Teil der Forschung den Vogtstitel der Heinriche ab - geordnet hatte, ließ er sich von seiner Gemahlin Jutta geistlich scheiden. Jutta, vermutlich eine geborene Burggräfin von Altenburg, hatte ihm 5 Kinder geboren. Als Deutschordensritter ist Heinrich IV. bis zum Landmeister in Preußen aufgestiegen. Er, der an dem Abschluß des Friedens von Christburg (1249) beteiligt war, gehört zu den großen Persönlichkeiten, die die Heinriche dem Orden gestellt haben: Seine Gemahlin Jutta gründete 1239 das auf landgräflichem Reichsafterlehen gelegene Dominikaner Nonnenkloster Cronschwitz und starb als dessen Priorin.
1224 Das erste Militär in Gera
n diesem Jahr erfolgte, nach 1209, die zweiter Erwähnung einer Besatzungsmannschaft für die alte Burg in Gera, welche als sogenannte Verteidigungstruppe fungierte. Diese gerüsteten Mannen waren für die Sicherheit der Stadt und der Burg verantwortlich.
1224 Vogtländische Urkunden
ie in den ältesten Urkunden des Vogtlandes, Gera gehörte seinerzeit noch zum Land der Vögte, genannten Deutschen waren sogenannte "milites", welche als unfreie Dienstleute im Gefolge des Landesherren aus dem deutschen Altland gekommen waren. In einer auf das Jahr 1209 datierten Bestätigungsurkunde des Klosters Mildenfurth, gegründet 1193, erschien ein Zeuge der Ereignisse, der mit "Gotfridus in Gera" tituliert wurde gemeinsam mit einem "Gerungo" nochmals im Jahr 1224 in einer weiteren Urkunde , diesmal durch Heinrich den Mittleren, der Vogt von Weida, unter den als "Urbanis de Gera" (Burgmannen von Gera) bezeichneten Zeugen.
1225 Zur Geschichte von Berga / Elster
erga wurde wie Greiz bei der Kolonisation des Elstertales um 1200 erschlossen. Eine Burg auf einem Bergsporn, der vom Osten in das Tal der Weißen Elster ragt, sicherte und kontrollierte im Mittelalter den Flussübergang einer in Ost-West-Richtung verlaufenden Straße, die das Orlatal um Auma mit dem Muldetal von Zwickau verband. Den Herren von Lobdeburg waren schon 1225 Ritter von Berga bekannt. Die erste Nachricht über Berga an der Elster ist in der Urkunde aus dem Jahre 1306 festgehalten. Dieses Schriftstück berichtet, dass ein Vogt von Gera (Herr von Gerawe) dem Kloster Cronschwitz Zinse kaufte, darunter "in der moll (Mühle) zcu Bergawe auch XXXIV scheffel korn". Diese Mühle war höchstwahrscheinlich die Angermühle. Vier Jahre später, am 29. März 1310, erwarb das Kloster Cronschwitz einen "hoff ynn dem gerichte zcu Bergaw?. unnd der kyrchlehen zcu Bergaw mit allem deme rechte ?" (einen Hof und das Kirchlehen zu Berga). In der Zeugenreihe einer Urkunde vom 25. März 1313 ist ein "dominus Conradus plebanus in Bergowe" aufgeführt. Am 11. September 1319 schlossen die Vögte von Gera mit den Vögten von Weida in Berga einen Vertrag über die Geraer Münze ab. Im Jahre 1320 war für die Bergaer Kirche ein Laie, der Vogt von Gera, Patron. Die Äcker und Fluren waren durch die ständigen Kriege des Landesherrn zerstört, und das durch die Nähe dichter Wälder begünstigte Räuberunwesen ließ keine ordnungsgemäße Feldbestellung zu. Bis über die Mitte des 14. Jahrhunderts unterstand das Bergaer Gebiet den Vögten von Gera. Diese führten dort im Jahre 1363 ihre letzte Rechtshandlung durch. Wenig später gehörte Berga den Wettinern. Darüber berichtet das Registrum dominorum marchionum Missnensium vom Jahre 1378, in dem Berga erstmals als Städtchen (opidum, stetigen) genannt wird. Die Erhebung des Ortes zur Stadt erfolgte demnach in den 1370er Jahren. Der Schiedsspruch über den Streit zwischen König Wenzel von Böhmen und den Markgrafen Friedrich IV. von Meißen vom 13. August 1386 berichtet von der zerstörten und abgebrannten Stadt Berga. Am 31. August 1411 wurde Berga dem Landesteil des Markgrafen Wilhelm II. angegliedert. Grundlegende Änderungen traten im Jahre 1427 ein. Am 22. Januar veräußerte Heinrich von Weida sein Drittel an der Herrschaft Weida an den Markgrafen Friedrich von Meißen und erhielt dafür von diesem "slosz und stadt Bergaw" mit allem Zubehör. Der neue Stadtherr von Berga nannte sich Heinrich von Weida, Herr von Berga. Nach diesem feudalistischen Besitzwechsel wurde der Stadt Berga am 9. Juni 1427 ein offener Brief ausgestellt, der in 16 Artikeln den Einwohnern, die bis dahin erlangten "freiheiten und gerechtickaiten" bestätigte. Dieses Schriftstück spiegelt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Berga während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wider. Die weitgehende Abhängigkeit des darin erwähnten Bürgermeisters und Rates von der im jährlichen Wechsel von zwei Rittergütern in der Umgebung ausgeübten Grundherrschaft blieb indes bis 1823 bestehen.
1225 Zur Geschichte von Mosen
osen liegt südöstlich von Wünschendorf/Elster an der Verbindungsstraße nach Endschütz auf einer etappenweise erhöhten Etage des erweiterten Uferlandes der Elster. Die erste Erwähnung des Namens Mosen stammt aus dem Jahr 1225; Wolfgang Kahl weist den 31. März 1206 nach, was überprüft werden sollte. Im Jahr 1455 beteiligte sich Wilhelm von Mosen am Altenburger Prinzenraub. Am 2. September 1995 verlor die Gemeinde Mosen ihre Selbstständigkeit und wurde zu einem Ortsteil von Wünschendorf. Im Ortsteil wohnen 300 Personen. Der Gast erkennt an der Pflege der Kirche den Geist des Ortes.
1226 Eine Erntekatastrophe in Gera
er Herbst und der Winter der Jahre 1225 und 1226 kam mit großen Unwettern, mit zu viel Wasser, Eis und Schnee. Alle Wetterphänomene traten in diesen Jahren viel heftiger und unangenehmer auf, als in vielen Jahren zuvor. Das führte zu einer fast völligen Vernichtung der Ernten und einer damit einhergehenden Unmöglichkeit der Winterbevorratung. Hunger war das Wort des Jahres. Viele Menschen hatten keine Überlebenschance, vor allem die Kinder und die Alten hatten zu leiden und die größten Opfer bringen müssen.
1226 Heinrich I. von Plauen-Gera geboren
einrich I., war Vogt von Plauen-Gera (1238–1244), Vogt von Plauen-Greiz (1240/1244–1303), Stifter der Linie Plauen, erbte die Vogtei Plauen mit Auerbach und Pausa von seinem Vater, sowie die Herrschaft Greiz mit Werdau (Werda ?) und Reichenbach von seinem Onkel Heinrich V., erwarb von der Linie Weida Ronneburg und Schmölln. Er erhielt 1281 vom Reiche die Märkte Asch und Selb und 1296 Hirschberg zu Pfandbesitz. Von 1282 bis 1295 war er Reichslandrichter im Pleißnerlande und wurde urkundlich 16. Dezember 1238 bis 7. März 1303 erwähnt. Geboren wurde er um 1226 und verstarb nach dem 7. März 1303.
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1227 Heinrich I. geboren
einrich I., geboren um 1227, war Vogt von Plauen-Gera in den Jahren von 1238-1244, Vogt von Gera in den Jahren 1244-1269/1274 und der Stifter der Linie Gera, welche im Jahr 1550 erloschen ist. Er erbte die Vogtei Gera und die Pflege Reichenfels von seinem Vater, erbte Tanna und Mühltroff von seinem Onkel Heinrich V. und erwarb nach 1248 aus der Andechs-Meranschen Erbschaft Nordhalben und die Höfer Lehen. Urkundlich wurde er am 16. Dezember 1238 bis 1269. Er verstarb am 1. Juni 1269/1274 und wurde im Kloster Cronschwitz bestattet.Er ehelichte Leukard (Irmgard) von Heldrungen (geb. um 1231 in Arnshaugk verstorben nach dem 31. August 1279 ebenda), welche urkundlich 31. August 1279 erwähnt wurde.
1227 Gemeinsame Verwaltung
n den Jahren von 1227 bis 1240 gab es eine gemeinsame Verwaltung der Thüringer Landgrafschaf. Vollzogen wurde die Verwaltung durch Heinrich Raspe IV. und Konrad IV. (Heinrich Raspe, geboren 1204 und verstorben am 16. Februar 1247 auf der Wartburg, war als Heinrich Raspe IV. seit 1227 Landgraf von Thüringen und 1246/47 Gegenkönig zu Kaiser Friedrich II. und dessen Sohn Konrad IV. Konrad geboren am 25. April 1228 in Andria, Apulien und verstorben am 21. Mai 1254 im Heerlager bei Lavello, stammte aus dem Geschlecht der Staufer. Er war Herzog von Schwaben (1235-1254), König des Heiligen Römischen Reiches (1237-1254), König von Sizilien (1250-1254) und König von Jerusalem (1228-1254).)
1228 Mittelalterliche Maße
u dieser Zeit gab es weder genormte noch einheitliche Maße in Europa. Vieles orientierte sich am menschlichen Körper. Man maß in Elle (Unterarmlänge, in Gera etwa 57 Zentimeter), Fuß, oder Daumen, was allerdings dazu führte, dass die jeweiligen Längenangaben von Ort zu Ort differierten. Ein Maßbeispiel war die Messlatte. Sie hatte 12 kurz aufeinander folgende Einkerbungen, welche die Daumenbreite eines Mannes angaben. 12 Daumenbreiten waren ein Fuß (so um 30 Zentimeter) und 6 Fuß maß ein großgewachsener Mann, also um 1,80 Meter. Ein weiteres Maß war das 13 Knotenseil. Da die 13 Knoten alle den gleichen Abstand zueinander hatten, konnten die meisten Baumaße damit dargestellt werden. Zum Beispiel das pythagoräische Dreieck. Jeweils 4 Knoten hatten die Katheten, die Schenkel des rechten Winkels, und die Hypotenuse maß 5 Knoten. Natürlich waren auch die Kirchturmspitz, das Quadrat und das Rechteck, was man noch als "langes Quadrat bezeichnete, mit dem Seil darstellbar. Auch kleine Rechenaufgaben waren möglich, indem man drei Mal drei Knoten übereinander legte und beim Durchzählen auf die entsprechende Länge und natürlich auch auf neuen kam. Für Gera wurden Maße zunehmend wichtig, da sich die Stadt als Handelsplatz durchsetzen wollte und die Händler welche nach Gera kamen, sich nach den Maßen der Stadt zu richten hatten. Nur neun Jahre später erhielt Gera das Stadtrecht und damit dann auch das Münz-, Zoll- und Marktrecht.
1230 So entstand Gera
rst im Jahr 1237 erhielt die Siedlung Gera das Stadtrecht. Dafür musste allerdings erst einmal eine Stadt gebaut werden. Der älteste Geraer Siedlungsring oder Stadtkern entstand um die spätere "Burgstraße", wo sich die Stadtburg der Weidaer Vögte befand, der "Florian-Geyer-Straße" und dem Johannisplatz. Dann, im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts, entstand, ausgehend von der Stadtburg und der Burgsiedlung, in Richtung der einst slawischen Siedlung Zschochern, das war zu dieser Zeit ein eigener Ort mit dem erhalten gebliebenen Brunnen, die Stadt Gera. Die Stadtburg und die Häselburg wurde dabei in den neuen Stadtring mit einbezogen.
1230 Seelingstädt bei Gera erwähnt
eelingstädt wurde im Jahr 1230, also im ausgehenden hohen Mittelalter, erstmals urkundlich und damit schriftlich erwähnt. Personen, von höherem oder auch niederem Stand fanden noch keine Beachtung in der Zeit des 13. Jahrhunderts.
1230 Zur Geschichte von Seelingstädt
ie kleinen Orte Seelingstädt und Chursdorf in der Nähe von Gera verdankten ihre Gründung, wie so mancher Ort der Gegend auch, der missionarischen und kolonisatorischen Tätigkeit von Mönchen des 1193 entstandenen Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf/Elster.
1230 Das erste Seelingstädt
eelingstädt wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Seelingstädt und Chursdorf verdanken ihre Gründung - wie so mancher Ort der Gegend - der missionarischen und kolonisatorischen Tätigkeit von Mönchen des 1193 entstandenen Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf/Elster. Die Rechtszugehörigkeit der bis 1938 selbstständigen Gemeinden wechselte oft, Chursdorf gehörte zum Beispiel 1502 zum Ober- und Untergericht Werdau, Seelingstädt dagegen zu Zwickau. Beide kamen 1547 vom ernestinischen zum albertinischen Sachsen. Sie unterlagen als so genannte Amtsdörfer immer nur der Landeshoheit, waren also nie einer Gutsherrschaft unterworfen und durften die niedere Gerichtsbarkeit selbst ausüben. Der erste Handwerker, der für Seelingstädt genannt wurde, war im Jahre 1571 ein Stellmacher. Bald folgte die Kunde von einem Schmied. Das waren die Handwerker, die unmittelbar den Bauern und ihrer Arbeit dienten. In Seelingstädt wurde schon im frühen Mittelalter Bier gebraut. Um 1563 wurden durch einen Brand alle wichtigen geistlichen und weltlichen verbrieften Rechte zum Bier brauen vernichtet. Das war für die Seelingstädter ein harter Schlag, denn ohne gültiges Privileg durften sie nicht mehr brauen. In ihrer Not schrieben sie 1602 einen Brief an den Kurfürsten und baten um Erneuerung der Erlaubnis. Im Jahr 1708 entstand das heute noch vorhandene Gemeindebrauhaus in Seelingstädt. Eine Schule wird schon 1570 erwähnt und auch ein "Schulmeister". Im Jahr 1680 ist der erste Schulneubau in Seelingstädt datiert. Nachdem diese Schule zu klein und baufällig wurde, entstand im Jahr 1824 ein neues Schulhaus, um dessen Bezahlung (2092 Thaler, 13 Groschen und 11 Pfennige) es zwischen den Ortsteilen zu heftigen Streit kam. Das heute noch als saniertes Schullandheim genutzte ehemalige Schulgebäude wurde 1894 mit Kosten von 25.000 Mark erbaut und diente bis zur Fertigstellung der neuen Schule im Ortsteil Seelingstädt Bahnhof im August 1965 (Kosten 1,65 Millionen Mark) als Seelingstädter Grundschule. 1958 ging Seelingstädt vom Kreis Werdau an den Kreis Gera und damit zum Bezirk Gera, über den es schließlich den Weg zum Land Thüringen fand.
25.06.1230 Birkigt (Harth-Pöllnitz) erwähnt
irkigt ist ein Ortsteil der Gemeinde Harth-Pöllnitz im Landkreis Greiz in Thüringen. Nachbarorte sind Forstwolfersdorf, Wetzdorf, Niederpöllnitz und Rohna. Die urkundliche Ersterwähnung des 30 Einwohner zählenden Weilers Birkigt erfolgte schon am 25. Juni 1230. Der Weiler liegt unweit der Bundesstraße 2 und ist über eine Verbindungsstraße gut zu erreichen. Die Gemarkung ist wellig und hügelig und für den Ackerbau gut geeignet. Südlich ist auf Anhöhen Wald vorgelagert. Ehemals besiedelten den Weiler vier Bauernfamilien mit ihren Gehöften. In jüngster Vergangenheit und jetzt nutzt man die ruhige und gesunde Lage gemeinsam mit den anderen Partnern für die Schweinezucht in einer größeren Anlage.
1231 Vorbereitung zum Apothekerrecht in Gera
s wurde ab dem Jahr 1231 über eine Reform des Arzneimittelwesens verhandelt. Bisher hatten die Geraer "Ärzte" oder eher bezeichenbar als Bader oder Heiler, die Arzneimittel und Kräutermischungen die sie verordneten gleich selbst hergestellt und verkauft. Um den Patienten aber von Arzt und Medikament weitest gehend unabhängig zu machen und die Ärzte nicht mehr so viele Medikamente verordnen konnten nur weil sie etwas verkaufen und verdienen wollten, wurden die Apotheken durch ein kaiserliches Edikt gegründet. Der Arzt verdiente nicht mehr allein und die Arzneimitteldosen wurden wieder verträglicher.
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1234 Die Schloßkapelle
b sich die in einer Urkunde genannte „Kapelle im Schloß Gera“ im Stadtschloß oder auf dem Osterstein befunden hat, lässt sich nicht sicher feststellen. Das die Schlosskapelle auf dem Osterstein zu dieser Zeit aber schon bestanden hat, lässt sich daraus schließen, dass sie dem heiligen Georg, dem Schutzpatron vieler Kirchen in slawischem Gebiet, geweiht war.
1234 Die Pfarrkirche
achdem der Pfarrer Conrad um 1200 zum ersten Mal erwähnt worden war, wurde nun auch die ihm zugeteilte Pfarrkirche an der Südseite des späteren Johannisplatzes erwähnt.
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1234 Die Geraer Schlosskrieger
n diesem Jahr wurden die Geraer Schlosskrieger zum ersten Mal erwähnt. Im Mittelalter war es noch üblich, die Bürger zur Verteidigung der Stadt nicht nur mit heranzuziehen, sie wurden dazu verpflichtet. Diesen Bürgern standen dann sogenannte Stadthauptleute, welche meist aus Adelskreisen stammten, vor und waren vom Landesherren eingesetzt worden.
1234 Der Johannisplatz in Gera
ie Johanniskirche wurde im Jahr 1234 zum ersten Mal erwähnt. Sie stand auf der Südseite des Johannisplatzes. Kirche und Platz bekamen den Namen Johannis, zurückzuführen auf Johannis den Täufer, und waren somit geweihte Stätten. Die Johanniskirche wurde allerdings mehrfach zerstört und beim großen Stadtbrand von 1780 endgültig zur Ruine. Sie war zeitweise die Grablege des Hauses Reuß Gera und die ihres berühmtesten Vertreters Heinrich Reuß jüngere Linie "Posthumus" (1572-1635), welcher unter anderem für die Gründung des Rutheneums seit 1608, dem späteren Goethe- Gymnasium verantwortlich war. Die Ruine der Johanniskirche wurde in den Jahren 1805 bis 1824 abgetragen. Das Goethe- Gymnasium wurde in der Zeit von 1605-1608 errichtet. Das Stadtpalais am Johannisplatz, in dem Napoleon am 11.10.1806 zu Gast war, wurde im Jahr 1688 errichtet und im Jahr 1884 kam es zum Neubau der Schule. Am 12.07.1863 wurde das Posthumus - Denkmal zu Ehren des Schulgründers eingeweiht, welches aber später durch die SED zu Zeiten der DDR beseitigt wurde.
1234 Eine Urkunde des Bischofs
n einer Urkunde des Naumburger Bischofs, welche die Kapelle im Schloss zu Gera betraf, wurden erstmals "castellani milites" aufgeführt. Mit "castellani" wurde die Befestigungsanlage (später Schloss Osterstein) gemeint und "milites" waren die unfreien Dienstleute im Gefolge der Landesherren. Der Urkunde war demnach zu entnehmen, dass einige Dienstleute mit ihren Familien innerhalb der Schlossanlagen und andere außerhalb derselben wohnten. Aus dieser Schicht ging der spätere Landadel hervor, welcher die Gegend mit einem dichten Netz an Rittergütern wie zum Beispiel in Liebschwitz überzog. Die ersten Untertanen dieser Rittergüter waren ausnahmslos Slawen.
03.10.1234 Die Pfarrkirche St. Johannis
er Bischof Engelhard von Naumburg löste an diesem Tag auf das dringliche Bitten von Heinrich dem Älteren, dem Vogt von Weida (auch Heinrich der Landesmeister genannt) die Kapelle im Schloss zu Gera (in der späteren Burgstraße gelegen) aus dem Parochialverband (Hauptkirchen der Gegend) der Pfarrkirche St. Johannis. Dem Vogt wurde danach das Recht zugestanden, die Kapelle mit einem von ihm zu bestimmenden Priester zu versehen, welchen die Seelsorge zustand über die innerhalb der Schlossbefestigung wohnenden Burgleute und deren Angehörigen. Alle außerhalb des Schlosses angesiedelten Menschen verblieben der Pfarrkirche danach noch. Die castellani (Burgmannen) konnten sich begraben lassen, wo immer sie es zulassen wollten, ihre Angehörigen jedoch wurden im Pfarrbezirk beigesetzt, was wohl auch eine Frage des Geldes für die Kirche war. Für aller Personen aber war der Pfarrer von St. Johannis Berufsinstanz. Als Zeugen wurden Gerungus von Gera und Heinrich von Gera genannt, welche zu dieser Zeit entweder Burgmannen oder schon Bürger von Gera waren.
05.10.1234 Ersterwähnung der Pfarrkirche St. Johannis
n einer Urkunde des Bischoffs Engelhard von Naumburg über die Neuorganisation der Verhältnisse der Parochie Gera wird erstmals die Pfarrkirche St. Johannis genannt.
1235 Das erste Reichsgesetz in deutscher Sprache
era unterlag schon zu dieser Zeit, noch vor der Ernennung zur Stadt und der Vergabe der Regalien, den deutschen Reichsgesetzen. Mit dem Mainzer Landfrieden erließ der römisch-deutsche Staufer-Kaiser (Imperator Romanum) Friedrich II. (26.12.1194 - 13.12.1250) das erste in deutscher Sprache verfasste Reichsgesetz.
1236 Heinrich VII. geboren
einrich VII., genannt "der Rote", war Vogt von Weida in den Jahren 1243/1254 und 1260/1261. Er war kaiserlicher Landrichter (iudex provincialis) des Egerlandes des Jahres 1257 und kam um 1236 zur Welt. Er verstarb am 26. November nach 1260. Bestattet wurde er im Kloster Mildenfurth bei Gera, welches im Jahr 1193 gegründet worden war.
1237 Entstehung von Liebschwitz
nter dem slawischen Namen Lubischwitz wurde der noch heutige Geraer Stadtteil Liebschwitz gegründet. Das war der Beginn der 374-jährigen Geschichte, einer damals noch sächsischen Enklave Liebschwitz mit dem umliegenden Gemeinden Taubenpreskeln, Niebra, Lietsch und einem großen Teil des Ortes Lengefeld. Ab 1611 waren die Gemeinden eigenständig.
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1237 Hochmittelalterliche Preise
u allen Zeiten hatten Waren einen Preis. Ob es teuer war oder nicht, darüber haben die Zeit und die Lebensumstände entschieden. Als Gera die Ernennung zur Stadt erhielt, kostete eine Zuchtsau 6 Pfennige und ein kleines Bauerngut etwa 20 Mark.
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1237 Den Vogt zur Rede gestellt
er Weidaer Vogt Heinrich IV. unterstand zu dieser Zeit der Stiftsverwaltung des Stiftes Quedlinburg. Da der Stiftsvogt aber sein Amt zum eigenen Vorteil nutzte, musste dem Einhalt geboten werden. Zwischen 1203 und 1226 war das Quedlinburger Stift in die Streitigkeiten der Häuser der Staufen und der Welfen hineingezogen worden und hatte zusätzlich Streit mit den weltlichen und kirchlichen Nachbarherren, was das Stift sehr ablenkte. Erst die Äbtissin Gertrud, von 1232 bis 1270 im Amt, konnte wieder nachhaltig Einfluss ausüben, nachdem ihre drei Vorgängerinnen zusammen nur insgesamt 3 Jahre im Amt waren. Sie stellte im Jahr 1237 bei einer Prüfung fest, dass der Weidaer Vogt die Bedingungen zu denen er die Vogtei erhalten hatte zu seinen Gunsten ausnutzte. Obwohl dem Stift Quedlinburg als Stadtherrin auf Grund früherer Vereinbarungen zwei Drittel, dem Vogt aber nur ein Drittel aus der Gerichtseinnahme zustanden, hatte er sämtliche Gerichtsgebühren für sich eingestrichen. Darauf hin begab sich die Äbtissin nach Gera und stellte den Vogt zur Rede. Dieser hatte aber seine Stellung und seine Rechte offensichtlich schon so weit ausgebaut, dass sich Gertrud mit einem Vergleich zufrieden geben musste. Gegen die einmalige Zahlung von 70 Mark Silber (16,3 Kilogramm reines Silber) überlies sie ihm und seinen Söhnen die zwei Drittel des Stiftes als Lehen.
1237 Gera wurde zur Stadt
ohl in den ersten Jahrzehnten des 13. Jh. ist Gera zur Stadt geworden. Aus dem Jahr 1237 ist die älteste Urkunde erhalten, in der die Geraer als Bürger genannt wurden und der Ort als Stadt. Während es in dem Rechenschaftsbericht der Quedlinburger Äbtissin Agnes um 1200 noch als villa erscheint, wurden 1224 urbani, 1237 cives genannt, die Siedlung als oppidum bezeichnet, in dem ein Quedlinburgischer Schultheiß die niedere Gerichtsbarkeit ausübt. Das älteste erhaltene Stadtsiegel (an Urkunden aus den Jahren 1350 und 1404) weist auf die Vögte als Stadtherren hin. Es zeigt runde Form und hat zwei punktierte Reifen für die Minuskelumschrift "Sigillum borgensium in Gera". Im Siegelfeld befindet sich ein nach rechts geneigter dreieckiger Wappenschild mit dem nach rechts schreitenden ungekrönten Löwen. Ein geschlossener, nach rechts gewandter Topfhelm mit einem halb geöffneten, halb geschlossenen Pfauenwedel ruht auf der oberen Ecke des Schildes. Dieses Siegel, das vielleicht schon ein älteres abgelöst hat, ging offenbar im Sächsischen Bruderkrieg verloren. 1460 wurde ein neues mit der Umschrift "Sigillum civium civitatis Gera LX" geschnitten.
27.05.1237 Elisabeth von Thüringen wurde eine Heilige
apst Gregor IX. sprach Elisabeth von Thüringen (1207-1231) heilig. Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. wurde als eine der größten Wohltäterinnen des Mittelalters verehrt. (Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde die katholische Gemeinde in Gera nach Elisabeth benannt.)
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24.09.1237 Auma bei Gera erwähnt
uma wurde urkundlich 1237 erwähnt als Stadt erstmals im Jahr 1331 bekannt und ist damit vom Alter mit gera gleichzusetzen. Die Reußen von Plauen belehnte man danach mit der Herrschaft über den kleinen Ort.
25.10.1237 Ersterwähnung als Stadt Gera
n einem Vergleich über die Erhebung der Gerichtsgebühren in der Stiftsvogtei Gera, den die Äbtissin von Quedlinburg namens Gertrud von Amfurt  mit Heinrich IV. dem Älteren von Weida  schließt, wurde Gera erstmals als Stadt  und seine Einwohner als Bürger bezeichnet.
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1238 Oberröppisch
n diesem Teil der Stadt Gera stehen zahlreiche Fachwerkbauten. Der Ort ist sorbischen Ursprungs reicht aber geschichtlich in die frühgermanische Zeit zurück. 1238 wurde der Ort erstmalig erwähnt. Da über Röppisch keine datierte Chronik vorhanden ist, kann die Schenke des Ortes als ältestes Gebäude betrachtet werden.
1238 Eine Urkunde des Markgrafen
it Gerichtsbann und Zubehör aufgeführt wurde in diesem Jahr in einer Urkunde des Markgraf Heinrich von Meißen, welches das "Castrum Langenberg" nannte.
1238 Die Pfarrkirche
is zu diesem Jahr war die spätere Stadt- und Hauptkirche Sankt Johannis Evangelistae nur eine Pfarrkirche in Gera. Der "Johannisplatz" wurde später nach ihr benannt. Benannt und geweiht wurde der Sakralbau einst nach Johannes dem Täufer. (Johannes der Täufer, hebräisch Jochanan Ben Sacharja, er lebte in erste Hälfte des ersten Jahrhunderts und war eine zentrale Gestalt des frühen Christentums, des Islam, des Mandäismus und der Evangelisten. Er wird in den Weltreligionen erwähnt.)
1238 Aus einer Urkunde von Vogt Heinrich
us einer Urkunde des Jahres 1238, durch die Vogt Heinrich (IV) und dessen Gemahlin Jutta von Gera dieser Kirche einen Garten und Zehnten zu Gera schenkten, ging hervor, dass sie Johannis dem Täufer geweiht war.
1238 Das erste Thränitz
hränitz wurde in diesem Jahr im Zusammenhang mit der Gründung einer Kapelle zum ersten Mal erwähnt. Der Name wurde von altsorbischen "Trownica", was Siedlung am Grasbach bedeutete, bzw. von "Drenica", wie Kornelkirsche, einem am Kalkberg häufigen Strauch, abgeleitet.
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1238 Röppisch wurde geteilt
urch den Grundstückstausch der Gräfin Jutta mit den Mönchen vom Kloster Mildenfurth in diesem Jahr wurde der Geraer Ortsteil Röppisch geteilt und das untere Dorf kam in den Besitz des Großherzogtums Sachsen-Weimar, zu dem es bis 1918 gehörte.
1238 Besitzteilung der Erben von Heinrich II.
och vor dem Jahr 1238 und um das Jahr 1244 teilten die Söhne Heinrichs II., genannt der Reiche, ihren Besitz und es entstand die Linie der Vögte von Weida, Gera und Plauen.
1238 Jutta wurde Priorin
ie ehemalige Gemahlin Heinrich des Mittleren von Gera, Jutta, das Paar hatte sich im gleichen Jahr scheiden lassen, gründete das Kloster Cronschwitz und wurde ihre Priorin. Da der Grund und Boden des zu gründenden Klosters aber den Mönchen vom Kloster Mildenfurth gehörte, tauschte Jutta mit ihnen 6 Hufen (Höfe oder Güter) in der Mildenfurther Flur gegen 7 Hufen in Röppisch. Durch diesen Grundstückstausch wurde Röppisch in Unter- und Oberröppisch geteilt.
1238 Heinrich VIII. geboren
einrich VIII., genannt von Orlamünde war Vogt von Weida in den Jahren 1243/1254-1279/1280 und fand urkundlich vom 21. Juli 1246 bis 1279 Erwähnung und besaß nach dem Tode seines Bruders Heinrich VII. die ganze Vogtei Weida. Er erwarb nach 1248 Hof und Regnitzland erblich und trat dagegen Ronneburg, Nordhalben und die Höfer Lehen an die Line Plauen bzw. Gera ab. er wurde geboren um 1238 und verst. am 17. September 1279/1280). Er wurde bestattet im Kloster Mildenfurth bei Gera. 1248 ehelichte er die Burggräfin Irmgard von Dewin (geb. um 1240 und verst. am 24. Januar 12?? (Jahr unbekannt). Bestattet wurde sie im Kloster Mildenfurth bei Gera. In zweiter Ehe war mit Gräfin Sophie von Weimar-Orlamünde verheiratet. Urkundlich erwähnt wurde sie am 1. Juli 1258, (geb. um 1240 und verst. nach dem 1. Juli 1258). Sie war die Tochter von Graf Hermann II. von Weimar-Orlamünde (1184-1247) und Prinzessin Beatrix von Andechs-Meranien (1210-1270).
1238 Eine Klosterstiftung
m Jahr 1238 stiftete Jutta, die Gemahlin Heinrichs IV., dem Vogt von Weida, mit dem Dominikanerinnenkloster in Cronschwitz ein weiteres Hauskloster für weibliche Familienangehörige und den niederen Adel. Zum Kloster gehörte später unter anderem der Ort Lusan, über den die Lehrnshoheit bestand. Bis in die Neuzeit des 21. Jahrhunderts blieb nur die Ruine der alten Kirchenanlage erhalten.
1238 Aus der Geschichte Thüringens
er Besitz Heinrichs II. des Reichen wurde wahrscheinlich schon um 1209 zwischen seinen Söhnen Heinrich III. und Heinrich IV. geteilt. Heinrichs II. des Reichen mittlerer Sohn Heinrich IV. (1209-1249) muss in der Teilung von ca. 1209 Gera erhalten haben, denn 1238 bezeichnet er sich als Vogt von Gera, erscheint aber schon 1234 in Verbindung mit Gera, als er Bischof Engelhard von Naumburg veranlasste, die Kapelle auf der Burg Gera von der Pfarrei Gera abzutrennen. Gera trugen die Vögte vermutlich schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts vom Stift Quedlinburg zu Lehen, das 999 die Provinz Gera von Kaiser Otto III. als Geschenk erhalten hatte. Über diesen abgelegenen Besitz des Stiftes hört man erst wieder in einem Rechenschaftsbericht der Äbtissin Adelheid (1184-1203), in dem verlorene Güter und Rechte aufgezählt werden. Dort erscheint ein Advocatus. Es kann sich nur um einen Weidaer, wohl nur um Heinrich II. den Reichen handeln. Denn 1237 sagt Heinrich IV. in einem Vergleich mit Äbtissin Gertrud, seine Vorfahren hätten bereits alle 3 Richterdrittel der Vogtei besessen. Jetzt übertrug ihm die Äbtissin gegen eine Zahlung von 72 Mark 2 Drittel der Gerichtsbarkeit in der Vogtei Gera (advocacia de Gera) zu Lehen. Die Niedergerichtsbarkeit in der Stadt Gera blieb dem Schultheißen der Äbtissin, während der Vogt auch dort die Hochgerichtsbarkeit erhielt. Wie seine Vorfahren sollte der Vogt auch die Münze in Gera weiter zu Lehen tragen. Außer der Stadt dürften zur Vogtei Gera nur wenige Ortschaften gehört haben. Schon Langenberg wurde als Naumburger Lehen beansprucht.
1238 Die Geschichte der Landesteilung
ie Vorfahren des reußischen Fürstenhauses waren im 12. Jahrhundert kaiserliche Vögte im Sorbenland (Vogtland) und wurden allmählich selbständig. Ihr Gebiet war einst größer und umfasste das Gebiet, was als Vogtland verstanden wird, also den Vogtlandkreis mit der Hauptstadt Plauen, das thüringische Vogtland mit Schleiz, Greiz, Bad Lobenstein, Weida und Gera, das fränkische Vogtland mit Hof und Selb sowie das böhmische Vogtland mit Asch. 1209, nach dem Tod Heinrich (II.) des Reichen teilten seine drei Söhne (Heinrich der Ältere, der Mittlere und der Jüngere) das Gebiet in die drei Gebiete Weida, Gera und Greiz auf. Sie nahmen Sitz in den jeweiligen Orten, nannten sich aber weiterhin Vögte von Weida. Um 1237 folgte dann offiziell die Teilung. Heinrich der Ältere war bereits um 1224 verstorben, so erhielt sein Sohn Heinrich (VI.), "Pfeffersack", die Vogtei Weida. Heinrich der Mittlere erhielt Gera und Teile Plauens und Heinrich der Jüngere Greiz. Mit dem Tod des kinderlosen Greizer Vogtes um 1240 erledigte sich diese Teilung. Sein Besitz fiel an seine zwei Neffen, die Söhne Heinrich des Mittleren. Bereits 1238 hatte sich Heinrich der Mittlere von seiner Ehefrau scheiden lassen, er trat in den Deutschen Orden ein, seine Gemahlin in das Kloster Cronschwitz. Der Besitz wurde unter seine beiden älteren Söhne aufgeteilt. Heinrich (I.) der Ältere erhielt Plauen mit Auerbach und Pausa, Heinrich (I.) der Jüngere Gera (Vögte von Gera) und die Pflege Reichenfels. Als Heinrich (I.), Vogt von Plauen 1303 starb, erbten seine beiden Enkel die Vogtei Plauen und die Ländereien. 1306 teilten Heinrich (III.) von Seeberg, Sohn Heinrich (II.) des Böhmen, und Heinrich (II.) Reuß, Sohn Heinrich Ruthenus (des Ruszen oder Reußen) das bisher gemeinsam verwaltete Gebiet auf. Heinrich der Böhme war durch seinen Sohn zum Gründer der älteren plauener Vogtlinie, der späteren burggräflichen Linie, geworden, und Heinrich Ruthenus durch seinen Sohn Heinrich (II.) Reuß zum Gründer der jüngeren Linie, der Reußen von Plauen zu Greiz.
1238 Die Thränitzer Kirche
ach historischen Überlieferungen aus dem 13. Jahrhundert wurde die Thränitzer Kirche im Jahr 1238 gegründet. Es ist zu vermuten, dass der Gründungsbau aus Holz bestanden hat. Um 1250, in der Mitte des 13. Jahrhunderts, wurde der Umbau der Kirche in Stein abgeschlossen. Danach, im 14. und 15. Jahrhundert, wurden kaum Informationen über den Sakralbau hinterlassen. Vermutlich sind die Aufzeichnungen in den Wirren der Jahrhunderte verloren gegangen, denn schriftliche Dokumente über die Kirchen sind zu dieser Zeit fast immer angefertigt worden. Kirchen war zu wichtig für die Menschen, als dass man sie schriftlich unerwähnt gelassen hätte.
1238 Der Papst bestimmte die Vormunde
b spätestens dem 13. Jahrhundert trugen alle Geraer Vögte den Namen Heinrich, was auch in der Zeit der reußischen Herrschaft so beibehalten wurde. Über mehr als 800 Jahre bis ins 21. Jahrhundert. Über die Zeit danach, gegenwärtig die Zukunft, kann noch keine Aussage getroffen werden. Der hier genannte Vogt von Gera, Heinrich, lebte um das Jahr 1206. Im Jahre 1816 schrieb Johann Christoph Klotz, zu dieser Zeit der Prediger der Geraer Salvatorkirche, folgendes über diese hochmittelalterlichen Herrscher. "Ein Sohn dieses Heinrichs (der von 1206, Anmerkung der Chronikredaktion), ersten Voigts von Gera, Heinrich, trat mit seiner Gemahlin Jutta gegen das Jahr 1238 in den geistlichen Stand, und wurde deswegen in der Klosterkirche zu Mildenfurth in Gegenwart vieler Herren, Ritter und Rittergenossen, feierlich geschieden. Ueber seine noch unmündigen Söhne setzte Papst Georg, bis sie das 25. Jahr würden erreicht haben, den Bischof zu Naumburg, den Probst zu Merseburg und den Abt zu Sittichenbach zu Vormündern." (Eigentlich Papst Gregor IX. geb. um 1167 in Anagni verst. am 22. August 1241 in Rom, war der Papst der Katholischen Kirche vom 19. März 1227 bis zu seinem Tode. Er wurde als Ugolino dei Conti di Segni (Hugo, aus dem Haus der Grafen von Segni) geboren.) "Nach erreichter Volljährigkeit wird der älteste Sohn Heinrichs gegen das Jahr 1254 Voigt von Gera. Seine Gemahlin war Leukardis, wahrscheinlich eine Gräfin von Paßau." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1238 Die Kaimberger Kirche
m Jahr 1238 wurde die kleine Kirche in Kaimberg bei Gera schriftlich erwähnt. Sie dürfte aber noch älter sein. Das Datum der Errichtung des Sakralbaus war nicht mehr recherchierbar, dürfte aber im 10. oder 11. Jahrhundert liegen. Im Zuge der lutherischen Reformation wurde die Kirche im Jahr 1533 evangelisch reformiert. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche einen recht seltenen sogenannten "schwebenden Taufengel" und eine Kreuzbach-Orgel. Auch das Kirchengestühl wurde auf die Zeit 1750 datiert. Zu Ende des 20. Jahrhunderts kämpfte man um den Erhalt der Kirche, deren Bauzustand als marode bezeichnet werden musste und bat um Spenden.
1238 Thränitz wurde erwähnt
hränitz liegt zwischen der Kernstadt von Gera im Nordwesten, den Ortsteilen Naulitz im Nordosten, Collis im Südwesten sowie dem Ronneburger Ortsteil Grobsdorf im Ostsüdosten. Durchflossen wird es vom Lammsbach, einem Zufluss des Gessenbaches. Die Gründung des Ortes kann in der sorbischen Siedlungszeit angenommen werden; der Name Thränitz bedeutet so viel wie Grasland. Die älteste Erwähnung des Ortes ist die Konsekrierungsurkunde der Kirche von 1238.

Zusatzinformationen
1238 Das Kloster Cronschwitz
as Dreieck Veitsberg, Weida und Mildenfurt/Cronschwi ist schon als "durchaus klassischer Boden" für die vogtländische Geschichtsschreibung bezeichnet worden. Die Geschichte des Klosters Cronschwitz, das etwa 3 km nördlich von Weida an einer großen Elsterschlinge liegt, hatte entsprechend seiner Bedeutung als reichstes Adligenstift des Vogtlandes ihren Niederschlag in zahlreichen Veröffentlichungen gefunden. Von den ältesten Aufzeichnungen sei hier nur der Bosauische Mönch Paul Lang mit seinem Chronicon Citizense II genannt. Ihn benutzte der Pirnaische Mönch Johannes Lindner in seinem Onomasticon III. Beide beriefen sich auf Arnold von Quedlinburg. Ferner wurde Cronschwit bei Beckler und Zopf erwähnt. In diesen älteren Druckwerken wurde Cronschwitz nur erwähnt, allenfalls die Gründungssage dargestellt, wie z. B. bei dem Dominikanermönch Johannes Lindner. Den ersten Versuch, eine Gronschwitzer Klostergeschichte zu schreiben, unternahm der Greizer Archivar Johann Gottfried Büchner. Sein Buch erschien im Jahr 1732 anonym unter dem Titel: "Erläutertes Vogtland". Über seinem Vorhaben, eine diplomatische Geschichte des Kloster Cronschwitz herauszugeben, starb er. Sein Nachlaß kam in die Hände des bayrisch- vogtländischen Geschichtsschreibers Paul Daniel Longolius in Hof, der 1765 eine Liste von 46 Regesten Cronschwitzer Klosterurkunden veröffentlichte ("Vorrath allerlei brauchbarer Nachrichten", Fach III, 1. Stück, S. 3 ff.)s). Vier Jahre später, 1769, hatte er "Büchners genaue Geschichte des Klosters Cronschwitz bei Weida um vieles vermehrt, fand aber dazu keinen Verleger. Ohne daß es zum Druck kam, starb Longolius. Von seinen und Büchners Manuskripten ist nichts erhalten geblieben.
1238 Aus den Annalen der Herren von Gera
as Gebiet der im Jahr 1237 genannten »advocatia de Gera« schien nur ein kleiner Bereich gewesen zu sein, der neben Gera wohl nur wenige Dörfer umfasste. Für die Heinrichinger ware aber er zum Ausgangspunkt der Bildung eines Territoriums geworden. Die Herren von Gera wurden dabei zurückgedrängt, sie siedelten schließlich ins Frankenland über und gingen von dort als Verwalter Bamberger Kloster-Güter nach Kärnten, Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Mit Graf Johann Maximilian von Gera war dort die Hauptlinie aber kurz nach 1743 ausgestorben. Nach der Teilung innerhalb des Vogtshauses Anfang des 13. Jahrhunderts wurde Gera Sitz einer besonderen Linie, die sich erstmals 1238 urkundlich nach dem neuen Herrschaftsmittelpunkt bezeichnete, während bis dahin die Benennung aller drei Linien nach dem Stammsitz Weida üblich war. Im Kloster Cronschwitz erhielt sie ihr erstes Hauskloster, und in der Kloster-Kirche ihr Erbbegräbnis. Anfang des 13. Jahrhunderts kam das Zisterziensen-Nonnenkloster zum Heiligen Kreuz bei Saalburg hinzu. Durch günstige Heiratsverbindungen konnten die Vögte von Gera bald ihr Territorium, das zunächst neben der Vogtei über das quedlinburgische Stiftsgebiet und einigen verstreuten Reichslehen auch Besitz im Dobnagau (um Plauen) umfasste, beträchtlich erweitern. So brachte ihnen wohl die Ehe mit einer Lobdeburgerin in der Wende zum 14. Jh. das Gebiet um Schleiz, Mühltroff, Lobenstein und Saalburg ein. Zwar war zur gleichen Zeit den Wettinern der Erwerb von Gera gelungen, doch konnten es die Vögte schon 1303 zurückgewinnen. 1306 gelang ihnen zudem ein weiterer Gewinn gegenüber Quedlinburg, indem sie von dem in Schulden geratenen Stift das Schulzenamt, d. h. die niedere Gerichtsbarkeit sowie das Patronatsrecht und verschiedenen anderen Besitz kaufen konnten. Die wettinischen Pläne, mit Gera das Verbindungsstück zwischen den thüringischen und den meißnischen Gebietsteilen in die Hand zu bekommen, konnten freilich nicht für lange Zeit verhindert werden. Nachdem die Vögte von Gera noch 1342 einen Lehnsbrief von der Quedlinburger Äbtissin erhalten hatten, übereignete das Stift 1358 den Wettinern die Vogtei und belehnte sie mit Stadt und Herrschaft Gera. Die letzte Lehnsurkunde datierte auf das Jahr 1479. Die durch die dauernden Kriegswirren der 1. Hälfte des 14. Jh. (Grafenkrieg, Vogtländischer Krieg) geschwächten Vögte mussten in der Folgezeit die wettinische Lehenshoheit anerkennen. Versuche, bei Kaiser Karl IV. Schutz gegen die Bestrebungen der Wettiner zu finden, waren auf die Dauer ohne Erfolg. 1378 fanden sich die Geraer bereit, gegen die Zusicherung des eventuellen Anfalls der Herrschaft Weida Schloss und Stadt Gera den Wettinern nochmals förmlich aufzulassen. Auch über die anderen geraischen Besitzungen konnten die Markgrafen die Oberhoheit behaupten.
08.09.1238 Der Stifter und Stadtgründer Heinrich IV
einrich der IV, von 1241-1244 Landmeister des Deutschen Ordens in Preußen, schenkt gemeinsam mit seiner Gemahlin Jutta der St. Johanniskirche einen Garten im Bereich des späteren Trinitatisfriedhofes. Die Stifter, die auch als Stadtgründer angesehen werden können, fanden ihre letzte Ruhestätte im Kloster Cronschwitz bei Weida.
08.09.1238 Scheidung im Hause Reuß
n diesem Tag ließen sich Heinrich der Mittlere von Gera und seine Gemahlin Jutta durch den Bischof Engelhardt von Naumburg in der Klosterkirche zu Mildenfurth scheiden. Daraufhin trat Heinrich der Mittlere dem Deutschen Orden bei und zeichnete sich später bei der Eroberung des späteren Ordenslandes aus.
16.12.1238 Der erste Vogt von Gera
apst Gregor IX. (Ugolino die Conti di Segni, oder Hugo Graf von Segni, 1167-1241, ab 1227 Papst in Rom) forderte die Bischof Engelhard von Naumburg und weitere Geistliche auf, sich der Söhne Heinrichs , des vormaligen Vogtes zu Gera, bis zur Vollendung ihres 25. Lebensjahres anzunehmen. Die Ehe des Vogtes war kirchlich getrennt worden, Divitorium genannt, damit empfand die Kirchenvater eine Verantwortung für die Nachkommenschaft des Vogtes. Damit wurde zugleich der Vogt zu Gera auch erstmalig urkundlich erwähnt.
1239 Das Kloster Cronschwitz
as Kloster Cronschwitz, zu dem später unter anderem auch der Ort Lusan gehörte, wurde um das Jahr 1250 von Jutta von Altenburg gegründet. Sie war die Tochter des Burggrafen Albrecht von Altenburg. Sie heiratete den Geraer Reußen Heinrich IV., welcher sich allerding von ihr geistlich scheiden ließ. Sie hatte ihm fünf Kinder geboren. Jutta war die Erbin von Vogtsberg und Oelsnitz und gründete 1239 das auf landgräflichem Reichsafterlehen gelegene Dominikaner Nonnenkloster Cronschwitz und starb als dessen Priorin.
1240 Die Linien der Vögte
n diesem Jahr zweigte die Linie der Vögte von Gera und von Plauen von der Linie der Vögte von Weida ab. Der Plauener Löwe wurde das Wappentier der Geraer Vögte.
1240 Zu Pfaffenreith
er Ort wurde im Jahr 1240 im zweiten Stiftsbriefe von Gera erstmals schriftlich genannt. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde im Jahr 1620 der ganze Ort geplündert, blieb aber von einer weiteren Verwüstung weitgehend verschont.
1241 Der Geraer im Mittelalter
ie Bürger, nicht nur die Geraer, wurden im Mittelalter bezüglich ihrer Religion, Herkunft, ihres Berufes oder ihres sozialen Standes unterschieden. Dabei kristallisierten sich städtische Unterschichten und gesellschaftliche Randgruppen heraus. Zu den Unterschichten zählte man die Unselbständigen mit oder in Ausbildung, welche die Kaufmannsgesellen, Handwerksgesellen und Lehrlinge beinhalteten. Ebenso gehörten Unselbständige ohne Ausbildung, wie zum Beispiel Knechte, Mägde oder Lohnarbeiter zur Unterschicht. In den mittelalterlichen Städten wurden viele Menschen aus religiösen, beruflichen oder sozialen Gründen an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Dazu gehörten die Juden, Henker, Totengräber, Schinder sowie Arme, Kranke, Bettler, Huren, Spielleute und Bordellbesitzer. Selbst in der Zeit des Mittelalters konnte schon nicht zweifelsfrei feststellen, warum ausgerechnet bestimmte Berufe als "unehrlich" galten. Bei einigen steht dafür zwar der Name, wie etwa bei den Scharfrichtern, den Abdeckern (Wasenmeistern) oder den Totengräbern, aber bei den Leinwebern, Badern, Müllern oder sogar Schornsteinfegern ist noch nie befriedigend geklärt worden, warum sie zu den verfemten Berufen gezählt wurden. Wahrscheinlich aus der Tradition heraus, da mit diesen Gewerken nicht viel Geld und Ansehen verbunden war.
1241 Zur Geschichte von Hirschfeld
ie thüringische Gemeinde Hirschfeld liegt im Landkreis Greiz und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Am Brahmetal. Angrenzende Gemeinden sind Bethenhausen, Brahmenau und Pölzig im Landkreis Greiz sowie die kreisfreie Stadt Gera. Das Dorf wurde 1241 erstmals urkundlich erwähnt. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 67 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft arbeiten.
1242 Die städtische Unterschicht in Gera
inige Gruppen von Geraer Stadtbewohnern waren für die städtische Wirtschaft unentbehrlich, wie zum Beispiel die Hilfskräfte im Transportwesen, in den Mühlen, Glas- und Kupferhütten, und das schon zur Zeit der Vergabe der Stadtrechte an Gera. Ohne diese Hilfskräfte hätte sich kein Mühlrad gedreht und kein Ofen in einer der Kupferhütten gebrannt. Denn höher gestellte Bürger wollten solche niederen Aufgaben nicht mehr erledigen. Die Angehörigen einer solchen Unterschicht hatten kein Bürgerrecht und ihre Zahl stieg im Mittelalter stetig. "In den größeren Städten machten sie bis zu 40% der Bevölkerung aus. In den mittelalterlichen Städten gab es nicht selten uneheliche Kinder. Meist wurde das uneheliche Kind neben den anderen Kindern eines Mannes vom Vater aufgezogen. Nur die Kinder von Huren und die diesen gleichgeachteten Kinder von Klerikern besaßen ein gemindertes Recht. In Gera wurden uneheliche Kinder als minderwertig angesehen und als "Kotzensohn" bezeichnet. Und weil sie unehelich geboren wurden, konnten sie niemals Vollbürger der Stadt werden.
1242 Heinrich Raspe als Reichsverweser
ie Einsetzung des Landgrafen Heinrich Raspe IV. als Reichsverweser erfolgte in diesem Jahr. Er wurde im Jahr 1246 gegen den Staufer Friedrich II. (1194-1250) zum Gegenkönig gewählt. (Ein Reichsverweser nahm bis zum Jahr 1848 die Vertretung des Monarchen während einer Thronvakanz wahr, also bei längerer Abwesenheit des Königs oder in der Zeit zwischen dessen Tod und der Thronbesteigung seines Nachfolgers. Der Begriff Verweser kommt von althochdeutsch "fuerwesan" und bedeutet "jemandes Stelle vertreten".)
1243 Stadtrundgang im mittelatlerlichen Gera
ie Schloßstraße war Mittelpunkt von Geras erster Marktsiedlung. Sie befindet sich auf der ersten Elsterterrasse. Die langgezogene Marktfläche mit ihren vielen Handelsmöglichkeiten war jedoch kein fester Marktplatz. Auf dem Grundstück des späteren Goethe Gymnasiums (Rutheneum seit 1608, gegründet durch Heinrich Posthumus 1572-1635) stand damals die Johanniskirche (1234 zum ersten Mal erwähnt), die erste Kirche Geras, welche dem Stadtbrand von 1780 zum Opfer fiel. Daneben befand und befindet sich in der Neuzeit noch ein Großteil des Regierungsgebäudes.
1243 Zeugen in Gera
in gewisser "Gotfridus in Gera" war erstmals in einer Bestätigungsurkunde des 1193 gegründeten Klosters Mildenfurth in Erscheinung getreten. Das zweite schriftliche Zeugnis wurde im Jahr 1224 getätigt, wo er mit einem "Gerunge de Gera" in einer Urkunde des Vogtes zu Weida, Heinrich dem Mittleren, genannt wurde. Im Jahr 1243 wurden "Gotfridus und Gerunge de Gera" nochmals in einer Urkunde der Vögte von Weida und Gera als Zeugen aufgeführt.
1244 Ronneburg gehörte zu Plauen
er Ort Ronneburg bei Gera wurde 1209 erstmals erwähnt und gehörte zu den Vögten von Weida. Die Vögte von Gera, Plauen und Weida hatten das Land unter sich aufgeteilt, woher man auch vom Vogtland sprach. Ab dem Jahr 1244 gehörte Ronneburg dann zu den Vögten von Plauen.
1246 Thüringen im Spätmittelalter
er letzte Ludowinger, Heinrich Raspe, versuchte 1246 die deutsche Königskrone zu erlangen, starb jedoch ein Jahr später. Daraufhin kam es zum thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg zwischen dem Enkel Hermanns I., dem Meißener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten, dem Heinrich Raspe 1243 die Eventualbelehnung im Falle seines Todes zugesichert hatte, und Sophie von Brabant, einer Tochter Ludwigs IV. und der heiligen Elisabeth, die das Erbe für ihren minderjährigen Sohn Heinrich das Kind beanspruchte. Nach Kriegsende (1264) fiel Thüringen zum Großteil an den Wettiner Heinrich den Erlauchten. Der Westteil des ehemaligen ludowingischen Herrschaftsgebietes, die durch Heirat zur thüringischen Landgrafschaft hinzugekommenen hessischen Grafschaften, nahmen seit 1264 wieder eine eigene Entwicklung und bildeten die Landgrafschaft Hessen unter Heinrich I. von Hessen, dem Sohn Sophies von Brabant. Die thüringischen Besitzungen der Wettiner wurden schrittweise in den wettinischen Gesamtstaat integriert, zu dem auch die Markgrafschaft Meißen und seit 1423 das Kurfürstentum Sachsen-(Wittenberg) gehörten. Einige wettinische Fürsten überließen die Regierung Thüringens jedoch anderen Verwandten. Im Thüringer Grafenkrieg (1342-1346) konnten sie ihre Dominanz gegenüber den anderen Adelsherrschaften in Thüringen sichern. Mit dem Tod Friedrichs IV. endete 1440 die Existenz Thüringens als selbständiger Staat.
22.05.1246 Ein Thüringer wurde Gegenkönig
ie Herrschaft der Stauferkaiser war gebrochen. Friedrich II., der Enkel von "Barbarossa" 1192-1250 war der letzte der einflussreichen Stauferherrscher. Die rheinischen Kirchenfürsten wählten Landgraf Heinrich Raspe von Thüringen zum Gegenkönig von Konrad IV. dem Sohn Friedrich II. der für seinen Vater im Reich regierte. Friedrich II. war des Regierens schon nicht mehr so wirklich mächtig, hatte aber als erster deutscher Kaiser viel mehr erreicht, als alle seiner Vorgänger, die noch Römischer Kaiser waren. Mit dem Tod Friedrichs II. ging das Geschlecht der Staufer unter, welche sich zuvor so heldenhaft gegen die "Welfen" zur Wehr gesetz hatten.
05.08.1246 Die Schlacht an der Nidda
er Thüringer Gegenkönig Heinrich Raspe siegte in der Schlacht an der Nidda über Konrad IV., dem Sohn des Stauferkaiser Friedrich II, einem Enkel des legendären Friedrich I. Barbarossa.
1247 Tod des Gegenkönigs
n diesem Jahr verstarb Heinrich Raspe, welcher im Jahr zuvor von den rheinischen Kirchenfürsten zum Gegenkönig Konrad IV. gewählt worden war. Damit war es, drei Jahre vor dem Tod von Kaiser Friedrich II. nicht gelungen, einen wirklichen Gegenpart zur Stauferherrschaft herzustellen. Konrad IV. war aber durch die Machtübernahme Heinrich Raspes im Vorjahr entscheidend in Authorität und Ansehen geschwächt worden. Ein Machtvakuum, ein zu dieser Zeit unbekanntes Wort, war aber entstanden.
1247 Die Heinrichinger
er Aufbau einer geschlossenen Landesherrschaft und die Wahrung der Unabhängigkeit gegenüber den seit dem Erwerb der Landgrafschaft Thüringen 1247 von Westen und Osten vordringenden Wettinern und dem nach Norden über das Erzgebirge ausgreifenden böhmischen König wurden durch die extreme dynastische Zersplitterung der Familie entscheidend erschwert und scheiterten schließlich im Laufe des 14./15. Jahrhunderts. Aus Erbteilungen von 1209 und 1249 gingen die Hauptlinien Weida, Gera und Plauen hervor, deren letztere sich 1306 in den Linien Plauen und Plauen-Greiz aufspaltete. Sämtliche Linien, deren männliche Angehörige ausschließlich den Namen Heinrich erhielten (deswegen die gelegentliche Bezeichnung der Vögte von Weida, Gera und Plauen als "Heinrichinger"), führte den Vogttitel; den Beinamen "Reusse, Reuss" (Ruthenus), der Heinrich II. von Plauen, verstorben noch vor 1295, wegen seiner Verbindung nach Rußland beigelegt wurde, trugen beide Linien der Vögte von Plauen. Konnten die Vögte Anfang des 14. Jahrhunderts aus dem Lobdeburger Erbe noch Schleiz und Lobenstein erwerben, so setzte mit der Niederlage in der Thüringer Grafenfehde 1342-1345, dem Erwerb des Pleißenlandes durch die Wettiner und vor allem mit der weitgehenden Unterwerfung unter die Wettiner und Kaiser Karl IV.(1316-1378) im Vogtländischen Krieg 1354-1359 der Machtverfall ein. Die Vögte von Gera (1550 ausgestorben) und den Reussen von Plauen-Greiz bei Wahrung persönlicher Reichsunmittelbarkeit verbliebenen Herrschaften Gera, Greiz, Schleiz, Saalfeld, Lobenstein und Burgk und das 1451 neu erworbene Oberkrainichfeld bildeten die Grundlage der späteren Fürstentümer Reuß.
1248 Aga wurde erwähnt
n diesem Jahr wurde der Geraer Ortsteil Aga zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes wurde mundartig mehrmals verändert und unter anderem als Agow, Agaw, großen Agaw, Oge oder auch Grussoge bezeichnet. Zurück geht der Name aber auf den Rittergutbesitzer und Ritters Heinricus de Ogau aus dem Ritterstand der Geraer Landesherrn.
1248 Das erste Lusan
er Geraer Stadtteil Lusan ging in diesem Jahr, eine Urkunde belegt das, mit in die Geschichte Geras ein, indem der Ort seine erste Erwähnung fand.
1248 Aufstieg und Niedergang der Vögte von Gera
einrich I. (geb. um 1227 - 1269/1274) erwarb nach 1248 aus der Andechs-Meranschen Erbschaft Nordhalben und die Höfer Lehen. Sein Sohn Heinrich II., "der Ältere" erweiterte ab 1278 den Besitz um die der Herrschaft Lobenstein. Dessen Sohn Heinrich IV., "der Ältere" erwarb um 1314 die Herrschaft Schleiz mit der Pflege Saalburg und dem Schloss Burgk, trat aber Mühltroff an die Linie Plauen ab. In Folge des Vogtländischen Krieges (1354 bis 1357) mussten die Geraer Vögte die Wettiner als Herren anerkennen, was einen bedeutenden Machtverlust umfasste. Von 1410 bis 1427 hatten die Vögte von Weida schrittweise ihre Vogtei an die Wettiner veräußern müssen, den Vogttitel hatten sie nun abgelegt und nannten sich fortan nur Herren von Weida. Als Lehnsträger der Krone Böhmen respektive des Hauses Wettin begannen nun auch die Vögte von Gera ihren alten Titel abzulegen, und sich als Herren von Gera zu titulieren. Im Jahr 1425 wurde in der Linie der Vögte von Gera eine Landesteilung vorgenommen, die aber ohne weitere Folgen blieb, da von den teilenden Brüdern nur einer, Heinrich IX., "der Mittlere" (1406 - 1482), Nachkommen hinterließ. Zu dieser Zeit tobte der Sächsische Bruderkrieg (1446 bis 1451), in dessen Folge die alte Stammburg der Vögte von Gera zerstört wurde. Neuer Sitz wurde nun die Burg Osterstein in Gera.
1248 Zur Geschichte von Auma bei Gera
ahrscheinlich geht Auma auf eine slawische Besiedlung des 8./9. Jahrhunderts zurück. In Auma kreuzte die alte Regensburger Straße das gleichnamige Flüsschen. Dieser Übergang war auch noch für die Wege aus Neustadt an der Orla Richtung Vogtland und Böhmen interessant. Mit einer Burg sicherte und kontrollierte man diesen Übergang und das nachweislich ab dem 13. Jahrhundert. 1248 erwähnte man einen Albert von Auma. Die Burg gehörte den Grafen von Arnshaugk. Später erbte sie der Thüringer Landgraf, was 1328 bestätigt wurde. Von der Burg sind keine sichtbaren Reste vorhanden. Von den Nebengebäuden wurde Material für Bauten weiter verwendet.
1248 Zur Geschichte von Großaga
en Quellen nach ist Großaga eine deutsche Folgegründung der älteren sorbischen Siedlung Kleinaga. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung findet es 1248 mit einem Heinricus de Ogau, zum Ritterstand der Landesherrschaft Reuß jüngere Linie gehörig. In späteren Urkunden findet man den Ort als Grossen Agow (1364), Agowe (dito), Agaw (1518), großen agaw bzw. major agaw (1533). Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert sind auch die Schreibweisen Groß Agau und Groß Aga üblich. An der Stelle des ehemaligen Kammergutes lag die Burg Aga. Schlitzscharten im Keller der südlichen Gebäudefront des Gutes sind noch erhalten. Ein Graben mit Zugbrücke schützte die erweiterte Anlage. 1259 ist in einer Urkunde des Burggrafen von Kirchberg ein Heinrich von Aga beurkundet. Bis zum Jahr 1712 ist der Ort Rittersitz, letzter Herr auf Großaga ist Hans Friedrich von Wolframsdorf. 1715 erwirbt Heinrich XIII. Reuß das völlig verschuldete Gut von den Erben, fortan ist es reußisches Kammergut. Großaga war über die Jahrhunderte Pfarrort auch für Kleinaga, Lessen und Reichenbach, später auch Seligenstädt. Seit 2003 ist es Pfarrvikarie der Evangelischen Pfarrei Langenberg. Der Pfarrort Großaga besaß früher ein jährliches Marktrecht, bei welchen auch Ablaßpredigten üblich waren, sodass sich für diesen Markt der Name „Agaischer Ablassmarkt“ (Appelsmarkt) prägte. Er war weithin bekannt, doch auch wenn eine Flurbezeichnung bis 1870 den Namen Tetzelscher Markt trug, gibt es für ein Auftreten dieses berühmt-berüchtigten Ablasspredigers in Aga keinerlei Belege. Darüber war ob des langjährigen Festhaltens am katholischen Glauben des damaligen Rittergutsbesitzers Krieg von Etzdorf Aga die letzte Gemeinde der reußischen Lande, die lutherisch reformiert wurde. Gegen die Märkte der umliegenden größeren Orte und Städte Gera, Langenberg und Zeitz konnte sich Aga letztlich nicht behaupten. Nach verheerenden Bränden schafften die Gemeinden des Pfarrsprengels Großaga bereits 1812 eine gemeinsame Feuerspritze an. 1922 wurde in Henschels Gasthof ein Kino eingerichtet. Unter seinem letzten Pächter vor der Enteignung 1945 wird das mittlerweile mit dem Gut Kleinaga zusammengelegte Gut Großaga zu einer Musterwirtschaft der Saatzucht und Viehwirtschaft. Von 1945 bis 1990 als Volkseigenes Gut (VEG) geführt, werden ihm dito hohe staatliche Auszeichnungen der DDR zuteil. Neben dem Gut hatten sich über die Jahrhunderte auch etliche weitere große Höfe etabliert; sie werden zu DDR-Zeiten als LPG zusammengefasst. Am 1. Juli 1950 bildeten Großaga, Kleinaga, Lessen, Reichenbach und Seligenstädt die neue Gemeinde Aga, die am 1. April 1994 nach Gera eingemeindet wurde.

1248 Die "langen Beete" in Lusan
n diesem Jahr wurde der spätere Stadtteil Lusan erstmals erwähnt und bestand in der Folgezeit aus den verschiedensten Flurstücken. Der Vergleich historischer Katasterakten und neuzeitlichen Aufzeichnung brachte Klarheit in die Flurstückaufteilung. Die "langen Beete" waren zwischen Lusaner und Lobensteiner Straße angelegt.
1248 Lusaner Flurstücke
n diesem Jahr wurde der spätere Stadtteil Lusan erstmals erwähnt und bestand in der Folgezeit aus den verschiedensten Flurstücken. Der Vergleich historischer Katasterakten und neuzeitlichen Aufzeichnung brachte Klarheit in die Flurstückaufteilung. Die "Mittelfelder" waren ein großes Flurstück, welches in der Mitte von Lusan zu finden war. Die Mittelfelder umfassten das Territorium von Kahler Straße, Eisenberger Straße, Rudolstädter Straße und Schleizer Straße. Weitere Flurnamen wie "Querschachten" und "Lange Schachten" könnten auf Steinbrüche, Bergbau und frühere Abwasserentsorgung hindeuten.
1248 Lusaner Flurstücke
n diesem Jahr wurde der spätere Stadtteil Lusan erstmals erwähnt und bestand in der Folgezeit aus den verschiedensten Flurstücken. Der Vergleich historischer Katasterakten und neuzeitlichen Aufzeichnung brachte Klarheit in die Flurstückaufteilung. Die "Pönigswiesen" oder auch als "Pönigswand" bekannt, war einst im späteren Gewerbepark Keplerstraße beheimatet und verweisen namentlich auf den ehemaligen Eigentümer.
1248 Lusaner Flurstücke
n diesem Jahr wurde der spätere Stadtteil Lusan erstmals erwähnt und bestand in der Folgezeit aus den verschiedensten Flurstücken. Der Vergleich historischer Katasterakten und neuzeitlichen Aufzeichnung brachte Klarheit in die Flurstückaufteilung. Die sogenannte "schwarze Reuthe" gehörte nach Zeulsdorf. Die Bedeutung des Wortes Reuthe ist im späteren Begriff Rodung zu sehen.
1248 Das erste Lusan
n diesem Jahr wurde der spätere Stadtteil Lusan erstmals erwähnt und bestand in der Folgezeit aus den verschiedensten Flurstücken. Der Vergleich historischer Katasterakten und neuzeitlichen Aufzeichnung brachte Klarheit in die Flurstückaufteilung. Im Norden befand sich die "Klebrig", was an den zähen klebrigen Boden erinnerte und wäre in der Neuzeit des 21. Jahrhunderts in der Gegend der Dürrenebersdorfer Straße, Keplerstraße und Thomas-Müntzer-Weg zu finden.
17.08.1248 Der Vogt von Gera und das Dorf Lusan
einrich, der Vogt von Gera, bestätigte seinem Bruder Heinrich, dem Domherrn zu Magdeburg, die Verpfändung von Einkünften aus dem Dorf Lusan. Gleichzeitig stimmte er zu, dass diese Einkünfte dem Kloster Cronschwitz übertragen werden sollen.
17.08.1248 Lusan unterstand Gera
usan, ein kleiner Ort zwischen Zeulsdorf, Zwötzen, Debschwitz und Gera wurde zwar erst 1659 der Herrschaft Gera zugeordnet, aber die Höfe unterstanden schon im 13. Jahrhundert dem Amt Gera und dem Rittergut Zeulsdorf. Auch die Chorturmkirche St. Ursula war im 13. Jahrhundert erbaut worden.
1249 Die Erblinien Reuß
n enger Anbindung an das Reich nahmen die Vögte von Gera bis in die Mitte des 14. Jh. mehrfach Aufgaben als Reichslandrichter im Egerland und im Pleißenland wahr, verloren ihre Bedeutung für das Reich aber, als sich unter Kaiser Karl IV. (1316-1378) die Interessen des Königs von Böhmen mit denen des Reiches deckten. Der Aufbau einer geschlossenen Landesherrschaft und die Wahrung der Unabhängigkeit gegenüber den seit dem Erwerb der Landgrafschaft Thüringen 1247 von Westen und Osten vordringenden Wettinern und dem nach Norden über das Erzgebirge ausgreifenden böhmischen König wurden durch die extreme dynastische Zersplitterung der Familie entscheidend erschwert und scheiterten schließlich im Laufe des 14./15. Jh. Aus Erbteilungen von 1209 und 1249 gingen die Hauptlinien Weida, Gera und Plauen hervor, deren letztere sich 1306 in den Linien Plauen und Plauen-Greiz aufspaltete.
1250 Eine nachträgliche Urkunde
n einer erst im 13. Jahrhundert entstandenen Urkunde wurde bezeugt, dass Langenberg schon 1060 existierte. Das brachte Bedenken an deren Echtheit. Mit dem nachträglichen verfassen der Urkunde wollte das Bistum Naumburg seine berechtigten oder gewünschten Besitzansprüche auf Langenberg unterstreichen.
1250 Gotisch wurde zur Einheitsschrift
ie Geraer Schenkungsurkunde war einst noch in einer Schriftart ausgestellt, welch nicht nur schwer zu lesen sondern auch genau so schwer zu schreiben war. Das änderte sich in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Über ganz Europa breitete sich eine einheitliche Schrift aus, die von den Humanisten des 16. Jahrhunderts "gotische Schrift" genannt wurde. Sie löste die in den Schulen Karls des Großen (747-814) entwickelte "karolingische Minuskel" ab. Die "neue" Schrift verlieh der abendländischen Christenheit erstmals eine graphische Einheitlichkeit. Die runden Bogen der "alten" Schrift wurden nun gebrochen und spitz, die Buchstaben zusammengedrängt und miteinander verbunden, als seien sie in Silben geschrieben. Das Schreiben konnte nun flüssiger und schneller von der Hand gehen, was ein Zeugnis dafür war, dass die Kultur sich allmählich wandelte. Nun kamen auch Bücher und Urkunden stärker in Gebrauch und die Zahl der Skriptoren (Schreiber) nahm drastisch zu.
1250 Der Beruf des Scharfrichters
n der Mitte des 13. Jahrhunderts setzte sich in Thüringen der Beruf des Scharfrichters durch. In Gera, wie in ganz Deutschland, waren diejenigen welche zu dieser Berufsgruppe gehörten auch mit weitere unangenehme Aufgaben betraut. So entsorgten sie auch Tierkadaver und handelten mit deren Fellen. Vorteilhaft war der große Verdienst der Scharfrichter, welcher zumeist weit über dem Durchschnitt der einfachen Bevölkerung lag.
1250 Die St. Magarethenkirche zu Seifersdorf
ie kirche ist in etwa 800 Jahre alt und trägt den Namen der Heiligen Margareta. Die Heilige starb im Jahr 305 nach Christus als Märthyrerin in Antiochia. Im Unterteil des Turmes sind noch Reste der alten Kapelle ebenso die an der Ostseite gelegene Apsis mit einem schmalen rundbogigen Fenster erhalten geblieben, was die unterschiedlichen baustile der verganegnen jahrhunderte verdeutlicht.Der ursprünglich romanische Baustil wurde vermutlich vor der Mitte des 13. Jahrhunderts, daher die Datierung 1250, durch den gotischen abgelöst. Der Turm der Seifersdorfer Kirche wird wohl ursprünglich ein Satteldach getragen haben. Das bis in die Neuzeit erhaltete Walmdach mit offenem Dachreiter und Helm erhielt der turm im jahr 1752, wie die Wetterfahne es noch verkündet. Das Langhaus der Kirche wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts nach Westen zu an den Chor angebaut worden, im Stil der Gotik mit spitzbogigen Fenstern.
1250 Die Kirche in Dorna
ie Kirche von Dorna, der Ort gehörte erst später zu Gera, wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und zierte den im Jahr 1121 erstmals erwähnten Ort seit dieser Zeit. Im 21. Jahrhundert gehörte das Gotteshaus zu den ältesten Sakralbauten im Geraer Stadtgebiet, manch Historiker sprach gar vom ältesten Geraer Kirchebau, und war stark sanierungsbedürftig geworden.